Ausprobiert

Huawei Mate 20 Pro im Test: Galaxy S9 Plus mit Notch (Video)

Das Mate 20 Pro ist Huaweis neuestes Top-Modell. Es kann mit einer ausgezeichneten Gesamtperformance und einem tollen Display punkten. Was das Gerät noch alles kann und wo sich Kritik üben lässt, lesen Sie im ausführlichen Testbericht.
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Im Oktober hatte Huawei im Rahmen eines Live-Events in London mit dem Mate 20, dem Mate 20 X und dem Mate 20 Pro eine ganze Palette neuer Smartphone-Modelle vorgestellt. Wir haben das Pro-Modell mit 6,39-Zoll-Display und Android Pie ab Werk in unser Testlabor geschickt und dem Gerät sämtliche Werte entlockt. Ob sich der Kauf des rund 1000 Euro teuren Geräts lohnt, lesen Sie im ausführlichen Testbericht.

Info: Zum Test lag uns das Gerät in der Farbe Twilight vor. Weitere Farben sind Black und Midnight Blue. Mit Emerald Green gibt es das Pro-Modell in einer neuen Farbvariante. Twilight ist bereits vom Huawei P20 Pro bekannt.

Erster Eindruck: Haptik, Verarbeitung, Design und Display

Die Notch ist recht groß geraten. Nach manueller Deaktivierung sieht das Mate 20 Pro dem Galaxy S9 Plus sehr ähnlich.
Die Notch ist recht groß geraten. Nach manueller Deaktivierung sieht das Mate 20 Pro dem Galaxy S9 Plus sehr ähnlich.
Hätte das Samsung Galaxy S9 Plus eine Notch (Displayeinkerbung) würde es vermutlich aussehen wie ein Huawei Mate 20 Pro - und andersrum. Die Ähnlichkeit zwischen beiden Geräten ist nicht zu verkennen: Die abgerundeten Seitenränder der Displays, die schmalen Displayränder an den Seiten und der filigrane Rahmen an den beiden Seiten. Ohne Notch würde der ein oder andere Nutzer auf den ersten Blick womöglich keinen Unterschied zwischen dem Huawei Mate 20 Pro und dem Modell der Südkoreaner sehen. Beim ersten In-die-Hand-nehmen wird der Eindruck durch das lang gezogene 6,39 Zoll-OLED-Display (Diagonale 16,2 cm) noch verstärkt. Noch eine Parallele: Das Huawei Mate 20 Pro liegt genauso rutschig in der Hand. Auch wenn das schöne Gefühl, ein Full-View-Display in der Hand zu haben, ein wenig schwindet, wird dringend eine Schutzhülle empfohlen, damit das teure Gerät nicht versehentlich aus der Hand gleitet. Mit einem Gewicht von 189 Gramm liegt das Gerät sehr angenehm in der Hand und ist exakt so leicht wie das Galaxy S9 Plus. Das Huawei Mate 20 Pro verfügt über eine IP-68 Zertifizierung und ist damit gegen das Untertauchen in einer Wassertiefe von 1,5 Meter (maximal eine halbe Stunde) geschützt.

Die Kamera auf der Rückseite ist schön flach und steht nur minimal aus dem Gehäuse heraus. Die mittige Platzierung sorgt zudem dafür, dass sich das Smartphone auch auf einer ebenen Fläche liegend, bedienen lässt, ohne dass es stark hin- und herwippt.

Das Display liefert aus allen dargestellten Blickwinkeln eine gute Stabilität.
Das Display liefert aus allen dargestellten Blickwinkeln eine gute Stabilität.
Fotos anschauen und Videos streamen macht auf dem Display mit einer Auflösung von 3120 x 1440 Pixel (WQHD+, 538 ppi) viel Spaß. Die Notch lässt sich per benutzerdefinierter Einstellung verbergen, sodass individuell festgelegt werden kann, dass die Kerbe nicht in den Videoinhalt hineinragt. Mit ausgestellter Notch wirkt das Huawei Mate 20 Pro vorderseitig erst recht wie ein Samsung Galaxy S9 Plus. Beim Spiel mit der Standard-Einstellung (eingeschalteter Notch) und dem Modus, in dem die Einkerbung verborgen werden kann, stellt man schnell fest, dass der Mehrwert eines erweiterten Anzeigebereichs nicht übermäßig ausfällt. Das ist aber nicht direkt beim Mate 20 Pro als Kritikpunkt zu werten, sondern liegt generell an dem oft geringen Mehrwert, den Displayeinkerbungen bieten. Es ist definitiv ein schöner Vorteil, wenn Nutzer selbst bestimmen können, ob sie die Notch als Erweiterung der Displayfläche aktivieren wollen oder nicht. Für Zocker und Videostreamer ist es empfehlenswert, die Notch auszuschalten, weil sie nicht gerade dezent ist und sonst störend in die Anzeigefläche hineinragt.

