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Huawei Mate 10 Pro im Test: Das denkende Handy mit 18:9-Display

Das Huawei Mate 10 Pro will durch ein 18:9-Display und einen Prozessor mit künstlicher Intelligenz punkten. Wir haben uns das Smartphone im Test im Detail angeschaut.
Von Rita Deutschbein

Das Smartphone mit KI-Prozessor

Das Mate 10 Pro ist nicht nur smart, es ist intelligent, so Huawei. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der Prozessor Kirin 970 mit einer Recheneinheit für neuronale Netzwerke, der von 6 GB Arbeitsspeicher begleitet wird. Der Chip ist die Grundlage für die künstliche Intelligenz (KI) des Smartphones, die in vielen Bereichen eingesetzt wird.

Der Kirin 970 kommt erstmals im 10 Pro zum Einsatz und hat die folgenden Eckdaten: Er besitzt acht Kerne, ist im sehr kompakten 10-Nanometer-Verfahren gefertigt und somit etwa 40 Prozent kleiner als sein im 16-Nanometer-Verfahren gefertigter Vorgänger Kirin 960. Das Design der Cluster ist indes gleich geblieben. Es gibt vier Cortex-A73-Kerne mit einer Taktrate von bis zu 2,4 GHz und vier A53-Kerne mit bis zu 1,8 GHz. Mit der Mali-G72-MP12 kommt allerdings eine neue Grafikeinheit zum Einsatz. Sie verfügt über zwölf statt bisher acht Rechenkerne und soll die Grafikleistung deutlich verbessern. Mate 10 Pro mit 18:9-Display im Test Mate 10 Pro mit 18:9-Display im Test
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Mit der im Chip integrierten Neural-Engine, auch NPU genannt, will Huawei viele Rechenprozesse noch schneller machen, indem das Smartphone das Nutzungsverhalten des Besitzers lernt (Machine Learning). Das Huawei Mate 10 Pro soll beispielsweise in der Lage sein, 2005 Bilder in der Sekunde zu erkennen. Es sagt vorher, welche Apps der Nutzer öffnen könnte, erkennt verschiedene Fotosituationen und passt die Kamera-Einstellungen dementsprechend an.

Im Grafik-Test von 3DMark Unlimited zeigte die neue GPU ihre Leistung und erzielte ein Ergebnis von 32 070 Punkten. Damit bewegt sie sich auf einem guten Niveau und schlägt bei der Grafikleistung sogar das Samsung Galaxy Note 8 (29 874 Punkte). An die aktuellen Google-Pixel-2-Modelle, die ein Ergebnis von jeweils über 39 000 Punkte erzielten, kommt das Mate 10 Pro aber nicht ganz heran.

Die allgemeine Prozessorleistung bleibt im Vergleich zum Vorgänger stabil. Im Test von Geekbench erreichte der Kirin 970 sehr gute 6742 Punkte bei Anwendungen, in denen alle Kerne zusammen arbeiten. Damit erzielte der Chip ein minimal besseres Ergebnis als das Galaxy Note 8, das auf 6662 Punkte kam. Die besagten Google-Smartphones kamen auf etwa 6400 Punkte, bleiben im Geekbench-Test somit hinter dem Huawei-Modell zurück. Nahezu gleiche Ergebnisse erzielten das Mate 10 Pro, die Pixel-2-Modelle und das Note 8 im Single-Core-Test. Die Leistung eines einzelnen Kerns wurde bei allen Geräten mit etwa 1900 Punkten gemessen.

In der Praxis bedeuten diese Ergebnisse ein sehr flüssiges und schnelles Arbeiten. Der Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen verläuft verzögerungsfrei. Bei der Videowiedergabe punktet das Mate 10 Pro durch das ruckelfreie Abspielen und selbst hochauflösende Games lassen sich problemlos auf dem Smartphone spielen.

