Netzausbau

Ausbau: Huawei zeigt, wie Netze besser werden können

Eigent­lich ist das nichts Neues: Wenn man Mobil­funk flächen­deckend hinbe­kommen will, braucht es viele Sender. Die werden inklu­sive Antenne immer kleiner.
Vom MBBF in Zürich berichtet
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Das Mobile BroadBand Forum, das derzeit in Zürich statt­findet, wird vom Netz­werk­ausrüster Huawei veran­staltet. In einer kompletten Messe­halle zeigen Huawei und Partner was man mit der Technik von Huawei alles anstellen kann und wohin die Reise im Mobil­funk geht. Wenn 5G ein Erfolg werden soll, müssen die Mobil­funk­netze viel dichter als je zuvor auf- und ausge­baut werden.

Huawei’s Partner in der Schweiz ist der Mobil­funk­anbieter Sunrise, der für sich in Anspruch nimmt „als erstes 5G-Netz in der Schweiz“ gestartet zu sein. Messe­besu­cher und Medi­enver­treter werden in Bussen durch die Stadt kutschiert, um sich anzu­schauen, wie moderner Netz­ausbau durch viele Sende­antennen heute aussehen kann und muss. Dabei liefert Huawei nicht nur die Technik, sondern hilft auch bei Planung und Aufbau des Netzes mit.

Jeder Licht­mast kann eine Basis­station sein

Dieser Lichtmast hält nicht nur die Uhr und die Oberleitung der Straßenbahn, sondern auch zwei 5G-Mobilfunk-Antennen
Dieser Lichtmast hält nicht nur die Uhr und die Oberleitung der Straßenbahn, sondern auch zwei 5G-Mobilfunk-Antennen
Ein Licht­mast vor dem Hallen­stadion, der auch die Ober­leitungen der Stra­ßenbahn sichert und mit einer großen Analog-Uhr versehen ist, wurde zum 5G-Sende­mast erwei­tert. Möglich machen das „Lamp Sites“, das sind Schuh­karton große Kisten, in denen eine komplette „Small Cell“-Mobil­funk­sende­station unter­gebracht ist. Die braucht noch Strom und eine Signal­leitung, typi­scher­weise per Glas­faser. Schon ist eine kleine Fläche ausrei­chend versorgt.

Nied­rige Grenz­werte - bessere Abde­ckung

Im Flughafen Beijing wurden 5000 Lamp Sites verbaut. Im noch nicht fertigen BER dürften es wesentlich weniger sein
Im Flughafen Beijing wurden 5000 Lamp Sites verbaut. Im noch nicht fertigen BER dürften es wesentlich weniger sein
In der Schweiz gibt es eine Beson­derheit: Die Strah­lungs­grenz­werte für Mobil­funk sind extrem niedrig. Das hat zur Folge, dass die Schweiz wesent­lich besser als andere Länder mit Mobil­funk ausge­baut ist, weil es einfach mehr Sender gibt. Der Start von 5G stößt in der Schweiz auf ein unge­wohntes Problem: Neue Sender können nur instal­liert und einge­schaltet werden, wenn alte Sender verschwinden, um die Strah­lungs­grenz­werte, die über alles betrachtet werden, nicht zu über­schreiten. Ergo ist man dazu über­gegangen, UMTS 2100 langsam verschwinden zu lassen und durch LTE/2100 oder 5G/2100 zu ersetzen. Auch das Ende von 2G steht unmit­telbar bevor.

5000 Lamp-Sites im Flug­hafen

Lamp-Sites sind wenig größer als ein Home-Router und enthalten Sender und Antenne. Sie sind für Indoor-Versorgung gedacht
Lamp-Sites sind wenig größer als ein Home-Router und enthalten Sender und Antenne. Sie sind für Indoor-Versorgung gedacht
Am Stand stellt Huawei seinen Beitrag zum neuen Flug­hafen in Beijing (China) vor, der in Rekord­zeit aufge­baut wurde. In Beijing wurden alleine 5000 Lamp-Sites verbaut. Die werden an die Decke geschraubt, um eine wirk­lich lücken­lose Mobil­funk­versor­gung zu erzielen.

Antennen und Verstärker werden immer kleiner

Moderne Antennen für Mobilfunk werden immer kleiner
Moderne Antennen für Mobilfunk werden immer kleiner
Beim Netz­ausbau mit klas­sischen Sende­masten tut sich auch einiges. Die Einheiten aus Antennen-Panel und Vorver­stär­kern (AAU Antenne Ampli­fier Unit) verschmelzen zu einem Element, das rund 30-40 Kilo­gramm wiegt. Die Anlagen sind dank „Single RAN“ für 2G, 3G, 4G und 5G nutzbar. Die Antennen könnten längst massive MiMo mit 64T64R, je 64 Mini­antennen für Senden (T) und Empfang (R), wenn das gewünscht ist. Diese Technik, so verspricht es Huawei, bringe nochmal einen deut­lichen Schub an Kapa­zität und Geschwin­digkeit.

Früher als erwartet startet Huawei mit dem Update der Mate-20-Serie. Das Update bringt nicht nur das brand­aktu­elle Android, sondern auch das neue EMUI 10. Mehr zu dem Thema lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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