Nachfolgend sehen Sie die Eindrücke zum Huawei Mate 20 Pro im Video:

Die Display-Auflösung ist standardmäßig auf "Smart" mit einer FHD+-Konfiguration von 2340 x 1080 Pixel eingestellt. Nutzer haben die Option, die Auflösung auf 1560 x 760 Pixel (HD+) herunterzufahren - eine Möglichkeit, Energie einzusparen. Insgesamt macht die Display-Darstellung einen hervorragenden Eindruck. Die Anzeige ist kontrastreich und scharf. Hier gibt es keinen Grund zum Meckern. Sämtliche Anwendungen wie besagtes Videostreaming oder Fotos anschauen, soziales Netzwerken mit viel Bild- und Videomaterial oder Spiele, die von einem großen Display profitieren, machen viel Spaß. Im Test haben wir eine Displayhelligkeit von 631 cd/m² ermittelt. Damit kommt es an das Samsung Galaxy Note 9 (665 cd/m²) heran.

Akku

Auf der offiziellen Vorstellung der neuen Huawei-Smartphones hat der Hersteller mit "40W Huawei Super Charge" auch eine neue Akkuladetechnologie vorgestellt. Durch die Schnell-Ladefunktion mit 40 Watt soll der Akku in nur 30 Sekunden um 1 Prozent aufgeladen werden können. Eine Lade-Leistung von 70 Prozent soll nach etwas mehr als einer halben Stunde zur Verfügung stehen. Was sagt die Praxis? In 20 Minuten waren rund 55 Prozent drin, der halbstündige Wert laut Huawei scheint also realistisch. In rund einer Stunde zeigte die Anzeige des Akkus 95 Prozent an. Die Besonderheit daran: Das Display war in diesem Testzeitraum permanent eingeschaltet, das Smartphone wurde gelegentlich bedient. Der Helligkeitsregler stand dabei etwa auf 50 Prozent.

Die Akkukapazität ist mit 4200 mAh sehr groß. Da hinken andere Hersteller hinterher. Erstaunlich ist dabei das geringe Gewicht des Mate 20 Pro. Wie oben erwähnt wiegt es genauso viel und wirkt dabei so schlank wie das Samsung Galaxy S9 Plus, das aber nur einen Akku mit einer Kapazität von 3500 mAh verbuchen kann. Der Akku hat in unserem Testverfahren 7 Stunden und 49 Minuten durchgehalten. Das ist keine übermäßige Spitzenleistung, ist aber dennoch für ein Smartphone mit anspruchsvoller Technik akzeptabel. Wer angesichts der beworbenen Dauerleistung des Akkus mehr erwartet hätte, liegt grundsätzlich erstmal nicht falsch. Der Wert lässt sich aber schön reden. Da der Akku in Nullkommanix wieder an ausreichender Energie durch das Ladeverfahren gewinnt, ist es kein Beinbruch, dass der Akku nicht etwas länger durchhält.

