Multimedia-Tablet

Huawei Mediapad T2 10.0 Pro LTE: Sound-Wunder im Test

Im Test des Huawei Mediapad T2 10.0 Pro LTE prüfen wir, ob der Hersteller das Versprechen hält, Display und Sound verbessert zu haben. Außerdem wollen wir wissen, für wie viele Filme der Akku durchhält.
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Huawei Mediapad T2 10.0 Pro LTE mit Verpackung und Zubehör
Huawei Mediapad T2 10.0 Pro LTE mit Verpackung und Zubehör
Im Mai hat Huawei das Mediapad T2 10.0 Pro vorgestellt, das es sowohl in einer WLAN-only- als auch in einer LTE-Variante gibt. Das Gerät ist mittlerweile in Deutschland angekommen und wird auch von Händlern und Providern mit mobilen Daten-Tarifen kombiniert verkauft, zum Teil schon für einen Zuzahlungspreis von 1 Euro bei einem 24-Monats-Vertrag. Ohne Vertrag kostet das Tablet im freien Handel rund 240 Euro in der WLAN- und 280 Euro in der LTE-Variante.

Damit ist das Huawei Mediapad T2 10.0 Pro ein solides 10-Zoll-Mittelklasse-Tablet, zu dem der Hersteller diverse Versprechungen abgegeben hat. Das Display soll besser sein als bei früheren Modellen, und dank zweier Lautsprecher soll der Sound bei der Musik- und Filmwiedergabe mehr Räumlichkeit aufweisen. Im Test wollten wir herausfinden, ob Huawei diese Versprechungen einhalten kann und ob der Nutzer bei diesem Preis gegebenenfalls Einbußen an anderer Stelle hinnehmen muss. Unter die Lupe genommen haben wir ein schwarzes LTE-Modell, das wir zu einem Vertrag erhalten haben - das Tablet ist alternativ auch in der Farbe Weiß zu haben.

Tablet-Ausstattung und Update-Problematik

Geliefert wird das Huawei Mediapad T2 10.0 Pro LTE in einer stabilen und himmelblauen Kartonverpackung. Der Lieferumfang ist nicht besonders spektakulär: Außer dem Tablet befinden sich ein Micro-USB-Kabel sowie ein Steckernetzteil in Weiß sowie eine Kurzanleitung in der Packung - das wars. Ohrhörer oder Adapterkabel hat Huawei dem Gerät nicht beigelegt.

Detail der himmelblauen Verpackung
Detail der himmelblauen Verpackung
Die technischen Spezifikationen sind für den Preis mehr als in Ordnung: Das 10,1-IPS-Display hat eine Auflösung von 1920 mal 1200 Pixel mit einer Pixeldichte von 224 ppi. 16 Millionen Farben werden mit einem maximalen Kontrast von 800:1 dargestellt. Der Snapdragon 615 ist ein 64-Bit-fähiger SoC mit acht Kernen, von denen jeweils vier mit 1,2 GHz und vier mit 1,5 GHz takten. In Deutschland wird das Tablet momentan nur mit 2 GB RAM und 16 GB Flash-Speicher angeboten, für andere Märkte ist aber auch eine Premium-Edition mit 3 GB RAM und 32 GB Speicher vorgesehen. Außerdem lässt sich der Festspeicher mittels microSD-Karte um zusätzlich bis zu 128 GB erweitern.

Bislang plant Huawei kein Marshmallow-Update
Bislang plant Huawei kein Marshmallow-Update
Systemseitig ist das Tablet allerdings nicht auf dem neuesten Stand, denn es kommt mit Android 5.1.1 Lollipop und der Huawei-Oberfläche EMUI 3.1. Ob es jemals ein Update auf Android 6 Marshmallow oder EMUI 4 geben wird, ist unklar - wir haben aber an zwei verschiedenen Stellen nachgefragt. Die Pressestelle von Huawei schrieb uns:

Wir haben aktuell noch keine Infos zu Updates, sagen aber gerne Bescheid, sobald wir was wissen.