Android Oreo und neues Emotion UI

Spezielle Anwendungen sollen das Arbeiten mit dem Mate 10 Pro erleichtern. So können Nutzer mit dem Split-Screen-Modus besser mit zwei verschiedenen Anwendungen arbeiten. Mit der erstmals von Huawei installierten Translator-App lassen sich schriftliche Eingaben sowie gesprochene Wörter bzw. kurze Sätze in mehr als 60 Sprachen übersetzen. Benötigte Sprachpakete sollten vor der Reise im WLAN-Netz heruntergeladen werden, da die Datenpakete recht umfangreich sind. Die Übersetzerfunktion funktionierte im Test ausgesprochen gut und auch die integrierte Chat-Funktion gefällt. Dank des eingebauten Infrarot-Sensors am oberen Geräterand kann das Mate 10 Pro zudem als Fernbedienung für zahlreiche Geräte genutzt werden. Huawei Mate 10 Pro: Die Seitenansicht zeigt die geschwungene Form Die Seitenansicht zeigt die geschwungene Form
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Neu ist auch der Desktop-Modus, den auch Samsung bereits beim Galaxy S8 (Plus) und Note 8 anbietet - hier allerdings nur in Verbindung mit der Desktop-Station namens DeX. Huawei verwendet hingegen nur ein Kabel, um Monitor und Smartphone zu koppeln: Mit einem USB-C-auf-HDMI-Kabel wird das Mate 10 Pro an einen Monitor angeschlossen und erlaubt dann das Arbeiten wie an einem PC. Dabei ist der Nutzer weiterhin telefonisch erreichbar. Grundlage für diese Funktionen ist neben der künstlichen Intelligenz auch die neue Oberfläche Emui 8.0. Diese kommt auf dem Mate 10 Pro zusammen mit Android 8.0 Oreo ab Werk zum Einsatz. Emui 8.0 löst Emui 5.1 als unmittelbaren Nachfolger ab. Optisch unterscheiden sich die Versionen nicht.

Das Mate 10 Pro bringt 128 GB Speicher mit, von dem 107 GB zur Verfügung steht. Einen Speicherkartenslot besitzt das Mate 10 Pro allerdings nicht. Nutzer haben somit nicht die Möglichkeit, den Speicher per Karte zu erweitern. Huawei Mate 10 Pro verzichtet auf Home-Button Huawei Mate 10 Pro verzichtet auf Home-Button
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein

Internet, Telefonie und Audio

Ins Internet geht das Mate 10 Pro per WLAN ac oder alternativ über Mobilfunk mit bis zu 1,2 GBit/s per LTE Cat.18. Hierzulande werden derart hohe Downstreamraten zwar noch nicht unterstützt, doch zeigt Huawei als Netzwerkausrüster, was in Zukunft möglich sein kann. 4-mal-4-MIMO, 5-Band-Carrier-Aggregation und QAM-256-Modulation sind ebenfalls dabei, wodurch Huawei eine bessere Bandbreitenausnutzung und einen höheren Datendurchsatz pro Kanal realisieren kann. Auch NFC sowie GPS und Glonass werden unterstützt. Bluetooth kommt jedoch nur in der Version 4.2 zum Einsatz, nicht ganz standesgemäß für ein Flaggschiff mit Android 8.0, dessen Konkurrenten oftmals schon Bluetooth 5.0 anbieten.

Bei der Telefonie punktet das Mate 10 Pro durch seine klare Sprachausgabe. Störgeräusche werden zuverlässig gefiltert, ohne Wortenden zu verschlucken. Unser Testgerät bietet sogar die Möglichkeit, zwei SIM-Karten gleichzeitig zu betreiben. Dabei unterstützt das Dual-SIM-Smartphone auf beiden Slots LTE. Nutzer können somit zwei LTE-Tarife gleichzeitig verwenden und müssen sich nicht - wie so oft bei anderen Modellen - entscheiden, über welchen Slot sie mit 4G im Netz surfen wollen. Da das Mate 10 Pro nur eine Sende- und Empfangseinheit besitzt, werden Anrufe auf die Mailbox umgeleitet, wenn Nutzer auf der anderen SIM-Karte telefonieren (Dual-SIM Standby).

Das Mate 10 Pro verfügt am unteren Rand über einen Lautsprecher. Zusätzlich schaltet das Gerät den Lautsprecher der Ohrmuschel hinzu, wobei die Tonausgabe bei diesem Lautsprecher aber bei Weitem nicht so kraftvoll ist. Die maximale Lautstärke lässt sich sehr hoch einstellen, allerdings fängt der Ton dann deutlich an zu scheppern. Reguliert man die Lautstärke etwas nach unten, erscheint der Klang deutlich ausgewogener. Tiefe Bässe oder dergleichen sollten Nutzer trotz der guten Audiowiedergabe aber nicht erwarten.

Das Mate 10 Pro bringt eine umfangreich ausgestattete Dual-Kamera mit. Deren Leistung soll durch die künstliche Intelligenz noch optimiert werden. Gelingt dies?

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