Huaweis neuer Kirin-Prozessor

Unter der Haube schlummert der Kirin-980, Huaweis aktueller Chip für Oberklasse-Smartphones aus dem eigenen Haus. Der Chip verfügt über acht Kerne mit 4 x 1,80 GHz, 2 x 2,60 GHz und 2 x 1,92 GHz. Hinzu gesellen sich 6 GB Arbeitsspeicher. Das sind sehr gute Voraussetzungen für ein flüssiges Bedien-Erlebnis. Die Erwartungen kann das Mate 20 Pro problemlos erfüllen. On- wie Offline-Anwendungen starten pfeilschnell. Hier ruckelt nichts. Auch Webseiten mit großen Bildmengen werden ohne große Verzögerungen geladen. Smartphones haben mit Anwendungen wie Spielen, die sehr groß sind, oft mit langen Ladezeiten zu kämpfen. Das Mate 20 Pro macht zum Beispiel bei Spielen wie Asphalt 9: Legends des Spiele-Entwicklers Gameloft und Playerunknown's Battlegrounds des Entwicklerstudios PUBG Corporation eine sehr gute Figur - nicht nur bei den Ladezeiten.

Der Slot ist durch ein neues Speicherkartenformat beidseitig nutzbar.
Der Slot ist durch ein neues Speicherkartenformat beidseitig nutzbar.
Das Spieleerlebnis bei den beiden grafisch aufwendigen Apps ist schlicht atemberaubend. Die Darstellungen sind klar und mit natürlichen Farben ein optischer Leckerbissen. Zudem ruckelt nichts, Objekte, die sich in der Ferne befinden werden wie im vorderen Bildbereich befindliche Darstellungen scharf und ohne Verpixelung gezeigt.

Das Mate 20 Pro gibt es in einer Version mit 128 GB internem Speicher. Per Speicherkarte lässt sich die Kapazität aber um bis zu 256 GB erweitern. Hier hat Huawei eine Neuerung im Gepäck: Statt der üblichen MicroSD-Karte setzt der chinesische Hersteller mit Nano Memory auf ein eigenes Format. Die "Nano Memory Card" soll laut Hersteller 45 Prozent kleiner sein als herkömmliche MicroSD-Karten. Ob die Prozentangabe stimmt, sei dahingestellt. Fest steht, dass das neue Huawei-Format im Smartphone selbst weniger Platz einnimmt. Der Kartenslot ist deutlich platzsparender als herkömmliche Schächte in anderen Smartphones, die beispielsweise bei Unterstützung von zwei Nano-SIM-Karten und einer Micro-SD-Karte recht lang sein können.

Beim Mate 20 Pro gibt es auf der unteren Gehäuseseite einen kleinen Slot, dessen herausziehbares Modul beidseitig verwendet werden kann. Auf der einen Seite ist Platz für eine Nano-SIM-Karte und auf der anderen Seite lässt sich die Nano Memory Card einsetzen. Wer letztere nicht benötigt, kann statt des Speichermediums eine zweite Nano-SIM-Karte, die auch in das Fach passt, einsetzen und die Dual-SIM-Funktion des Smartphones nutzen.

Funktionstasten, Konnektivität und Sensoren

Neben dem Kartenslot auf der Gehäuseunterseite befindet sich ein USB-Typ-C-Anschluss. Auf der linken Seite sind der Home-Button und direkt darüber die Lautstärketasten angebracht. Der Home-Button ist bei der Smartphone-Farbe Twilight (Dunkelblau) rot gefärbt. Der Home-Button lässt sich gut mit dem Daumen der rechten Hand erreichen. Bei der einhändigen Nutzung der Lautstärketasten müssen Nutzer mit normal großen Händen umgreifen beziehungsweise etwas hochrutschen.

Unter den Lautstärketasten befindet sich der rote Home-Button (beim Modell "Twilight").
Unter den Lautstärketasten befindet sich der rote Home-Button (beim Modell "Twilight").
Bei der Konnektivität ist angesichts der Preisklasse und bei Betrachtung der anderen Merkmale des Mate 20 Pro nichts anderes zu erwarten: Bluetooth 5.0, WLAN-ac mit beiden Frequenz-Unterstützungen (2,4 GHz, 5 GHz), NFC und LTE. Die Geschwindigkeit im mobilen Netz war im Test stets sehr gut, es gab keine Konnektivitäts-Abbrüche.

Im Test haben wir mit dem Mate 20 Pro die beiden oben genannten Spiele (Asphalt 9: Legends und PUBG Mobile) parallel mit WLAN-Verbindung heruntergeladen. Insgesamt macht das eine Datenmenge von über 3,5 GB. Der Download war innerhalb weniger Minuten erledigt.

