Kamerawunder

Huawei P30 Pro: Das Kamerawunder im Test

Huaweis neues Flaggschiff P30 Pro gilt als Kamerawunder. Doch was kann das Gerät wirklich? Der Test.
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Huawei verwendet für seine Geräte das hauseigene EMUI. Android-Puristen werden vermutlich nicht wirklich damit zufrieden sein, wie die Chinesen die Nutzeroberfläche organisiert haben. Aber als Ausgleich gibt es die eine oder andere nützliche Zugabe, wie etwa die App-Twin-Funktion, mit der sich beispielsweise für Facebook ein zweiter Client für eine zweite Identität einrichten lässt oder auch die Gestensteuerung.

Auch bei den Apps werden ein paar nette Tools mitgeliefert, wie etwa ein Kompass oder der Desktop-Modus. Warum aber neben dem obligatorischen Chrome auch noch ein Huawei-Browser mit dabei ist, der sich zudem nicht löschen lässt, das wissen nur die Chinesen. Brauchen tut das jedenfalls keiner, es gibt deutlich bessere Alternativen im Play Store.

Das Entsperren des Huawei ist einfach. Die Gesichtserkennung funktioniert unter normalen Umständen ordentlich und kann Gesichter auch mit Brille erkennen. Der Fingerabdrucksensor auf Kamera-Basis lässt sich zwar erstmal nur mühsam einmessen, danach erkennt er den Abdruck aber sehr sicher. Auch ohne viel Herumdrücken auf der Sensorfläche.

Performance

Als Prozessor verbaut Huawei den selbst entwickelten Octa-Core-Chip Kirin 980, der auf 8 GB Arbeitsspeicher zurückgreifen kann. Er liegt leistungsmäßig ein wenig über dem Snapdragon 845. Im Geekbench erreicht das neue Huawei 9885 Punkte, im Multicore und 3293 Punkte im Single Core. Das sind fast identische Werte, wie beim Mate 20 Pro und beim Honor View 20, die beide mit dem gleichen Prozessor arbeiten. Zum Vergleich: Das Google Pixel 3 mit Snapdragon 845 kommt auf 2360 beziehungsweise 8177 Punkte.

Der Prozessor verrichtet seinen Job erstklassig: Die Bedienung des P30 Pro ist extrem flüssig. Wir haben eine Runde PUBG Mobile gezockt, ohne den Prozessor damit aus der Ruhe bringen zu können. Auch nach längerem Spielen gab es keinen Einbruch in der Performance.

Das P30 Pro ist Dual-SIM fähig.
Das P30 Pro ist Dual-SIM fähig. Alternativ kann eine hauseigene Nano Memory Card eingesetzt werden.
Als Gerätespeicher stehen wahlweise 128 GB oder 256 GB zur Verfügung, die mit einer externen Speicherkarte erweitert werden können. Das funktioniert aber leider nur mit den von Huawei entwickelten NanoMemory-Karten.

Akku

Bei Stromspeicher zeigt sich Huawei spendabel. Der Akku hat eine Kapazität von 4200 mAh. Er lässt sich mit dem beiliegenden 40-Watt-Netzteil in knapp unter einer Stunde wieder aufladen. Wer eine Qi-kompatible Wireless-Ladestation sein Eigen nennt, kann das P30 Pro auch kontaktlos mit Energie versorgen. Hier beträgt die maximale Ladeleistung 15 Watt. Das Pro kann zudem auch andere Geräte wie Kopfhörer oder Smartwatches drahtlos laden (reverse charging). Allerdings ist die Ladeleistung mit 2,5 Watt gering.

Die hohe Kapazität des Akkus scheint nötig zu sein. In unserem standardisierten Test hielt das P30 Pro 9 Stunden und 40 Minuten durch. Das ist gut, aber keine Top-Leistung. Sie genügt aber, um das Smartphone über den Arbeitstag zu bringen und auch noch für den nächsten Vormittag Reserven übrig zu behalten. Wer sparsam mit den Vorräten umgeht, kommt auch noch wesentlich länger damit aus.

Konnektivität

Ein durchaus nicht ganz unwichtiger Faktor für Smartphones ist die Connectivity. Hier lässt das Huawei nichts anbrennen. LTE, WLAN ac, Bluetooth 5.0 und NFC – alles mit dabei. Ein bisschen Retro: Das P30 Pro hat auch ein Infrarot-Modul eingebaut. Es kann dazu verwendet werden, um aus dem Smartphone eine Fernbedienung für Fernseher oder Set-Top Box zu machen. Zudem ist das Smartphone auch für WLAN-Call und VoLTE vorbereitet. Bei unserem Test im Netz des österreichischen Netzbetreibers 3 funktionierte das vollkommen problemlos. Was allerdings fehlt, ist die 3,5 mm-Klinkenbuchse.

Klang

Das Huawei P30 Pro hat für das Telefonieren keinen konventionellen Lautsprecher mehr eingebaut. Stattdessen werden die Schallwellen über das Display weitergeleitet. Das funktioniert überraschend gut. Auch wenn manche Anrufer ein wenig blechern klingen, ist die Verständlichkeit sehr gut. Das gilt auch für den Freisprecher.

Leider hat das P30 Pro nur einen Mono-Lautsprecher.
Leider hat das P30 Pro nur einen Mono-Lautsprecher.
Die Musik- und Ton-Wiedergabe über den eingebauten Lautsprecher hingegen kann nicht ganz überzeugen. Sie klingt nicht schlecht, leidet aber deutlich unter der Mono-Wiedergabe. Dafür kann der Sound auf einem Hi-Fi-Kopfhörer voll überzeugen. Es macht Spaß, mit dem P30 Pro qualitativ hochwertige Musik zu hören. Das funktioniert auch über einen Bluetooth-Adapter hervorragend.

Auf der nächsten Seite gehen wir ausführlich auf die Kameras ein und ziehen ein Fazit.

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