Riese im Alltag

Huawei Ascend Mate 7 im Test: 6 Zoll großer Metall-Riese mit schlichter Eleganz

Es ist groß, aus Metall gefertigt und bringt Raffinessen wie einen Fingerabdrucksensor und LTE Cat.6 - das Huawei Ascend Mate 7. Wir haben den Wechsel von 5 auf 6 Zoll gewagt und das Android-Kitkat-Smartphone einen Monat lang intensiv getestet.
Von Rita Deutschbein

Huawei hat im Ascend Mate 7 seinen hauseigenen Prozessor namens HiSilicon Kirin 925 mit Mali-T628-Grafik eingebaut, der in dem Riesen Premiere feiert. Die CPU wird von einem i3-CoProzessor sowie 2 GB Arbeitsspeicher begleitet. Der Kirin 925 bietet insgesamt acht Kerne, die sich aus vier Cortex-A7-Kernen mit 1,3 GHz und vier A-15-Kernen mit 1,8 GHz zusammensetzen und nach dem big.LITTLE-Prinzip geschaltet werden. Je nach Leistungsanspruch arbeiten also die stromsparenden A7-Kerne oder die leistungsfähige A15-Kombination.

Der besagt Begleitchip namens i3 regelt den Betrieb der Sensoren. Wie bei Apples CoProzessor M7 verarbeitet er die Daten des Beschleunigungssensors, des Gyroskops und Kompass sowie des Näherungssensors und des Fingerabdrucksensors. Die Haupt-CPU kann sich somit ganz auf den regulären Betrieb konzentrieren.

Highlight des Ascend Mate 7 ist unter anderem der Fingerabdrucksensor Highlight des Ascend Mate 7 ist unter anderem der Fingerabdrucksensor
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Im Alltag zeigt sich die Kombination aus zwei Prozessoren und stabilem Arbeits­speicher in einem flüssigen Betrieb sowie dem flotten Öffnen von Anwendungen. Mit Multitasking hat das Huawei-Gerät ebenfalls keine Probleme und auch anspruchsvolle Games können zum großen Teil ohne Ruckler gespielt werden. Lediglich 3D-Grafiken machen dem Ascend Mate 7 etwas zu schaffen.

Beim Benchmark-Test von AnTuTu erreichte das Mate 7 einen Wert von 42 220 und reiht sich damit dicht hinter dem Sony Xperia Z3 Compact (44 202) und dem Motorola Moto X 2 (43 934) ein. Beide Vergleichsgeräte werden von einem Snapdragon 801 und 2 GB RAM angetrieben. Die Leistung des Kirin-Chips und des Qualcomm-Konkurenten liegen also auf einem sehr ähnlichem Niveau. Im Gaming-Test von 3DMark Unlimited kam das Huawei-Smartphone hingegen auf vergleichsweise schwache 13 633 Punkte, wohingegen die beiden Vergleichsmodelle von Sony und Motorola über 19 000 Zähler erreichten.

Android Kitkat und Emui 3.0

Huawei liefert das Ascend Mate 7 mit Android in der Version 4.4.2 Kitkat aus. Zudem kommt auf dem Riesen erstmals die neue Emui-Variante 3.0 zum Einsatz. Bei Emotion UI, wie die Nutzeroberfläche von Huawei auch genannt wird, verschmelzen Homescreen und App-Drawer. Ähnlich wie bei iOS gibt es also keinen zentralen Sammelplatz für Apps, sondern die Anwendungen liegen vielmehr direkt auf dem Homescreen und lassen sich dort in Ordnern für mehr Übersichtlichkeit sortieren.

Das klassische Android-Feeling gibt es aufgrund der stark angepassten Emui-Oberfläche nicht. Darüber müssen sich Nutzer im Klaren sein. Zur Gestaltung bietet Huawei den Download von vielen verschiedenen Themes an, mit denen sich die Oberfläche des Smartphones individuell gestalten lässt. In regelmäßigen Abständen kommen neue Themes hinzu, die allesamt in der App "Designs" zu finden sind.

Emui: Viele verschiedene Themes bieten eine individuelle Gestaltungsmöglichkeit des Handys Viele verschiedene Themes bieten eine individuelle Gestaltungsmöglichkeit des Handys
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Das System des Ascend Mate 7 ist kaum mit unnötigen Apps zugespamt. Es finden sich lediglich die klassischen Google-Anwendungen und einige kleinere Programme von Huawei - beispielsweise das Updateprogramm, mit dem kontrolliert werden kann, ob das System auf dem neuesten Stand ist, sowie eine NFC-Tag-Übersicht, ein Dateimanager und die Support-Software HiCare. Trotz allem belegt auch diese Ausstattung ein gutes Stück des internen Speichers. Von den 16 GB stehen Nutzern nach System-Abzug lediglich noch etwa 11 GB zur freien Verfügung. Mittels microSD-Speicherkarten kann die Kapazität aber um bis zu 128 GB erweitert werden.

Sicherung mittels Fingerabdrucksensor

Der Fingerabdrucksensor des Huawei Ascend Mate 7 sitzt nicht wie bei den Smartphones von Samsung und Apple im Home-Button, sondern wurde direkt unter der Kamera auf der Geräterückseite platziert. Dies hat einen entscheidenden Vorteil: Selbst wenn das Huawei-Gerät in einer Hand gehalten wird, kann es mit dem Zeigefinger entsperrt werden. Da sich bis zu fünf Fingerabdrücke registrieren lassen, kann ein Zugang zum Smartphone entweder für weitere Personen eingerichtet werden, oder der Nutzer registriert mehrere seiner Finger (beispielsweise beide Zeigefinger) und kann so das Smartphone entsperren, auch wenn es mit der anderen Hand gehalten wird.

Mate 7: Registrierung und Verwaltung von Fingerabdrücken Registrierung und Verwaltung von Fingerabdrücken
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Der Fingerabdrucksensor funktioniert sehr zuverlässig, was vor allem an dem 360-Grad-Sensor liegt. Zudem ist es erfreulich, dass die Daten direkt auf dem Smartphone und nicht etwa irgendwo in einer Cloud abgelegt werden. So sind die Fingerabdrücke sicher. Egal ob der Finger schräg oder gerade aufgelegt wird, der Fingerabdruckscanner erkannte ihn im Test nahezu immer. Auch feuchte Finger machen dem Sensor nichts aus. Sollte das Entsperren dennoch einmal nicht funktionieren, kann ein PIN eingegeben werden, der bei der Registrierung des Fingerabdrucks zur Sicherheit festgelegt werden muss.

Mithilfe des Fingerabdrucks lässt sich nicht nur das Smartphone entsperren. Auch private Daten oder der Zugriff auf bestimmte Apps können geschützt werden. Dies hilft beispielsweise bei der Kindersicherung. Zu guter Letzt dient der Sensor auch zur Aufnahme von Fotos. Mit Auflegen des Fingers löst die Kamera aus, was zum einen bei Selfie-Aufnahmen hilfreich ist, da diese trotz der Größe des Ascend Mate 7 mit nur einer Hand aufgenommen werden können. Zum anderen erleichtert diese Auslösefunktion aber auch normale Fotoaufnahmen, da der Klick auf den virtuellen Display-Auslösebutton entfällt.

Auf der nächsten Seite beschäftigen wir uns mit der Kamera und welche Fotoqualität diese ermöglicht. Außerdem verraten wir die Vorteile des großen Displays beim Surfen im Internet und fassen unsere Ergebnisse im Fazit zusammen.

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