Der Bildschirm des Huawei Mate 20 Pro lässt sich per Face Scan und Fingerabdruck entsperren. Die Einrichtung der Gesichtserkennung ging problemlos und schnell. Die Funktionsweise ist auch als positiv und schnell zu bewerten. Nach dem Blick auf das Display und erfolgreicher Gesichtserkennung, öffnet sich ein Schloss-Symbol. Nutzer müssen dann nochmal über das Display streichen, um zum Startbildschirm zu gelangen. Das ist eine Art kleiner Zwischenschritt, den aber viele andere Hersteller auch einbauen.

Der Fingerabdrucksensor befindet sich unter dem Display. OnePlus hat diese Technik bereits im OnePlus 6T integriert. Dort funktioniert die Technik über einen optischen Sensor unter dem Display. Beim Huawei Mate 20 Pro dauerte die Einrichtung etwas länger als beispielsweise bei optischen Sensoren zur Fingerabdruckerkennung auf der Gehäuserückseite. In der Praxis konnte das Smartphone dafür aber umso schneller und stets zuverlässig entsperrt werden. Nutzer müssen auch nicht zuerst den Home-Button drücken, damit das Display für die Entsperrmethode aktiviert wird. Das Fingerabdrucksymbol, auf das gedrückt werden muss, ist in der unteren Mitte des Displays platziert. Mit einem leichten Druck wird der Bildschirm zügig entsperrt. Positiv fällt auf, dass nach ein paar Mal benutzen nicht erst wieder nach dem Symbol auf dem Display gesucht werden muss. Die Positionierung ist optimal.

Telefonie und Sound

Die Qualität bei Telefonaten war im Test sehr gut. Die Stimme des Gesprächspartners war klar und deutlich zu hören, nicht zu verrauscht und es gab keine Gesprächsaussetzer. Das gilt auch für die Telefonie über Lautsprecher.

Der Rahmen des Huawei Mate 20 Pro ist sehr schmal.
Der Rahmen des Huawei Mate 20 Pro ist sehr schmal.
Das Lautsprecher-System macht auch beim Hören von Musik eine gute Figur. Der Sound ist klar und der Bass ist kräftig. Auch bei vollem Lautstärkepegel ist die Qualität weiterhin gut. So gibt es etwa keine störenden Knarz-Geräusche oder unangenehm erscheinende Höhen.

Das leistet die Triple-Kamera

Huaweis erste Triple-Kamera im P20 Pro ist vertikal angeordnet. Im P-Modell ist optisch klar eine Trennung der Linsen zu sehen: Eine Dual-Kamera und eine Single-Kamera und darunter das Blitzmodul. Beim Mate 20 Pro ist die Hauptkamera als ein quadratisch angeordnetes Gesamt-Modul auf der Rückseite zu sehen. Oben links im Quadrat befindet sich das Blitzmodul und rechts daneben eine 40 Megapixel Weitwinkel-Linse mit einer f/1.8-Blende. Unter dem Blitz ist eine Ultra-Weitwinkel-Linse mit 20 Megapixel und einer f/2.2-Blende verbaut, daneben ein Teleobjektiv mit 8 Megapixeln und ein f/2.4-Blende. Vorderseitig gibt es eine Linse mit 24 Megapixeln für Selfies.

Die Triple-Kamera auf der Rückseite ist quadratisch angeordnet.
Die Triple-Kamera auf der Rückseite ist quadratisch angeordnet.
Egal ob es sich um High-End-Smartphones handelt oder Geräte, die sich im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment ansiedeln - die Kamera-Technik alleine scheint für aktuelle Modelle schon längst nicht mehr auszureichen, um an immer bessere Bildergebnisse zu kommen. Die Software, die hinter der Technik steht, wird zunehmend um Funktionen künstlicher Intelligenz angereichert. Als Huawei das Mate 20 (Pro) vorstellte, war entsprechend auch das Zutun von intelligenter Software ein Thema. KI-Funktionen wie "Stunning Low Light mit AIS", von Huawei, sind oft bei schlechten Lichtverhältnissen ein Thema, um die Bildergebnisse zur verbessern. Die Qualität soll zudem gesteigert werden, in dem immer mehr Bilder gleichzeitig aufgenommen werden. Laut Huawei nimmt "Super HDR Technology" bis zu zehn Bilder im RAW-Format auf, um Ergebnisse zu optimieren. Die Zoomfunktion bei Smartphones ist immer noch ein heikles Thema, weil Bilder sehr schnell an Schärfe und Detailreichtum verlieren. Auch hier soll die Kompetenz künstlicher Intelligenz Abhilfe schaffen.

