Android-Alternative

Bringt Huawei im Herbst sein Betriebssystem HongMeng OS?

Mit der Smart­phone-Soft­ware HongMeng OS hat Huawei einen Notfall­plan in Entwick­lung, von dem es bald Gebrauch machen muss. Viel­leicht kommt die Platt­form noch im Herbst heraus.
AAA
Teilen (38)

Huawei reagierte auf den USA-Bann erstaun­lich gelassen, einer der Gründe scheint der Entwick­lungs­status des haus­eigenen mobilen Betriebs­systems zu sein. Laut einem Bericht aus China könnte die Soft­ware, welche angeb­lich auf den Namen HongMeng OS hört, bereits im Herbst 2019 bereit­stehen. Somit würde im besten Fall nach der drei­mona­tigen Android-Update-Frist ein fast naht­loser Über­gang erfolgen. Ob HongMeng OS auf AOSP (Android Open Source Project) fußt, ist noch nicht ganz klar, es soll aber kompa­tibel zu den Anwen­dungen der Google-Platt­form sein.

Huawei kocht sein eigenes Soft­ware-Süpp­chen

Die Hardware des Huawei P30 Pro stammt größtenteils aus China und SüdkoreaDie Hardware des Huawei P30 Pro stammt größtenteils aus China und Südkorea Google und Huawei waren stets gute Partner, die sich gegen­seitig respek­tierten und unter­stützen. Dass sich der Such­maschinen-Konzern nun wider Willen vom chine­sischen Unter­nehmen abwenden muss, ist zwar unschön, doch es gibt einen Plan B. Im Früh­ling gab Huawei bekannt, dass es ein eigenes mobiles Betriebs­system entwi­ckelt, das zum Einsatz käme, wenn aus irgend­welchen Gründen eine Nutzung von Android erschwert wäre. Dieser Fall trifft nun ein und Konzern­chef Richard Yu plau­derte mit der China-Webseite Sina (via Android Police) über die nächsten Schritte. HongMeng OS soll eine platt­form­über­grei­fende Basis für Smart­phones, Tablets, Computer, Smart-TVs und Auto­mobile werden. Es sei einfach, Android-Anwen­dungen für das Betriebs­system zu kompi­lieren. Laut Yu sollen die Apps anschlie­ßend sogar um 60 Prozent schneller laufen als auf Android selbst. Des Weiteren können Web-Apps verwendet werden. HongMeng OS, das auch schlicht Huawei OS heißen könnte, erscheint frühes­tens diesen Herbst und spätes­tens Anfang 2020.

Hard­ware-seitig gut abge­sichert

Das Herz eines jeden Smart­phones ist das SoC (System on a Chip). Wer keine eigenen Chip­sätze herstellt, setzt zumeist auf den US-ameri­kani­schen Fabri­kanten Qual­comm. Dass dieses Unter­nehmen durch die Entschei­dung der US-Regie­rung für Huawei jetzt eben­falls wegfällt, dürfte die Firma gelassen sehen. Schließ­lich kommen die meisten Smart­phones der Huawei- und Honor-Marken mit SoCs aus der eigenen HiSilicon-Schmiede daher. Für CPU, GPU und Modem ist also gesorgt und der Flash- sowie Arbeits­spei­cher lässt sich von Firmen wie Samsung oder SK Hynix beziehen. Hinsicht­lich der Bild­schirme muss sich Huawei eben­falls keine Gedanken machen. Diese können etwa von Samsung (wie etwa beim P30  Pro) oder LG einge­kauft werden.

Inzwi­schen gab es einen weiteren Tief­schlag für Huawei: ARM kündigt Zusam­menar­beit bei Prozes­soren auf.

Teilen (38)

Mehr zum Thema Betriebssystem