Kamerawunder

Huawei P30 Pro: Das Kamerawunder im Test

Huaweis neues Flaggschiff P30 Pro gilt als Kamerawunder. Doch was kann das Gerät wirklich? Der Test.
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Die Kamera ist das Herzstück des P30 Pro. Oder sagen wir lieber die Kameras, denn die Hauptkamera des P30 Pro hat drei verschiedene Optiken: eine mit Weitwinkel (27 mm), ein Ultraweitwinkel (18 mm) und ein Tele mit 125 mm (alles Kleinbildäquivalente). Daneben gibt es noch einen LED-Blitz und einen Tiefensensor, eine sogenannte Time of Flight-Kamera.

Huawei hat es geschafft, den Kamerabuckel relativ klein zu halten, trotz des Teleobjektivs. Dieses hat Huawei nämlich liegend verbaut, das Licht gelangt über ein Prisma auf die Linsen und den dahinter liegenden Sensor. Ein optischer Stabilisator hilft gegen Verwacklungen. Der arbeitet sehr effektiv: Auch wer eher nur eilige Schnappschüsse schießt, braucht unscharfe Bilder nicht zu fürchten.

Umgeleitet: Die Telekamera (unten) bekommt ihr Bild über ein Prisma.
Umgeleitet: Die Telekamera (unten) bekommt ihr Bild über ein Prisma.
Die effektive Brennweite des Objektivs hat uns aber nicht so gut gefallen. Für Porträts würden wir eine kleinere Brennweite um die 80 mm bevorzugen, für die Tierfotografie wäre eine noch größere Brennweite ideal. Zumindest diese kann man sich aber auch beim P30 Pro zusammenbasteln. Eine Kombination aus digitalem und optischem Zoom lässt die Brennweite auf den Faktor 10 anschwellen. Wie beim Einsatz von digitalen Zooms üblich, gehen dabei aber viele Details verloren, die Aufnahmen wirken leicht unscharf. Solange die Bilder nicht stark vergrößert werden, sind die Ergebnisse aber immer noch sehr ansehnlich. Deutlich besser jedenfalls, als das, was die Konkurrenz zusammenbringt.

Gelb statt grün

Auch bei der Hauptkamera geht Huawei neue Wege. Statt des sonst üblichen Grünfilters setzen die Chinesen einen Gelbfilter ein, der mehr Licht durchlassen soll. Das nennt Huawei dann einen Superspektrum-Sensor. Diese kleine Änderung hatte zwar die komplette Neukonstruktion der Kamera zu Folge, bringt aber dafür sichtbar bessere Nachtergebnisse. Aber auch bei Tag hellt die neue Sensortechnik dunkle Bildteile deutlich auf.

Unter Laborbedingungen liefern die Kameras des P30 Pro hervorragende Ergebnisse. Unter guten Lichtbedingungen zeigen die Aufnahmen auch kleinste Details, Farbrauschen ist praktisch nicht sichtbar. Einziger Kritikpunkt: Die Elektronik softet die Kanten ab.

Für Aufnahmen im Dunklen bietet Huawei einen speziellen Nachtmodus, den man beim P30 Pro auch ohne Stativ nutzen kann. Allerdings: So richtig überzeugen kann er uns nicht. Wer genau hinsieht, erkennt ein deutliches Farbrauschen, Farbflächen bluten an den Rändern aus und es gibt auch das eine oder andere Artefakt zu sehen. Besser ist es, die Kamera ganz einfach normal zu nutzen. Die Kontraste sind weicher, die Farbwiedergabe ist natürlicher und weniger verrauscht. Kurz: Bessere Ergebnisse mit weniger Aufwand.

Die Testfotos der Hauptkamera haben für Sie im Original angehängt, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.

Einen guten Job erledigt auch die Frontkamera. Sie löst Details sehr gut auf und bietet auch eine natürliche und zurückhaltende Wiedergabe von Farben. Das gilt auch noch, wenn die Porträts im Schummerlicht, etwa in einem Club, aufgenommen werden. Die Fotos wirken dann zwar nicht ganz so lebhaft, wie bei gutem Licht, insgesamt sind sie aber noch sehr sehenswert.

KI mit Fingerspitzengefühl

Das Huawei P30 Pro ist als Fotohandy positioniert, weswegen Aufnahmen auch im RAW-Format abgespeichert werden können. Allerdings nur die von der Hauptkamera und nur im Pro-Modus. Wer möchte, kann aber auch die KI des P30 Pro nutzen, um die Bilder aufzuhübschen. Dabei geht sie durchaus subtil zu Werke. Die Farben leuchten, ohne dabei übertrieben knallig zu wirken.

Manchmal greift die Automatik aber auch daneben. Bei Teilen unserer Testfotos stimmt der Farbabgleich überhaupt nicht mehr. Ein grauer Ikea-Sessel wird blau, eine lindgrüne Tischdecke grau. Und aus hellem Nadelholz wird plötzlich dunkles Eichenholz. Auch mit Gegenlicht kommt die Kamera bisweilen nur schlecht zurecht. Farben saufen ab, Kanten werden überstrahlt.

Eine wirklich herausragende Funktion ist der Super-Makro: Er erlaubt es, an Objekte wie Blumen so nah wie nie zuvor heranzugehen und Details aufzunehmen, die bisher für Smartphone-Kameras verborgen waren. Dabei steuert die KI auch die Tiefenschärfe und softet den Hintergrund ab.

Die Super-Makro-Funktion liefert beeindruckende Resultate.
Die Super-Makro-Funktion liefert beeindruckende Resultate.