Wir haben die Testbilder aus unserem Standardverfahren wie immer unbearbeitet im Original angehängt, damit Sie sich selbst ein Bild machen können. Die Fotos haben wir im Automatikmodus der Kamera gemacht. Spezielle Modi, wie das Nacht-Feature, haben wir separat mit einer Außenaufnahme getestet und ebenfalls zur Ansicht angehängt. Zur Bewertung der Kamera-Leistung haben wir die Ergebnisse der KI-Funktionen wie immer nicht in die Wertung mit einbezogen.

Das Bildergebnis bei guten Lichtverhältnissen liefert insgesamt eine sehr gute, detailreiche Darstellung. Die rote Blüte der Test-Rose ist in ihrer Darstellung kräftig und natürlich. Die einzelnen hellgelben Blütenstengel sind deutlich voneinander getrennt zu erkennen. Die grünen Blätter sind zwar ein wenig dunkel geraten, insgesamt ist die Farbdarstellung aber natürlich. Etwas unschön sind die schwarzen Dopplungen um einzelne Blätter im unteren Bereich. Das gleiche wird auch im seitlichen Bereich der roten Blüte sichtbar. Das haben wir im Test nicht als Abwertung eingestuft, durch ein Software-Update lässt sich das vermutlich beheben. Ein ähnliches Ergebnis ermittelten wir auch im Testverfahren zum Huawei P20 Pro.

Rechts: Sieht aus wie ein Klinkenanschluss, ist aber keiner.
Rechts: Sieht aus wie ein Klinkenanschluss, ist aber keiner.
Beim Blick auf die körnige Struktur der weißen Hintergrund-Tapete und die weißen Heftzwecke, mit denen das Farbschema befestigt ist, schlägt sich der Detailreichtum besonders nieder. Das verliert auch beim Heranzoomen nichts von seiner Ausdrucksstärke durch eine zu weiche Nachzeichnung. Die bunten Farbquadrate spiegeln ebenfalls ein natürliches Farbbild wider und sind nicht zu knallig dargestellt. Zudem lassen sie sich gut voneinander separieren, wie es beim Vergleich des braunen und schwarzen Farbquadrats sichtbar wird. Beim Heranzoomen verlieren die helleren Farben, zum Beispiel das hellgrüne, das gelbe und das graue Farbquadrat etwas an ihrer Farbfülle. Auch wird ein leichter schwarzer Rahmen um alle Farben sichtbar. Im Vergleich zu Testbildern anderer Smartphones ist dieser beim Mate 20 Pro aber recht dezent. An den Außenecken des Bildes fehlt etwas die Ausleuchtung. Hier hat die weiße Färbung der Test-Tapete einen leichten Gelbstich.

Unter schlechten Lichtbedingungen kann die Kamera die Farbquadrate in einer natürlichen Farbe und gut voneinander unterscheidbar darstellen. Heikel sind meistens das braune und schwarze Farbquadrat. Hier leidet oft die klare Differenzierung voneinander. Beim Huawei Mate 20 Pro nähert sich das braune zwar sichtbar an das schwarze an, lässt sich aber dennoch als eigenständige Farbe erkennen. Beim Heranzoomen geht die Schärfe zwar sichtlich verloren, unschöne dicke schwarze Rahmen sind aber nur um das dunkelblaue und das hellgrüne Farbquadrat zu erkennen. Die Struktur der weißen Hintergrundtapete ist sehr gut zu erkennen und verliert erst bei nahem Zoom etwas von ihrer Schärfe.