Der offizielle After-Sales-Support von Huawei teilte uns mit:

Uns ist zur Zeit noch nicht bekannt, ob bzw. wann Ihr Gerät das von Ihnen gewünschte Android-Update erhalten wird. Sobald eine nächste Android-Version für Ihr Handy bereitgestellt werden sollte, wird Ihr Gerät das Update automatisch über OTA erhalten. Bitte keine Update-Dateien aus dem Internet herunterladen! Diese sind, wie die Geräte selbst, länderspezifisch. Beispielsweise könnte ein asiatisches Betriebssystem einer europäischen Software Schäden zufügen.
Die Rückseite des Tablets lässt sich eindrücken
Die Rückseite des Tablets lässt sich eindrücken

Verarbeitung, Display, Anschlüsse, System und Apps

Mit der Verarbeitung des Huawei Mediapad T2 10.0 Pro LTE sind wir im Großen und Ganzen, aber nicht komplett zufrieden. Das Display macht einen sehr stabilen Eindruck, allerdings ist es anfällig für Fingerabdrücke. Interessanterweise ist das Display nicht in das Tablet-Gehäuse eingelassen, sondern steht über das Gehäuse heraus. Um das Display herum verläuft ein schwarz glänzender Ring, der das Display hält. Einen physischen Homebutton gibt es nicht, die drei Android-Steuerungstasten liegen im sichtbaren Bereich des Displays über dem Hintergrundbild, es gibt also keinen störenden schwarzen Rand.

Das Display hat übrigens für diese Preisklasse nach unserem Geschmack eine sehr gute und detailreiche Darstellung, auch Farben sehen natürlich aus. Die höchste Helligkeitseinstellung benötigt man nur an Sommertagen, ansonsten ist das Display auch bei reduzierter Helligkeitseinstellung gut ablesbar.

Slots für microSD und Nano-SIM unter einer Klappe
Slots für microSD und Nano-SIM unter einer Klappe
Nicht wirklich stabil ist allerdings das Tablet-Gehäuse: Man kann das Tablet zwar nicht als Ganzes biegen, doch wenn man auf die Rückseite drückt, gibt das Plastik merklich nach. Kameramodul und LED-Blitz sind im Gehäuse versenkt und stehen nicht darüber hinaus. Von der Haptik her gefällt uns das Kunststoffgehäuse aber: Es liegt gut in der Hand und hat ist nicht zu rutschig.

Hält man das Tablet waagrecht, befinden sich an der rechten Schmalseite ein Lautsprecher, das Mikrofon und die Micro-USB-Buchse, links sind der zweite Lautsprecher und die Audio-Klinkenbuchse eingelassen. An der oberen Schmalseite befinden sich Powerbutton, Lautstärkewippe und eine Klappe, die die Slots für microSD-Speicherkarte und Nano-SIM überdeckt. Diese Klappe hängt nur an einem "seidenen Faden", hier sollte der Nutzer etwas aufmerksam sein, dass er diese nicht abreißt.

Lautsprecher, Klinkenbuchse, Kamera und Blitz
Lautsprecher, Klinkenbuchse, Kamera und Blitz
Android Lollipop läuft auf dem Mediapad T2 10.0 Pro LTE mit ordentlicher Geschwindigkeit, in unserem Test genehmigte es sich zum Teil beim Antippen einer Funktion aber auch kurze Gedenksekunden, bis die entsprechende Funktion startete. Beim Wischen konnten wir keinerlei Verzögerungen feststellen. Die EMUI-3.1-Oberfläche sieht auf dem Tablet schlicht und funktional aus. Ein spezielles App-Menü gibt es nicht, alle Apps liegen auf den Homescreens. Dort können sie auch in Ordnern gruppiert werden. Ärgerlich bleibt weiterhin, dass bei EMUI die Apps nicht mit einem Fingertipp alphabetisch sortiert werden könen, das ist eine wichtige Grundfunktion.

Anprangern müssen wir beim Mediapad T2 10.0 Pro LTE darüber hinaus, dass Huawei den ohnehin nicht übermäßig großen Speicher mit zahlreichen Werbe-Apps vollgemüllt hat. Von den 16 GB sind nur 10,5 GB nutzbar. Am sinnvollsten war von den vorinstallierten Apps vielleicht noch das WPS Office. Direkt gelöscht haben wir allerdings die Apps 100 Prozent Gratis-Spiele, Asphalt O, Booking.com Hotels, Clean Master, Facebook, News Republic, Shazam und Twitter. Dann konnten wir immerhin 8,71 GB nutzen - nur knapp die Hälfte des nominellen Speichers.

