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Huawei: Banking-Apps jetzt in der AppGallery

Huawei lädt die Nutzer ein, Android-Apps zu benennen, die noch nicht in der Huawei-AppGallery zu finden sind. Drei zuge­las­sene Bankingapps sind schon ange­kommen.

Finanz-Apps wie Finanzblick (unser Bild), FinanzGuru oder Outbank gibts auch in der Huawei AppGallery Finanz-Apps wie Finanzblick (unser Bild), FinanzGuru oder Outbank gibts auch in der Huawei AppGallery
Screenshot: teltarif.de (aus Google Play Store)
Seitdem der Präsi­dent der USA dem ameri­ka­ni­schen Konzern Google verboten hat, den Hersteller Huawei mit dem kompletten Android-Betriebs­system zu belie­fern, können Käufer der neuesten Huawei-Modelle ihre Apps nicht mehr aus dem Google Play Store auf ihr Handy herun­ter­laden.

Alter­na­tive Quellen?

Nun gibt es alter­na­tive Quellen, wo man die notwen­digen APK-Dateien bekommen kann, sofern man dem Heraus­geber vertrauen kann oder will. Huawei sinnt schon länger nach Alter­na­tiven und hat deshalb die "Huawei AppGallery" entwi­ckelt, in der viele gängige Soft­ware für Android herun­ter­ge­laden werden können, wenn auch nicht alles und nicht immer die aller­neu­esten Versionen.

Google Pay bleibt versperrt - aber erste Banking Apps nutzbar

Finanz-Apps wie Finanzblick (unser Bild), FinanzGuru oder Outbank gibts auch in der Huawei AppGallery Finanz-Apps wie Finanzblick (unser Bild), FinanzGuru oder Outbank gibts auch in der Huawei AppGallery
Screenshot: teltarif.de (aus Google Play Store)
Sicher­heits­kri­ti­sche Anwen­dungen wie mobiles Bezahlen mit Google Pay sind mit den aller­neu­esten Huawei-Modellen weiterhin nicht möglich, aber für die elek­tro­ni­sche Konto­füh­rung könnte es jetzt einen Ausweg geben. Durch eine Koope­ra­tion zwischen Huawei und Service-Anbie­tern kommt jetzt Finanz-Soft­ware in das eigene Down­load­portal, nämlich "Finanz­blick", "Finanz­guru" und "Outbank".

Finanz­blick und Outbank

Finanz­blick und Outbank bieten soge­nannte "Multi-Banking-Dienste", mit denen Verbrau­cher – sobald sie sich einmal ange­meldet haben – auf ihre unter­schied­li­chen Bank­konten bei verschie­denen Banken zugreifen können, sofern diese gewisse Stan­dards erfüllen. Damit lassen sich dann Konto­stand­ab­fragen, Über­wei­sungen oder Dauer­auf­träge direkt von aktu­ellen Huawei-Smart­phones über die Huawei Mobile Services erle­digen. Der Vorteil: Es muss keine App der jewei­ligen Bank auf dem Handy instal­liert sein.

TAN-Verfahren bleibt

Alle Bank­ge­schäfte lassen sich direkt über "Finanz­blick" sowie "Outbank" abwi­ckeln, die Trans­ak­tionen werden über die gewohnten TAN-Verfahren SMS-TAN und Chip-TAN (extra TAN-Gene­rator notwendig) auto­ri­siert. Unter Android bekannte Programme wie "Push TAN" oder "Photo-TAN" werden jedoch nicht unter­stützt.

Note 2 bei Stif­tung Waren­test

Das Programm "Finanz­blick" hatte im großen Banking-Vergleich von Stif­tung Waren­test (Finanz­test-Ausgabe 06/2020) die Note 2.0 erhalten, es verein­fache mit dem Hinweis auf steu­er­re­le­vante Abbu­chungen zudem die Steu­er­erklä­rung.

