Ausprobiert

Huawei Mate 20 Pro im Test: Galaxy S9 Plus mit Notch (Video)

Das Mate 20 Pro ist Huaweis neuestes Top-Modell. Es kann mit einer ausgezeichneten Gesamtperformance und einem tollen Display punkten. Was das Gerät noch alles kann und wo sich Kritik üben lässt, lesen Sie im ausführlichen Testbericht.
AAA
Teilen (7)

Im Oktober hatte Huawei im Rahmen eines Live-Events in London mit dem Mate 20, dem Mate 20 X und dem Mate 20 Pro eine ganze Palette neuer Smartphone-Modelle vorgestellt. Wir haben das Pro-Modell mit 6,39-Zoll-Display und Android Pie ab Werk in unser Testlabor geschickt und dem Gerät sämtliche Werte entlockt. Ob sich der Kauf des rund 1000 Euro teuren Geräts lohnt, lesen Sie im ausführlichen Testbericht.

Info: Zum Test lag uns das Gerät in der Farbe Twilight vor. Weitere Farben sind Black und Midnight Blue. Mit Emerald Green gibt es das Pro-Modell in einer neuen Farbvariante. Twilight ist bereits vom Huawei P20 Pro bekannt.

Erster Eindruck: Haptik, Verarbeitung, Design und Display

Die Notch ist recht groß geraten. Nach manueller Deaktivierung sieht das Mate 20 Pro dem Galaxy S9 Plus sehr ähnlich.
Die Notch ist recht groß geraten. Nach manueller Deaktivierung sieht das Mate 20 Pro dem Galaxy S9 Plus sehr ähnlich.
Hätte das Samsung Galaxy S9 Plus eine Notch (Displayeinkerbung) würde es vermutlich aussehen wie ein Huawei Mate 20 Pro - und andersrum. Die Ähnlichkeit zwischen beiden Geräten ist nicht zu verkennen: Die abgerundeten Seitenränder der Displays, die schmalen Displayränder an den Seiten und der filigrane Rahmen an den beiden Seiten. Ohne Notch würde der ein oder andere Nutzer auf den ersten Blick womöglich keinen Unterschied zwischen dem Huawei Mate 20 Pro und dem Modell der Südkoreaner sehen. Beim ersten In-die-Hand-nehmen wird der Eindruck durch das lang gezogene 6,39 Zoll-OLED-Display (Diagonale 16,2 cm) noch verstärkt. Noch eine Parallele: Das Huawei Mate 20 Pro liegt genauso rutschig in der Hand. Auch wenn das schöne Gefühl, ein Full-View-Display in der Hand zu haben, ein wenig schwindet, wird dringend eine Schutzhülle empfohlen, damit das teure Gerät nicht versehentlich aus der Hand gleitet. Mit einem Gewicht von 189 Gramm liegt das Gerät sehr angenehm in der Hand und ist exakt so leicht wie das Galaxy S9 Plus. Das Huawei Mate 20 Pro verfügt über eine IP-68 Zertifizierung und ist damit gegen das Untertauchen in einer Wassertiefe von 1,5 Meter (maximal eine halbe Stunde) geschützt.

Die Kamera auf der Rückseite ist schön flach und steht nur minimal aus dem Gehäuse heraus. Die mittige Platzierung sorgt zudem dafür, dass sich das Smartphone auch auf einer ebenen Fläche liegend, bedienen lässt, ohne dass es stark hin- und herwippt.

