Kurz-Test

Huawei P9 im Hands-On: Kamera mit Leica-Objektiv für tolle Fotos

Das Huawei P9 will mit einer leistungs­starken Ausstattung sowie einigen interes­santen Features bestechen. Wir haben uns das neue Smartphone im ersten Kurz-Test näher angeschaut.
Aus London berichtet Rita Deutschbein
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Huawei P9 im Hands-On: Kamera-Sensor von Leica für tolle FotosHuawei P9 im Hands-On
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Nach wochenlangen Spekulationen ist das Huawei P9 nun offiziell. Das Smartphone wurde gestern zusammen mit der größeren Version, das Huawei P9 Plus, in London vorgestellt und bietet neben der Dual-Kamera eine leistungs­starke Ausstattung und Features, die Huawei erstmals bei seiner P-Serie verwendet. Zusammen­gearbeitet hat Huawei mit dem Kamera-Profi Leica. Wir haben uns im Hands-On einen ersten Eindruck vom neuen Flaggschiff aus China verschafft.

Dual-Kamera: Das neue Verkaufsargument?

Mit seiner Displaydiagonale von 5,2 Zoll und seinem nahezu rahmenlosen Design ist das Huawei P9 kompakt genug, um in einer Hand gehalten zu werden. Auch die abgerundeten Kanten und das geringe Gewicht tragen zum bequemen Handling bei. Die glatte Rückseite besteht aus Aluminium und verleiht dem Smartphone die notwendige Stabilität. Am rechten Rand befindet sich die Lautstärke­wippe direkt über dem Power-Button. Die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und sind ebenfalls aus Metall gefertigt. Unterbrochen wird das Unibodygehäuse lediglich von zwei Antennen­streifen sowie einem Glasinlay, am oberen Part der Rückseite. Hier befindet sich das Haupt­merkmal des Huawei P9 - die Dual-Kamera von Leica.

Zwei Kameralinsen sitzen mit einem Abstand von wenigen Millimetern neben­einander, wobei jeder Kamerasensor Bilder mit bis zu 12 Megapixel aufnimmt. Zusätzlich steht eine 8-Megapixel-Frontkamera bereit. Ein Laser-Autofokus und ein LED-Blitz unterstützen die Dual-Kamera. Die asphärischen Summarit-Linsen der Kamera stammen aus dem Hause Leica und haben eine hohe Lichtstärke von 1:2,2 (f/2.2-Blende) bei einer Brennweite von 27 Millimeter. Somit sind Aufnahmen im Bildwinkel von ca. 78 Grad (Weitwinkel) möglich. Die Verwendung von asphärischen statt der häufig genutzten sphärischen Linsen soll in schärferen Bildern resultieren und Abbildungs­fehler vermindern, da bei diesen Linsen aufgrund der nicht-sphärischen Oberfläche die zentralen und die äußeren Lichtstrahlen in einem einzigen Brennpunkt zusammentreffen.
Huawei P9 im Hands-On: Kamera-Sensor von Leica für tolle Fotos
Dual-Kamera mit Leica-Objektiv im Detail
Die Kamera-App bietet einen Profi-Modus, sodass Nutzer wichtige Einstellungen wie den Weißabgleich, den ISO und die Belichtungsdauer selbständig vornehmen können. Der Aufbau der App ist zu Beginn etwas undurchsichtig - hier benötigt es eine gewisse Einge­wöhnungs­phase, um alle Features zu finden. Angeboten werden verschiedene Modi wie HDR, Nacht­aufnahme, monochrome Aufnahmen und Beauty-Video. Das Fokussieren gelingt dank Laser-Autofokus blitzschnell und auch das Auslösen geht wahlweise über den Touchscreen oder die Lautstärkewippe in Sekunden­bruchteilen vonstatten. Auf 4K-Aufnahmen bei Videos müssen Nutzer allerdings auch beim P9 weiterhin verzichten.

Vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen soll die Dual-Kamera ihre Stärken zeigen. Wir haben zwei Beispiel­aufnahmen angehängt, bei denen sich zeigt, dass Details trotz Dämmerlicht sehr gut zur Geltung kommen.

Flottes System und USB C

5,2 Millimeter misst das Display des Huawei P9 in der Diagonale. Die Auflösung beträgt 1920 mal 1080 Pixel. Somit stellt der Bildschirm des Neulings wieder nur in Full-HD dar. Huawei tut sich mit hohen Auflösungen schwer und hat im Vergleich zu anderen Herstellern recht lange gebraucht, bis erste Smartphones mit Full-HD-Display vorgestellt worden sind. Nun warten wir auf den Sprung hin zu QHD-Displays, der aber auch beim neuesten Modell auf sich warten lässt. Dennoch wirkt die Darstellung auch "nur" mit Full-HD kontrastreich und scharf, Farben werden natürlich wiedergegeben.

