Handelskrieg

Huawei: US-Regierung könnte Bann teilweise aufheben

Im Handels­krieg der USA mit China bahnt sich ein Wandel an: Die US-Regie­rung scheint anläss­lich der Wieder­aufnahme der Verhand­lungen die Sank­tionen gegen Huawei lockern zu wollen.
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Wie die „New York Times“ meldet, soll der Verkauf einiger Bauteile an den Huawei-Konzern wieder erlaubt werden. So erwäge die Regie­rung, Lizenzen an ameri­kani­sche Firmen zu vergeben, damit diese nicht-sensible Güter liefern können. Derzeit benö­tigen US-Unter­nehmen wegen Sank­tionen eine Erlaubnis aus Washington, um Prozes­sorchips und andere Technik an Huawei zu verkaufen. Der Konzern ist einer der größten Hersteller von Smart­phones und Netz­werk­schalt­systemen. Mehrere Länder stufen Huawei als poten­zielle Gefahr für die Cyber­sicher­heit ein und fürchten Spio­nage durch die chine­sische Regie­rung.

Zuge­ständnis an Peking?

USA könnten Embargo gegen Huawei lockernUSA könnten Embargo gegen Huawei lockern. Beob­achter sehen in dem Schritt der US-Regie­rung den Versuch, die Span­nungen im Handels­konflikt mit Peking zu redu­zieren. Der Fall gilt als eines der größten Streit­themen im Handels­konflikt zwischen den USA und China. Die Gespräche zwischen den beiden welt­weit führenden Volks­wirt­schaften sollen heute und morgen in einer 13. Gesprächs­runde fort­gesetzt werden.

Eine solche Locke­rung könnte auch die Lösung für das Mate 30 bringen. Nachdem die Markt­anteile von Huawei in den USA prak­tisch bei null liegen, ist das Handy keine Gefahr für die ameri­kani­schen Hersteller. Und Google drängt zudem seit Wochen darauf, dass Huawei wieder in das Android-Programm wieder aufge­nommen wird. Der Konzern ist sehr daran inter­essiert, dass es bei der Smart­phone-Soft­ware keine Abspal­tungen gibt und Sicher­heits­lücken schnell und effi­zient gestopft werden.

Auch Euro­päer sorgen sich um Sicher­heit

In Europa hingegen wächst die Skepsis gegen­über Huawei. In einer gestern veröf­fent­lichten Risi­koana­lyse, die die Kommis­sion mit den EU-Staaten und der Euro­päischen Agentur für Cyber­sicher­heit (Enisa) erstellt hat, warnt die Kommis­sion vor Gefahren durch Anbieter außer­halb der EU. Dabei gehe die Gefahr von Staaten sowie von staat­lich unter­stützen Akteuren aus. Damit spielt das Papier ziem­lich unmiss­verständ­lich auf China und auch auf Huawei an, ohne dabei aber einzelne Länder oder Unter­nehmen zu nennen. (teltarif.de berich­tete).

In einer ersten Reak­tion begrüßte Huawei dieses Vorgehen und beteu­erte dabei nochmal seine Unschuld: "Wir sind ein privates Unter­nehmen, das zu hundert Prozent im Besitz seiner Ange­stellten ist und Cyber­sicher­heit ist eine unserer Top-Prio­rität", erklärten die Chinesen. Die EU will bis Ende des Jahres Krite­rien dafür erar­beiten, wie die in dem Bericht genannten Risiken verrin­gert werden können. .

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