Das Display liefert aus allen dargestellten Blickwinkeln eine gute Stabilität.
Das Display liefert aus allen dargestellten Blickwinkeln eine gute Stabilität.
Fotos anschauen und Videos streamen macht auf dem Display mit einer Auflösung von 3120 x 1440 Pixel (WQHD+, 538 ppi) viel Spaß. Die Notch lässt sich per benutzerdefinierter Einstellung verbergen, sodass individuell festgelegt werden kann, dass die Kerbe nicht in den Videoinhalt hineinragt. Mit ausgestellter Notch wirkt das Huawei Mate 20 Pro vorderseitig erst recht wie ein Samsung Galaxy S9 Plus. Beim Spiel mit der Standard-Einstellung (eingeschalteter Notch) und dem Modus, in dem die Einkerbung verborgen werden kann, stellt man schnell fest, dass der Mehrwert eines erweiterten Anzeigebereichs nicht übermäßig ausfällt. Das ist aber nicht direkt beim Mate 20 Pro als Kritikpunkt zu werten, sondern liegt generell an dem oft geringen Mehrwert, den Displayeinkerbungen bieten. Es ist definitiv ein schöner Vorteil, wenn Nutzer selbst bestimmen können, ob sie die Notch als Erweiterung der Displayfläche aktivieren wollen oder nicht. Für Zocker und Videostreamer ist es empfehlenswert, die Notch auszuschalten, weil sie nicht gerade dezent ist und sonst störend in die Anzeigefläche hineinragt.

Nachfolgend sehen Sie die Eindrücke zum Huawei Mate 20 Pro im Video:

Die Display-Auflösung ist standardmäßig auf "Smart" mit einer FHD+-Konfiguration von 2340 x 1080 Pixel eingestellt. Nutzer haben die Option, die Auflösung auf 1560 x 760 Pixel (HD+) herunterzufahren - eine Möglichkeit, Energie einzusparen. Insgesamt macht die Display-Darstellung einen hervorragenden Eindruck. Die Anzeige ist kontrastreich und scharf. Hier gibt es keinen Grund zum Meckern. Sämtliche Anwendungen wie besagtes Videostreaming oder Fotos anschauen, soziales Netzwerken mit viel Bild- und Videomaterial oder Spiele, die von einem großen Display profitieren, machen viel Spaß. Im Test haben wir eine Displayhelligkeit von 631 cd/m² ermittelt. Damit kommt es an das Samsung Galaxy Note 9 (665 cd/m²) heran.

Akku

Auf der offiziellen Vorstellung der neuen Huawei-Smartphones hat der Hersteller mit "40W Huawei Super Charge" auch eine neue Akkuladetechnologie vorgestellt. Durch die Schnell-Ladefunktion mit 40 Watt soll der Akku in nur 30 Sekunden um 1 Prozent aufgeladen werden können. Eine Lade-Leistung von 70 Prozent soll nach etwas mehr als einer halben Stunde zur Verfügung stehen. Was sagt die Praxis? In 20 Minuten waren rund 55 Prozent drin, der halbstündige Wert laut Huawei scheint also realistisch. In rund einer Stunde zeigte die Anzeige des Akkus 95 Prozent an. Die Besonderheit daran: Das Display war in diesem Testzeitraum permanent eingeschaltet, das Smartphone wurde gelegentlich bedient. Der Helligkeitsregler stand dabei etwa auf 50 Prozent.

Die Akkukapazität ist mit 4200 mAh sehr groß. Da hinken andere Hersteller hinterher. Erstaunlich ist dabei das geringe Gewicht des Mate 20 Pro. Wie oben erwähnt wiegt es genauso viel und wirkt dabei so schlank wie das Samsung Galaxy S9 Plus, das aber nur einen Akku mit einer Kapazität von 3500 mAh verbuchen kann. Der Akku hat in unserem Testverfahren 7 Stunden und 49 Minuten durchgehalten. Das ist keine übermäßige Spitzenleistung, ist aber dennoch für ein Smartphone mit anspruchsvoller Technik akzeptabel. Wer angesichts der beworbenen Dauerleistung des Akkus mehr erwartet hätte, liegt grundsätzlich erstmal nicht falsch. Der Wert lässt sich aber schön reden. Da der Akku in Nullkommanix wieder an ausreichender Energie durch das Ladeverfahren gewinnt, ist es kein Beinbruch, dass der Akku nicht etwas länger durchhält.

Auf der nächsten Seite gehen wir auf Leistung, Speicher, Funktionstasten, Konnektivität und Sensoren sowie Telefonie und Sound ein..

1 2 3 letzte Seite
Teilen (7)

Weitere Handytests bei teltarif.de