Küsschen zum Entsperren

Huawei-Patent: Handy mit den Lippen entsperren

Mit der Lippen­erken­nung könnte eine weitere Form der biome­tri­schen Entsper­rung auf uns zukommen. Huawei hat ein solches System ausge­klü­gelt, wie ein Patent verrät.

Es wurde ein neues Huawei-Patent auf einer chine­sischen Busi­ness-Webseite entdeckt, das die Entsper­rung des Smart­phones über eine Lippen­erken­nung beschreibt. Ein spezi­eller Sensor und ausge­feilte KI-Verfahren sollen den Anwender über Lippen­bewe­gungen iden­tifi­zieren. Die künst­liche Intel­ligenz nutze der Beschrei­bung zufolge Anpas­sungs­fähig­keit, Anti-Vergessen-Funk­tionen, Einzig­artig­keit und Varia­bilität während des Prozesses.

Wie beim Finger­abdruck­sensor werden die Lippen­bewe­gungen zuvor auf dem Mobil­gerät gespei­chert und anschlie­ßend mit Live-Aufnahmen der Handy-Kamera vergli­chen, um die Authen­tifi­zie­rung voll­ziehen zu können.

Smart­phone-Entsperren per Kuss­mund?

Huawei ließ sich eine Lippenerkennung patentieren Huawei ließ sich eine Lippenerkennung patentieren
Bild: HuaweiCentral
Falls Huawei sein Verfahren für die Lippen­erken­nung in künf­tigen Smart­phones einführt, könnten sich dem Mobil­gerät zuge­wor­fene Küsse als Hacker­angriffe entpuppen. Nach den biome­tri­schen Entsper­rungen per Finger­abdruck, Gesicht, Iris und Stimme exis­tiert zumin­dest die Über­legung für diese zusätz­liche Methode.

HuaweiCentral verweist auf einen Blog­bei­trag über die Lippen­erken­nung auf dem chine­sischen Inter­net­auf­tritt Mydrivers. Diese wiederum fanden das betref­fende Huawei-Patent auf der Busi­ness-Webseite Tianyancha. Zwar wurde das Doku­ment erst am 29. Juni 2021 publi­ziert, ange­meldet wurde es aller­dings schon im Dezember 2019.

Es ist also frag­lich, ob der Hersteller seine Lippen­erken­nung noch weiter verfolgt. Das Verfahren würde ähnlich wie das Scannen eines Finger­abdrucks funk­tio­nieren. Zunächst muss der Anwender seine Lippen­bewe­gungen auf dem Handy hinter­legen. Während des Entsperr­pro­zesses gleicht das System die aktu­ellen Lippen­bewe­gungen mit den gespei­cherten ab. Stimmt das Ergebnis überein, erfolgt die Entsper­rung des Smart­phones. Das Patent trägt die Nummer "CN113051535A".

Künst­liche Intel­ligenz bewertet Lippen-Eigen­schaften

Neben dem Scanner-Modul an sich kommt eine dazu­gehö­rige Soft­ware zum Einsatz. Die enthal­tene KI soll wich­tige Merk­male der mensch­lichen Lippe erkennen. Dazu gehören beispiels­weise die Beschaf­fen­heit und die Verän­derung unter bestimmten Umständen (etwa raue Lippen, Lippen­stift, Verlet­zungen). Außerdem soll es eine hohe Wieder­erken­nungs­rate geben.

Im chine­sischen Forum Weibo wird Huaweis Lippen­erken­nung bereits umfas­send disku­tiert und sorgt eher für Erhei­terung. Sollte das Modul tatsäch­lich Verwen­dung finden, dürfte es wohl noch eine Weile dauern, bis ein erstes Handy damit erscheint. Zumin­dest beim kommenden Flagg­schiff Huawei P50 ist bislang nichts von einer Lippen­erken­nung bekannt.

Außerdem kommen 5G-Fans bei besagtem Smart­phone anschei­nend kaum auf ihre Kosten.

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