Haupt-Kamera

Die 24 Megapixel-Selfiekamera kann bei guten Lichtverhältnissen mit einem ordentlichen Ergebnis punkten. Die braunen Haare der Test-Puppe werden natürlich wiedergegeben, genauso wie die bunten Farben des Halstuchs. Die Hautfarbe ist nicht ganz so natürlich dargestellt. Sie wirkt etwas zu blass. Die grobe Körnung der Hintergrundtapete ist sehr gut zu erkennen und natürlich weiß. Nur im linken unteren Bereich ist sie etwas zu hell geraten und schimmert fein roséfarben.

Auch unter dunklen Lichtverhältnissen kann sich das Ergebnis sehen lassen. Die Test-Puppe wird vom Blitzmodul gut ausgeleuchtet, die Hautfarbe wirkt natürlich und nicht zu blass. Die braunen Haare sind zwar am oberen Haupt sehr dunkel und verschmelzen stark mit dem dunkel dargestellten Hintergrund, sind aber dennoch als Braun an den Seiten gut zu erkennen. Die rote Farbe des Halstuchs ist sehr kräftig. Etwas negativ fällt der Hintergrund auf, der grün-gräulich schimmert und starke Schatten vor allem in den oberen Ecken und am bereits erwähnten oberen Bereich des Haupthaars wirft.

Selfie-Kamera

Nachtmodus

Die Kamera des Huawei Mate 20 Pro bietet einen Nacht-Modus, der die Bildergebnisse unter niedrigeren Lichtbedingungen verbessern soll. Wir haben sowohl Aufnahme mit dem Nachtmodus für Sie angehängt als auch Fotos mit dem gleichen Motiv und den gleichen Lichtbedingungen im Standard-Modus. Insgesamt gibt es vier Aufnahmen: Jeweils zwei in der Dämmerung und zwei in der Dunkelheit. Die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera haben wir in beiden Modi nicht verändert. Im Nachtmodus lässt sich vor dem Auslösen zum Beispiel der ISO-Wert manuell nachregeln oder von Standard zu kräftigen oder weichen Farben wechseln.

Im Dämmerlicht zeigt der Nachtmodus einen deutlichen Helligkeitszuwachs gegenüber dem Standard-Modus, insbesondere beim Blick auf das Haus in der linken Bildhälfte. Die Darstellung des Himmels und der untergehenden Sonne erfährt eine starke Erhöhung des Kontrasts, wodurch die Bildpartie unnatürlich erscheint. Positiv fällt auf, dass bei Nutzung des Nachtmodus entfernte Bereiche, wie die weißen Häuser im Hintergrund, aufgehellt werden. So erfährt das Bild im Vergleich zur Standardeinstellung mehr Detailreichtum im Hintergrund.

Bei Dunkelheit wird die Aufhellung des Bildes deutlicher sichtbar als bei Dämmerlicht. Im Nachtmodus erscheint der vordere Bereich aus Wasser und Bäumen nicht mehr wie eine Verschmelzung von Schatten, sondern als klar voneinander zu differenzierende Objekte. Auch entfernte Objekte sind detaillierter zu sehen. Das Haus auf der linken Seite ist deutlich erhellt.

3D Scanning und Augmented Reality

Huawei hat auf der offiziellen Präsentation des Huawei Mate 20 Pro eine Funktion vorgestellt, mit der sich Objekte dreidimensional scannen lassen und per Augmented Reality zum Leben erweckt werden können. Die App 3D Live Maker ist ab sofort im Google Play Store erhältlich. In der App ist das Modell eines Pandabären voreingestellt. Das Objekt lässt sich Testweise per AR in die Umgebung einbinden. Beim Versuch, einen teltarif.de-Teddybären zu scannen, wurde leider deutlich, dass die Funktionsweise alles andere als ausgereift ist. Nach mehreren Anläufen war es nicht möglich, ein virtuelles 3D-Objekt zu erzeugen. Etwas problematisch ist auch die Haltung, die der Nutzer dabei einnehmen muss. Der Scann erfolgt nämlich per Frontkamera, sodass der Blick auf das Display zum Erfassen der Scan-Winkel erschwert wird.

Da es sich um ein Zusatz-Feature, das auf einer Software-KI beruht, werten wir das gescheiterte 3D-Scanning aber nicht als negativ für das Testergebnis.