Speicher-Nutzung
Vom nominellen Speicher ist nur etwas mehr als die Hälfte tatsächlich nutzbar

Leistung, Kamera, Sound, Internet und Akku-Kapazität

Abgesehen von dem schon erwähnten manchmal etwas gemächlichen Start von Anwendungen und Funktionen arbeitet das Huawei Mediapad T2 10.0 Pro LTE mit ordentlicher Geschwindigkeit. Bei der Wiedergabe von Musik oder Videos konnten wir keine Verzögerungen feststellen, alles lief ruckelfrei. Die Grafikeinheit des Snapdragon 615 ist allerdings nicht für aufwändige Spiele geeignet, wie die Benchmark-Tests zeigen. In allen Tests ist der CPU-Score ordentlich, während es bei den GPU-Scores Einbrüche gibt. Das konnten wir im Test auch ganz klar mit bloßem Auge erkennen: Bei wirklich aufwändigen Grafik-Effekten sank die Bildrate zum Teil unter 20 fps und es ruckelte. Casual-Games laufen aber problemlos.

Der Homescreen unter Androd Lollipop
Der Homescreen unter Androd Lollipop
Bei der 8-Megapixel-Hauptkamera hat sich Huawei nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wobei man natürlich immer fragen muss, ob ein Tablet wirklich das optimale Gerät zum Fotografieren ist. Die Fotos der Hauptkamera lieferten meist stumpfe, nicht naturgetreue Farbe und es zeigten sich Verwaschungen zwischen den Farben. Ein spezielles Problem hat die Kamera bei Gegenlicht- oder Streulicht-Aufnahmen: Hier erscheinen weiße Stellen stets milchig-weiß verwaschen.

Boden gut machen kann das Huawei-Tablet aber tatsächlich beim Sound: Huawei hat sein Versprechen gehalten und spendierte dem Gerät zwei leistungsfähige Lautsprecher, die zusammen einen ganz erstaunlich räumlichen Sound erzeugen, was vor allem bei Rock- und Popmusik sowie bei der Filmwiedergabe Spaß macht. Bei klassischer Musik fehlt etwas die Klangschönheit - doch für ein Tablet in dieser Preisklasse ist der Sound erstaunlich brillant.

Testfoto der Kamera: Streulicht macht Probleme
Testfoto der Kamera: Streulicht macht Probleme
Im Test wechselte das Tablet mühelos und fix zwischen WLAN 802.11ac (2,4 und 5 GHz) sowie LTE Cat. 4, in beiden Netzen erzielten wir ordentliche Ping- und Downstream-Raten. Mit einem LTE-Vertrag der Telekom, der 50 MBit/s erlaubt, erzielten wir im Haus beispielsweise 44 MBit/s im Downstream. Der 6660-mAh-Akku lieferte ebenfalls eine ordentliche Leistung ab, in unserem Akku-Test hielt er bei ständig eingeschaltetem Display auf der höchsten Helligkeitsstufe bei einem Mix aus Office- und Multimedia-Anwendungen fünf Stunden und 51 Minuten durch - dies sollte also locker für zwei Kinofilme normaler Länge reichen.
EMUI 3.1: Kein App-Menü, aber Apps in Ordnern
EMUI 3.1: Kein App-Menü, aber Apps in Ordnern

Fazit: Gut geeignet für Musik und Video

PRO
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • toller Sound, gutes Display
  • unterstützt WLAN-ac und LTE
  • gut für Musik und Videos
CONTRA
  • Verarbeitung nur mittelmäßig
  • Apps und Funktionen starten gemächlich
  • schlechte Kamera
  • Android und Oberfläche nicht aktuell
Die Einzelnoten im Tablet-Test:
  • Technische Ausstattung: 2
  • Material / Verarbeitung: 3
  • Bedienung / Handling: 2
  • Betriebssystem / Apps: 3
  • Einschätzung des Redakteurs: 2
  • Gesamtnote: 2,4
Huawei löst beim Mediapad T2 10.0 Pro (LTE) das Versprechen ein, eine gute Bildqualität und mit zwei Lautsprechern einen räumlichen Sound zu liefern. Damit ist das Tablet ein klassisches Multimedia-Gerät für die Wiedergabe von Fotos, Musik und Filmen. Auch die Netzwerk-Konnektivität und der gute Akku unterstützen diesen Zweck. Abstriche machen muss der Kunde allerdings bei der Geschwindigkeit: Beim Aufrufen von Apps hakt es manchmal, die Verarbeitung des Tablets ist maximal Mittelklasse und die Kamera enttäuscht.
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