Unter der Lupe

Huawei Ascend P7 im Test: Germany's next Topmodel unter den Smartphones

Optisch ein echter Hingucker ist das Huawei Ascend P7. Aber auch bei der Ausstattung haben die Chinesen angezogen. Ein Highlight ist beispielsweise die 8-Megapixel-Frontkamera. Diese sowie die restlichen Features haben wir uns im Handy-Test des Ascend P7 näher angesehen.
Von Rita Deutschbein

Ein strahlendes Display

Als erstes Smartphone von Huawei löst das Ascend P7 in Full-HD (1 920 mal 1 080 Pixel) auf. Bislang vertrat der Hersteller den Standpunkt, dass der Unterschied zur HD-Auflösung bei Geräten dieser Größe kaum auszumachen wäre, der Akku aber durch ein hoch­auflösendes Display zu sehr beansprucht würde. Der Verzicht auf Full HD brachte dem Unternehmen zusehends Kritik ein, sodass sich der Hersteller beim Ascend P7 entschlossen hat, ein höher auflösendes Display zu verbauen. Eine Entscheidung, die sich gelohnt hat, denn das Ascend P7 besticht durch eine farbstarke und natürliche Darstellung mit satten Kontrasten und klar abgegrenzten Detailanzeigen. Die Pixeldichte beträgt 442 ppi.

Huawei Ascend P7 im Test: Germany's next Topmodel unter den Smartphones Eine Auswahl an verschiedenen Themes stehen bereit
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Während die Blickwinkel­stabilität keine Wünsche offen lässt, könnte die maximale Helligkeit bei starkem Sonnenlicht etwas heller sein. Gefallen hat uns im Test aber, dass die automatische Anpassung das Umgebungslicht akkurat bewertet und die Helligkeit des Bildschirms entsprechend anpasst. Zudem haben Nutzer die Möglichkeit, die Farbtemperatur im Display-Menü zu ändern. Je nach Geschmack lässt sich diese per Schieberegler stufenlos kälter oder wärmer einstellen. Den voreingestellten Standard empfanden wir aber als sehr angenehm.

Selbstverwirklichung auf den Homescreens

Huawei hat auch beim Ascend P7 seine bekannte Emotion UI über das Android-4.4-System gelegt. Die Oberfläche kommt in der Version 2.3 zum Einsatz und lässt sich nun besser an die eigenen Gestaltungs­wünsche anpassen. Die Apps landen zwar weiterhin direkt auf dem Homescreen, da es bei EMUI keinen App-Drawer gibt, doch lässt sich bei der neuen Version das Me-Widget zerlegen und die darin enthaltenen Elemente auf unterschiedlichen Homescreens platzieren - das Wetter-Widget beispielsweise auf den Hauptscreen und die Galerie-Ansicht auf den Screen daneben.

Huawei Ascend P7 im Test: Germany's next Topmodel unter den Smartphones Simple UI als Alternative zur Standard-Oberfläche
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Für Smartphone-Neulinge gibt es mit dem einfachen Start­bildschirm eine abgespeckte Ansicht, auf der die wichtigsten Smartphone-Funktionen übersichtlich in bis zu acht Kacheln auf maximal drei Homescreens angezeigt werden. Im Standard-Modus kann der Nutzer seinen Anzeige-Stil durch die individuelle Anordnung von Elementen hingegen selbst bestimmen. Zudem gibt es verschiedene Themes zur Auswahl, die sowohl das Icon-Design als auch den Hintergrund verändern.

Highlight des Ascend P7: Die Kameras

Die Hauptkamera des Ascend P7 braucht sich nicht zu verstecken. Sie löst maximal 13 Megapixel auf, verfügt über einen BSI-Sensor der vierten Generation von Sony sowie über eine große F/2.0-Blende. Einstellungs­möglichkeiten wie ISO, Bildgröße, Fokus u.a. sind übersichtlich in der Kamera-App gelistet. Ein Pluspunkt ist die schnelle Aktivierung der App: Drückt der Nutzer zweimal hintereinander auf die Leisetaste, öffnet das Smartphone die Kamera-App und macht im Bruchteil einer Sekunde ein Foto.

Huawei Ascend P7 im Test: Germany's next Topmodel unter den Smartphones Fotobeispiel bei grauem Regenwetter
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Die Kamera erzeugt gute Bildergebnisse. Vor allem bei Tageslicht zeigen sich kräftige Farben und starke Bildkontraste. Bei weniger guten Licht­verhältnissen schneidet die Fotoqualität im Automatik­modus ohne Blitz ebenfalls gut ab. Es gibt zwar vereinzelt Rauschen auf den Bildern, doch hält sich dieses in Grenzen. Sobald jedoch der Blitz aktiviert wird, scheint es mitunter zu Überbelichtungen zu kommen - ein eher graues und kontrastloses Fotoergebnis ist die Folge.