Huawei P9 im Hands-On: Kamera-Sensor von Leica für tolle Fotos
Huawei P9 mit Android 6.0 und EMUI 4.1
Dank des Kirin 955 und 3 GB Arbeitsspeicher bietet das Huawei P9 genügend Reserven, um auch Gaming-Fans Freude bereiten zu können. Das System läuft flüssig und Apps wurden bei unserem ersten Test verzögerungsfrei geöffnet. Der Prozessor ist ein Upgrade des Kirin 950, den wir vom Huawei Mate 8 kennen, das zu Beginn des Jahres vorgestellt wurde und im Test mit seiner flotten Leistung überzeugen konnte.

Der Chip wird im big.Little-Prinzip geschaltet und bietet ein Cluster aus vier Cortex-A72-Kernen mit bis zu 2,5 GHz und ein weiteres, stromsparendes Cluster aus vier Cortex-A53-Kernen mit bis zu 1,8 GHz. Vor allem die A72-Kerne aus der Schmiede von ARM sind für ihre hohe Performance bei niedrigerer Leistungs­aufnahme bekannt. Für welche Performance der Kirin 955 im Huawei P9 allerdings im Detail sorgt, muss der ausführliche Test zeigen.

Ebenfalls nur theoretisch bewerten können wir die Bereiche Internet und Akku. Das Huawei P9 deckt mit UMTS/HSPA+ (bis zu 42 MBit/s) und LTE Cat.6 mit bis zu 300 MBit/s im Downstream die wichtigsten Mobilfunk-Verbindungen ab. Auch WLAN a/b/g/n/ac im 2,4-GHz- und im 5-GHz-Frequenz­band werden unterstützt. Der fest eingebaute Akku bietet eine Kapazität von 3000 mAh - wir hoffen somit auf eine lange Laufzeit. Stromsparmodi sind vorhanden. Das Laden der Batterie sowie die Verbindung des Huawei P9 mit einem PC erfolgt über den USB-C-Port. Auch Fast Charging wird unterstützt. Im Gegensatz zu microUSB hat USB C den Vorteil, dass der Stecker beidseitig in den Slot gesteckt werden kann.

Marshmallow und Fingerabdrucksensor

Huawei P9 im Hands-On: Kamera-Sensor von Leica für tolle Fotos
Rückseite aus Aluminium mit Fingerabdrucksensor und Dual-Kamera
Ausgeliefert wird das neue Huawei-Smartphone mit Android 6.0.1 Marshmallow sowie EMUI 4.1. Nutzer können somit die Zugriffsrechte jeder App verwalten. Der Huawei-eigene Browser wurde bei der neuen Android-Version eingespart - gesurft wird ab Werk via Chrome. Bloatware gibt es in Form von Programmen wie Booking.com, Facebook, EyeEn und News Republic, zudem hat der Hersteller einige eigene Apps vorinstalliert. Von dem 32 GB fassenden internen Speicher bleiben dem Nutzer noch 23 GB zur freien Verfügung. Der Rest ist dem System vorbehalten. Allerdings lässt sich der Speicher mittels microSD-Karte um zusätzlich bis zu 128 GB erweitern.

Erstmals besitzt ein Gerät der P-Serie von Huawei einen Fingerabdrucksensor. Dieser ist wie bei den Mate-Modellen und den Geräten von Honor auf der Rückseite positioniert. Dadurch lässt sich das Huawei P9 beispielsweise mit dem Zeigefinger entsperren, während das Smartphone in der Hand gehalten wird. Die Einrichtung gelingt sehr viel zügiger als bei älteren Modellen - nur etwa viermal muss der Finger auf den Sensor gelegt werden, bevor er gescannt ist.

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Huawei P9 kommt mit USB C

Erstes Fazit des Huawei-P9-Hands-Ons

Mit dem Huawei P9 hat der Hersteller ein Gerät vorgestellt, das sich nahtlos in die P-Reihe, Huaweis Design-Serie, integriert. Auch beim Vorgänger Huawei P8 stand die Kamera im Fokus - beim neuen Modell geht Huawei mit der Dual-Kamera aber noch einen Schritt weiter. Auch die Zusammen­arbeit mit Leica ist vielver­sprechend und zeigte sich im ersten Test durch viele individuell einstellbare Foto-Funktionen. Ein leistungs­starker Prozessor und der schnelle Internetzugang runden das Gesamtpaket ab. Das Huawei P9 verspricht auf dem Datenblatt viel und kann seine Versprechen auf den ersten Blick auch halten. Mit 569 Euro ist das Gerät allerdings nicht ganz billig.

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