Gefälschte Handy-Bilder

DSLR statt Handy: Kamera-Samples des Nova 3 sind getürkt

Die Kamera ist für viele Menschen eines der wichtigsten Kriterien beim Smartphone-Kauf. Umso ärgerlicher, wenn ein Hersteller wie Huawei Aufnahmen einer Spiegelreflexkamera als Beispielfotos der Handy-Cam deklariert.
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Huawei hat in den letzten Jahren einige Sympathien aufgrund seiner gelungenen Smartphones erhalten, doch mit einem wiederholten Betrugsversuch im Marketing stellt der Konzern das Vertrauen seiner Fans auf die Probe. In einer aktuellen Werbekampagne demonstriert das chinesische Unternehmen die Fotografie-Fähigkeiten des Nova 3. Doch anhand einer Aufnahme der involvierten Schauspielerin kam heraus, dass die gezeigten Bilder gar nicht von der Kamera des Smartphones, sondern von einer professionellen Spiegelreflexkamera stammen. Huawei leistete sich zuvor bereits ähnliche Mogeleien.

Nova 3 Werbespot: DSLR anstatt Handy

Interessant: Huawei macht Selfies ohne Smartphone
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Das kommende Mittelklasse-Smartphone Nova 3 hat eigentlich eine vorzeigbare Kamera-Ausstattung. Die Hauptkameras setzen sich aus einem farbigen sowie einem monochromen Sensor mit 16 und 24 Megapixel (beide Blende f/1.8) zusammen. Selfies werden ebenfalls mit einem dualen Setup (24 + 2 Megapixel) geschossen. Dennoch scheint der Hersteller die Resultate der Knipsen nicht ausreichend genug für seine Reklame zu finden. Huawei greift deshalb zu einem weniger charmanten Trick. Sarah Elshamy, Schauspielerin im ägyptischen YouTube-Webespot des Mobilgeräts, veröffentlichte einige Bilder der Ereignisse hinter den Kulissen. Dort wird gezeigt, wie ihr Schauspielkollege mit ausgestreckter Hand ein imaginäres Smartphone hält. Vor den Protagonisten ist ein Fotograf mit einer Spiegelreflexkamera erkennbar. Somit wird schnell klar: die Aufnahmen stammen nicht vom Nova 3, sondern von einer DSLR.

Huawei als Wiederholungstäter

Unschöne Trickserei bei der Nova-3-WerbungUnschöne Trickserei bei der Nova-3-Werbung Eine ähnliche Masche zog der Hersteller bereits im Frühling 2016 durch, als das Huawei P9 beworben wurde. Der Konzern ließ wenig Vorsicht bei der Veröffentlichung der damaligen Kamera-Samples walten, weshalb die vollständigen Exif-Informationen vorhanden waren. Ein Blick auf diese Details reichte aus, um eine 4500 US-Dollar teure Spiegelreflexkamera als Urheber der Bilder zu identifizieren. Außerdem macht Android Police darauf aufmerksam, dass die Ränder des Huawei P8 anno 2015 eine Schlankheitskur durch Photoshop erfuhren. Die verräterischen Fotos des aktuellen Fauxpas hat Sarah Elshamy zwar wieder gelöscht, was aber dem Internet ziemlich egal ist.

Wir wollen Huawei hier aber nicht allein an den Pranger stellen. Uns ist durchaus bewusst, dass ein Großteil der Hersteller ähnlich verfahren dürfte. Dennoch wäre ein entsprechender Hinweis bei solchem Bildmaterial fairer gegenüber den Verbrauchern.

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