Das Programm "Finanz­guru" verwendet die PSD2-Program­mier­schnitt­stellen, um Kunden beim Manage­ment von Ausgaben, wieder­keh­renden Zahlungen und dem Über­blick des „Haus­halts­buchs“ zu unter­stützen. Dabei stehe der Daten­schutz bei allen Anbie­tern an erster Stelle. So spei­chert Outbank zum Beispiel alle sensi­blen Finanz­daten ausschließ­lich lokal auf dem Gerät, nicht auf Servern.

AppGallery soll weiter­ent­wi­ckelt werden

William Tian, Country Manager Germany bei Huawei, verfolgt das Ziel, die AppGallery konti­nu­ier­lich weiter­zu­ent­wi­ckeln. Lokale Teams arbei­teten "hart daran, dass die AppGallery tagtäg­lich wächst". Und er wendet sich an die Huawei Kunden: "Ist Ihre Lieb­lings-App noch nicht enthalten, teilen Sie uns das ganz einfach über die ‚Wunsch­liste‘ mit. In der Zwischen­zeit können Sie diese App ganz einfach über die neue Such­funk­tion von Huawei, die einen Zugang zu Millionen von Apps ermög­licht, herun­ter­laden und bequem updaten.“

Stan­dards für Online-Banking

Eine beson­dere Schlüs­sel­rolle kommt den Account Infor­ma­tion Service Provi­dern (AISPs) beim Banken unab­hän­gigen PSD2-Multi­ban­king zu. PSD2 steht für "Payment Services Direc­tive2", die zweite EU-Richt­linie für Zahlungs­dienste, die im September 2019 voll­ständig in Kraft trat. Sie zielt darauf ab, Wett­be­werb und Inno­va­tion im Privat­kun­den­ge­schäft zu verstärken. Verbrau­chern soll damit durch die Inte­gra­tion von klas­si­schen Bank­dienst­leis­tungen in andere Anwen­dungs­fälle mehr Auswahl, besserer Service und ein klarer Mehr­wert geboten werden.

Ein wesent­li­ches Element von PSD2 ist es, zerti­fi­zierten Dritt­an­bie­tern über stan­dar­di­sierte APIs Zugang zu den Bank­konten der Verbrau­cher zu gewähren – alles in einem sicheren und klar regu­lierten Rahmen und ausschließ­lich mit der Zustim­mung des Nutzers.

AISP unter­stützen Konto- und Adress-Veri­fi­zie­rung, bei Last­schrift­ver­fahren oder Zahlung per Rech­nung, Saldo­ab­frage und Cash-Manage­ment zur Verwal­tung aller Bank­konten über eine einzige App und zur Opti­mie­rung der Konto­stände, Opti­mie­rung der Gewinn- und Verlust­rech­nung eines Haus­haltes durch Analyse der einge­henden Gelder und Ausgaben in verschie­denen Kate­go­rien, Manage­ment der hinter­legten Bank­konten für einfa­ches Online-Banking.

Eine Einschät­zung

Es war von vorn herein klar, dass Huawei sich die Google-Blockade durch die US-Regie­rung nicht lange bieten lassen würde. Also wurde die AppGallery aufge­baut und auch um solche Anwen­dungen erwei­tert, wo es auf höhere Sicher­heit ankommt, weil es ums Geld der Nutzer geht. Wenn die genannten Apps die Sicher­heits­stan­dards der Banken erfüllen, wird mancher Kunde auf den "Segen" von Google liebend gerne verzichten. Der ameri­ka­ni­sche Präsi­dent wird bald merken, dass er seinen ameri­ka­ni­schen Unter­nehmen mit der Blockade mehr geschadet als genutzt hat.

Huawei stattet die Smart­phone-Modelle der P40-Serie mit einem neuen Soft­ware-Feature aus. Auf dem Start­bild­schirm lässt sich nun ein Widget plat­zieren, mit dem Nutzer das Internet durch­forsten können.

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