Groufies ahoi

Huawei Ascend P7 im Test: Germany's next Topmodel unter den Smartphones Groufie: Zu sehen ist der verzogene Fensterrahmen, aber kaum Verzerrungen bei den Personen
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein, Marleen Frontzeck
Die 8-Megapixel-Frontkamera ist wohl eines der Highlights des Ascend P7. Eine derart hohe Auflösung bei einer Frontkamera findet sich bislang nur im Huawei-Smartphone. Mit der Kamera lassen sich sehr gute Selbstportraits aufnehmen und auch Panorama-Portraits mit mehreren Personen - sogenannte Groufies - sind möglich. Bereits vor der Aufnahme kann der Nutzer mit verschiedenen Modi spielen. Die Option "Verschönern" legt beispielsweise einen Weichzeichner über das Gesicht, das dadurch sanfter und weicher wirkt (zu sehen im Hands-On). Im Panorama-Modus macht der Nutzer im Hochkant-Format insgesamt drei Fotos - eines mittig und jeweils eines links und rechts. So erfasst die Kamera einen großen Bereich, in dem ganze Gruppen stehen können. Die nahtlose Aneinander­reihung aller drei Aufnahmen verlangt Übung, erzielt aber in den meisten Fällen gute Ergebnisse, auch wenn die Perspektive zum Teil etwas verzerrt ist. Die gespeicherten Fotos lassen sich auf dem 16 GB großen Speicher ablegen, der sich bei Bedarf noch erweitern lässt.

Der Akku des Ascend P7

Huawei Ascend P7 im Test: Germany's next Topmodel unter den Smartphones Der Ultra-Energiesparmodus
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Das Ascend P7 verfügt über einen fest verbauten 2 500-mAh-Akku. Trotz LTE und Full-HD-Auflösung reicht diese Kapazität aus, um bei durch­schnittlicher Nutzung einen guten Tag Laufzeit zu gewähren. Nach eineinhalb Tagen muss das Smartphone aber spätestens wieder an die Steckdose. Für Fälle, in denen eine solche nicht zur Verfügung steht, hat Huawei den Ultra-Energie­sparmodus entwickelt. Bei diesem werden, abgesehen von grund­legenden Funktionen wie Telefonie und Nachrichten, alle Anwendungen abgeschaltet. Das Gerät wird in einen Schwarz-Weiß-Modus versetzt, der an die Simple UI erinnert. So lässt sich das Ascend P7 laut Huawei trotz sehr niedrigem Akkustand noch Stunden weiter nutzen.

Preiseinschätzung

Huawei bietet das Ascend P7 voraussicht­lich ab Mitte Juni zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 419 Euro in Deutschland an. Zunächst sind die Farbvarianten Weiß und Schwarz erhältlich. Ob auch das pinke Modell kommen wird, bleibt abzuwarten. Der Preis für das neue Flagg­schiff der Chinesen liegt deutlich unter der UVP, die Konkurrenten wie Samsung, HTC oder Sony für ihre Geräte angesetzt haben. Dennoch muss sich das Ascend P7 in Sachen Leistung aber vor allem auch im Hinblick auf das Design nicht verstecken. Der Straßenpreis wird erfahrungs­gemäß noch etwas günstiger ausfallen als die UVP, sodass anzunehmen ist, dass das Ascend P7 schon bald für 350 bis 400 Euro erhältlich sein wird. Preislich wird es somit in etwa mit dem Nexus 5 vergleichbar sein.

Fazit: Ascend P7 schafft den Sprung in die Oberklasse

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,7
  • Bedienung, Handling, Software: 1,6
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1,2
  • Basis-Feature des Handys: 1,6
  • Einschätzung des Redakteurs: 1,4
  • Gesamtnote: 1,5
Gerade optisch ist das Ascend P7 von Huawei ein Gerät, das begeistern kann. Der Einsatz von Metall und Glas beim Gehäuse wirkt hochwertig und geht Hand in Hand mit der nicht zu beanstandenden Verarbeitung. Auch die vielen Software-Features, der LTE-Support und nicht zuletzt die 8-Megapixel-Frontkamera gehören zu den Besonderheiten des Smartphones.

Die Leistung ist für Normal-Nutzer durchaus ausreichend, Technik-Freaks mit hohen Ansprüchen sind mit dem Ascend P7 aber sicher nicht zufrieden. Dennoch ist es Huawei mit dem neuen Modell gelungen, den Schritt in die Oberklasse zu gehen und dabei viele Kunden-Wünsche zu berücksichtigen.

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