Videokamera mit gemischten Ergebnissen

Die Videokamera eine Vielzahl von Auflösungseinstellungen: von 720p HD bis hin zu 4K UHD ist fast alles möglich. Schade nur: In 4K kann sie lediglich mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

Im Test hinterließ die Kamera einen durchwachsenen Eindruck. In dunklen Umgebungen bei wenig Licht zerfällt das Bild schnell in Klötzchen. Bei wechselnden Lichtverhältnissen dauert es lange, bis die Kamera wieder die richtige Einstellung gefunden hat, Schwenks gelingen unter diesen Bedingungen nur selten.

Auch beim Videodreh lassen sich die beiden Teleeinstellungen auswählen. Allerdings ist davon abzuraten. Weil offenbar der Bildstabilisator abgeschaltet ist, wackelt das Bild ziemlich. Zudem „springen“ die Motive bisweilen im Bild. Ohne Stativ geht hier nichts.

Bei gutem Licht hingegen sehen die Aufnahmen hervorragend aus. Auch der Ton kann überzeugen. Potenzielle Videofilmer sollten aber darauf achten, die Mikrofonöffnungen nicht zuzuhalten, was relativ leicht passieren kann.

Sehr nette Idee: die Funktion „unscharfer Hintergrund“. Die Kamera stellt auf ein Motiv im Vordergrund scharf und softet den Hintergrund ab. Das sieht ziemlich professionell aus, vor allem weil die Funktion bei einem Schwenk automatisch das nächste Objekt ins Visier nimmt und dieses aus der Umgebung herauslöst.

Die Bedienung der Kamera ist trotz des großen Funktionsumfangs einfach. Die Grundeinstellungen werden über eine Art virtuelles Scrollrad vorgenommen, für die Sonderfunktionen werden Buttons eingeblendet. Der Wechsel von einer Kamera zur anderen erfolgt per Tipp auf einen Schaltpunkt. Wer möchte, kann die Foto-Kamera auch per Sprachbefehl auslösen.

Fazit

Das Huawei P30 Pro ist kein sehr billiges Gerät, aber ein sehr gutes. Es ist hervorragend verarbeitet, hat ein sehr gutes Display und auch sonst praktisch alles, was gut und teuer ist. So richtig nervig sind nur die runden Kanten. Das P30 fordert Fehlbedienungen geradezu heraus.

Das wirkliche Highlight ist die Kamera. Auch wenn es noch die eine oder andere Schraube gibt, die man nachjustieren könnte: Es gibt keine Smartphone-Kamera, die so flexibel ist, wie die des Huawei P30 Pro. Von Makroaufnahmen bis hin zu Teleshots ist mit ihr praktisch alles zu machen. Die Ergebnisse sind dabei so gut, dass sie sich als echte „Immer-dabei“-Kamera empfiehlt.


teltarif.de

Gesamtwertung von teltarif.de
Huawei P30 Pro

PRO
  • Hochwertige und vielseitige Quadkamera
  • Exquisite Verarbeitung und Ausstattung
  • Gute Performance
CONTRA
  • Design macht Handhabung unnötig schwierig
  • Keine Headset-Buchse
  • Hoher Preis
Testzeitpunkt:
04/2019
Huawei P30 Pro
Testurteil
gut (1,5)
Preis/Leistung: 2,3
Bewertung aktuell: 1,8
Einzelwertung
Datenblatt
Erklärung Testverfahren
Testsiegel downloaden
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Einzelwertung Huawei P30 Pro

Gesamtwertung
gut (1,5)
90 %
Preis/Leistung
2,3
  • Gehäuse / Verarbeitung 10/10
    • Material 10/10
    • Haptik 10/10
    • Verarbeitung Gehäuse 10/10
  • Display 9/10
    • Touchscreen 10/10
    • Helligkeit 10/10
    • Pixeldichte 5/10
    • Blickwinkelstabilität 9/10
    • Farbechtheit (DeltaE) 8/10
    • Kontrast 10/10
  • Leistung 9/10
    • RAM 10/10
    • Benchmark 3DMark 9/10
    • Benchmark Geekbench 9/10
    • Benchmark Geekbench Single -
    • Benchmark Geekbench Multi -
    • Benchmark Browsertest 10/10
    • Benchmark Antutu -
  • Software 10/10
    • Aktualität 10/10
    • Vorinstallierte Apps 8/10
  • Internet 10/10
    • WLAN 10/10
    • LTE 10/10
    • LTE Geschwindigkeit 10/10
    • 3G 10/10
    • Empfangsqualität 9/10
    • Dual-SIM -
  • Telefonie 9/10
    • Sprachqualität 9/10
    • Lautstärke 8/10
    • Lautsprecher (Freisprechen) 9/10
  • Schnittstellen / Sensoren 9/10
    • USB-Standard 10/10
    • NFC 10/10
    • Navigation 10/10
    • Bluetooth 10/10
    • Kopfhörerbuchse 6/10
    • Video-Out 10/10
    • Fingerabdruckscanner 10/10
    • Iris-Scanner 0/10
    • Gesichtserkennung -
  • Speicher 7/10
    • Größe 8/10
    • SD-Slot vorhanden 5/10
  • Akku 10/10
    • Laufzeit (Benchmark) 10/10
    • Wechselbar 0/10
    • Induktion 10/10
    • Schnellladen 10/10
  • Kamera 8/10
    • Hauptkamera
    • Bildqualität hell 9/10
    • Bildqualität dunkel 8/10
    • Bildstabilisator 10/10
    • Blende 0/10
    • Frontkamera
    • Bildqualität hell 9/10
    • Bildqualität dunkel 8/10
    • Kameraanzahl -
    • Video 7/10
    • Handling 9/10
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