Fazit

Das Huawei Mate 20 Pro kann durch eine hervorragende Gesamtperformance punkten. Ruckler und lange Ladezeiten gibt es mit Huaweis aktuellem Kirin-980-Prozessor nicht. Das 6,39 Zoll-Display sieht schlicht blendend aus, ist kontrastreich, scharf und sehr hell. Hervorzuheben ist das für einen 4200 mAh-Akku geringe Gewicht von 189 Gramm und die schlanke Optik. Auch der Sound beim Musikhören macht Laune. Der Bass ist kräftig und der Klang ausgeglichen. Verbesserungswürdig ist die künstliche Intelligenz der Kamera-Software. Hier ist mit Sicherheit noch das ein oder andere Spiel nach oben, um die Bildergebnisse der Triple-Hauptkamera zu verbessern. Die Displayeinkerbung ist recht groß geraten, lässt sich aber glücklicherweise per Softwarefunktion ausschalten. Dann sieht das Huawei Mate 20 Pro vorderseitig nach dem in der Vorweihnachtszeit endlich wieder gefundenen Zwilling des im Frühling zur Welt gekommenen Samsung Galaxy S9 Plus aus.


teltarif.de mate-20-pro

Gesamtwertung von teltarif.de
Huawei Mate 20 Pro

PRO
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Kontrastreiches Display
  • Sehr gute Gesamtperformance
  • Trotz großem Akku geringes Gewicht
  • Akku lädt schnell wieder auf
CONTRA
  • Etwas breite Notch
  • Liegt rutschig in der Hand
  • Akku hält nicht so lange durch wie erwartet
Testzeitpunkt:
11/2018
Huawei Mate 20 Pro
Testurteil
sehr gut (1,4)
Preis/Leistung: 2,6
Bewertung aktuell: 1,4
Einzelwertung
Datenblatt
Erklärung Testverfahren
Testsiegel downloaden
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Einzelwertung Huawei Mate 20 Pro

mate-20-pro
Gesamtwertung
sehr gut (1,4)
92 %
Preis/Leistung
2,6
  • Gehäuse / Verarbeitung 9/10
    • Material 10/10
    • Haptik 8/10
    • Verarbeitung Gehäuse 10/10
  • Display 9/10
    • Touchscreen 10/10
    • Helligkeit 10/10
    • Pixeldichte 9/10
    • Blickwinkelstabilität 10/10
    • Farbechtheit (DeltaE) 6/10
    • Kontrast 10/10
  • Leistung 9/10
    • RAM 9/10
    • Benchmark 3DMark 9/10
    • Benchmark Geekbench 9/10
    • Benchmark Browsertest 10/10
  • Software 10/10
    • Aktualität 10/10
    • Vorinstallierte Apps 9/10
  • Internet 10/10
    • WLAN 10/10
    • LTE 10/10
    • LTE Geschwindigkeit 10/10
    • 3G 9/10
    • Empfangsqualität 10/10
  • Telefonie 10/10
    • Sprachqualität 10/10
    • Lautstärke 10/10
    • Lautsprecher (Freisprechen) 10/10
  • Schnittstellen / Sensoren 9/10
    • USB-Standard 10/10
    • NFC 10/10
    • Navigation 10/10
    • Bluetooth 10/10
    • Kopfhörerbuchse 6/10
    • Video-Out 10/10
    • Fingerabdruckscanner 10/10
    • Iris-Scanner 0/10
  • Speicher 9/10
    • Größe 8/10
    • SD-Slot vorhanden 10/10
  • Akku 8/10
    • Laufzeit (Benchmark) 8/10
    • Wechselbar 0/10
    • Induktion 0/10
    • Schnellladen 10/10
  • Kamera 9/10
    • Hauptkamera
    • Bildqualität hell 9/10
    • Bildqualität dunkel 8/10
    • Bildstabilisator 10/10
    • Blende 8/10
    • Frontkamera
    • Bildqualität hell 9/10
    • Bildqualität dunkel 8/10
    • Video 9/10
    • Handling 9/10
  • Bonus 2
    • Fingerabdrucksensor im Display, Dual-SIM
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