Falten sind ok

Huawei Mate X: Faltbares Smartphone mit Dual-SIM und 5G

Im spanischen Barcelona hat der chinesische Elektronik-Riese Huawei eine Pressekonferenz abgehalten. Wir hatten einen exklusiven Einblick in die neuesten Entwicklungen des Konzerns.
Vom MWC aus Barcelona berichtet
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Ort: Spanien, Loca­tion: Italian Pavillon, Gast: Chine­si­scher Konzern. In Barce­lona mischen sich die Kulturen. Und selbst dabei zu sein, macht enormen Spaß. „Connec­ting The Future“ lautet Huaweis Motto, das sich überall auf riesigen Lein­wänden breit macht. Am Mitt­woch stellte Samsung neben der neuen Galaxy-S10-Reihe (Unboxing und Hands-on des Premium-S10+ lesen Sie bei uns) mit dem Galaxy Fold auch ein falt­bares Smart­phone vor. Tech­no­logie steht zwar immer unter dem Banner einer nie aufhö­renden Weiter­ent­wick­lung, im Teaser-Video vor dem offi­zi­ellen Unpa­cked-Event machten die Südko­reaner aber mit „The Future unfolds“ klar, dass es an der Zeit sei, einen Schritt weiter­zu­gehen: Falt­bares Smart­phone und 5G - oder beides. Und Samsung ist nicht der einzige Hersteller, der den Fokus in diese Rich­tung setzt. Die Paral­lelen zum Huawei-Event sind eindeutig. Mit dem Mate X hat Huawei eben­falls ein falt­bares Smart­phone vorge­stellt. Und das wirkt auf den ersten "Präsen­ta­tions-Blick" etwas ausge­reifter.

Don't touch me

Das ausgeklappte Mate X ist 8-Zoll-Screen
Das ausgeklappte Mate X ist 8-Zoll-Screen
So span­nend die Präsen­ta­tion des Huawei Mate X auch war, noch größer war die Hoff­nung, das Gerät anschlie­ßend genau­es­tens begut­achten zu können. Live zu sehen war es zwar, doch versteckte es sich hinter dicken Scheiben, an denen sich sämt­liche Medi­en­ver­treter und Gäste die Nasen platt drückten. Gut, da kann man da eben nichts gegen machen. Und seien wir mal ehrlich: Das schraubt die Erwar­tungen nur noch mehr in die Höhe. Huawei-CEO Richard Yu hat den Release für Mitte 2019 ange­setzt, voraus­sicht­lich ist ein Start also im Juni möglich. Der erste Eindruck ist defi­nitiv positiv. Das Gerät macht auf den ersten Blick einen ausge­reiften Eindruck. Zu mögli­chen Kinder­krank­heiten der ersten Genera­tion können wir natür­lich dennoch nichts sagen.
Die "drei Displays" des Mate X
Die "drei Displays" des Mate X
Huawei Mate X
Ist das Display zusam­men­ge­faltet, liegt die Diago­nale bei 6,6 Zoll. Das ist deut­lich mehr als beispiels­weise beim Galaxy Fold mit 4,6 Zoll. Mit weit über 6 Zoll auf der Front wirkt das Mate X auf den Bildern wie ein "rich­tiges" Handy und nicht wie ein Kompro­miss, der geschlossen werden muss, um ein falt­bares Smart­phone zu entwi­ckeln. Auch auf der Rück­seite entblößt sich einge­klappt ein sicht­barer Display­be­reich von 6,38 Zoll. Ausge­klappt werden mit 8 Zoll Tablet-Maße erreicht. Dabei wird eine ebene Fläche erzeugt, die "Notch-free" ist, sprich es gibt keine Einker­bung. Mehr Fläche ist schließ­lich der Grund­ge­danke der neuen Tech­no­logie und mit 5,4 mm dicke in ausge­klapptem Zustand ist das Mate X recht schmal. Zum Vergleich: Das aktu­elle iPad Pro ist 0,5 mm dicker.

Die Leica-Front­ka­mera sitzt im Gehäu­se­rahmen, der das Display "spaltet", quasi im Knick. Ist das Mate X zusam­men­ge­faltet, ist es für das Foto-Objekt mit "Mirror Shoo­ting" (über­setzt bedeutet das eins zu eins "Spiegel-Shoo­ting") möglich, sich auf dem rück­sei­tigen Screen zu sehen.

Zwei Akkus verschmelzen zu einem Strom­spei­cher mit einer Kapa­zität von 4500 mAh. Im Zuge der Vorstel­lung hat Huawei eine neue Lade­tech­no­logie präsen­tiert. Als das Huawei Mate 20(Pro) im Oktober 2018 vorge­stellt wurde, läutete Huawei mit Super­Charge 40 Watt bereits ein neues Level ein. Jetzt sind bis zu 55 Watt drin. Damit soll das Mate X laut Hersteller in 30 Minuten einen Lade­status von 85 Prozent errei­chen. Mit dem Adapter soll sich sogar ein Laptop, zum Beispiel ein eben­falls neu vorge­stelltes Mate­Book, mit bis zu 65 Watt aufladen lassen.

Hinter Glas: Das Mate X zusammengefaltet und im Tablet-Modus
Hinter Glas: Das Mate X zusammengefaltet und im Tablet-Modus
Wie auch in den Mate-20-Modellen oder auch Honors View 20 arbeitet das Mate X mit Huaweis aktu­ellem Kirin-980-Prozessor. Das Smart­phone wird es nur in der Farbe Inter­stellar Blue geben. Mit 8 GB Arbeits­spei­cher und 512 GB interner Spei­cher­ka­pa­zität wird das Mate X nach unver­bind­li­cher Preis­emp­feh­lung 2299 Euro kosten. Da müssen wir erstmal schlu­cken. Zudem ist es 5G-fähig. Im Gegen­satz zum Galaxy Fold verfügt das Mate X aber über eine Dual-SIM-Funk­tion, die paral­leles Betreiben von 5G/4G gestattet. Das 5G-Modem soll laut CEO Richard Yu den Down­load von 1 GB Film in drei Sekunden ermög­li­chen.
Ausgeklappt  oder ausgefaltet? Das Mate X
Ausgeklappt oder ausgefaltet? Das Mate X
Huawei hat gleich ein passendes Full-Protec­tion-Case vorge­stellt. Um das Smart­phone auszu­klappen, muss es aber heraus­ge­nommen werden.

Doch das war noch längst nicht alles, was Huawei auf dem MWC gezeigt hat: Huawei MateBook X Pro, MateBook 13 und MateBook 14.

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