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Vergleich: HTML5 und Flash fürs Handy oder Tablet

So testen Sie Ihren Browser auf Flash- und HTML5-Unterstützung
Von Christian Immler
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Ganz vorne in Sachen HTML5-Kompatibilität liegen zumindest nach diesem Test zurzeit der neueste Blackberry-Browser aus der Betriebssystemversion OS 6 mit 233 Punkten und Opera Mobile, der auf allen verfügbaren Plattformen 234 Punkte schafft. Schlusslichter unter den aktuellen Hand-Browsern sind die Standard-Browser in Symbian S60 5th Edition mit nur 29 Punkten und Windows Phone 7 mit gerade einmal 17 Punkten. Der Internet Explorer auf Windows Phone 7 basiert auf der Engine des Internet Explorer 7 für Windows, der genau die gleiche Punktzahl erreicht.

Bei Tablets ist dagegen HTML5 in den Browsern bereits sehr gut implementiert. Der auf Chrome basierte Browser aus Android 3.0 Honeycomb erreicht 223 Punkte, das Apple iPad 2 immerhin 206 Punkte. HTML5-Fishbowl-Benchmark

Allerdings entscheidet wie bei so vielen Tests nicht unbedingt nur das Gesamtergebnis. Viel wichtiger ist es, dass die wirklich nützlichen Funktionen von HTML5 unterstützt werden. So unterstützt etwa der Blackberry-Browser heute schon MP3-Musik im Audio-Tag, was bei den Android-Browsern noch fehlt. Dafür verarbeitet Blackberry umgekehrt noch keinen der in HTML5 möglichen Video-Codecs, Firefox Mobile für Android kann bereits Ogg Theora und WebM-Videos decodieren. Von großer Bedeutung auf dem Handy ist die einfache Eingabe innerhalb von Webseiten, die mit HTML5 ebenfalls standardisiert wird. Hier liegt Opera Mobile mit großem Abstand vorne. Andere HTML5-Funktionen wie etwa Drag-and-Drop sind auf Smartphones weniger wichtig.

Flash-Unterstützung des eigenen Handy-Browsers testen

Flash ist zwar seit 1997 im Internet etabliert, wird aber wegen hoher Hardware-Ansprüche von mobilen Geräten erst seit kurzer Zeit unterstützt. Ab Android 2.2 bieten der Android-Standard-Browser, Dolphin HD und Opera Mobile Flash-Plugins. Auf anderen Smartphone-Plattformen sieht es noch deutlich schlechter aus. Flash auf einem Handy testen können Nutzer unter www.flash.com. Nach kurzer Ladezeit sehen sie entweder ein Video oder eine Meldung, dass Flash-Inhalte nicht dargestellt werden können.

HTML5 oder Flash? - Was braucht man wofür?

HTML5-Demo Außer YouTube und Werbeanbietern nutzen auch interaktive Seiten sowie Spiele die Flash-Technik. HTML5 wird in Zukunft für die gleiche Art von Anwendungen eingesetzt, wobei heute noch nicht abzusehen ist, inwieweit HTML5 Flash langfristig ersetzen oder parallel weiter laufen wird.

Zurzeit wird HTML5 noch ausschließlich für Tests verwendet - bis es sich allgemein durchsetzt, wird noch einige Zeit vergehen. Auf der Microsoft-Seite www.ietestdrive.com sind schon diverse eindrucksvolle Tests wie etwa der bekannte Fishbowl-Benchmark zu sehen, die zwar auf HTML5-konformen Browsern auf Smartphones und Tablets laufen, aber meist nur sehr langsam, da die Hardware einfach noch nicht ausreichend Leistung hergibt. Eine weitere sehr unterhaltsame HTML5-Demo worldsbiggestpacman.com scheitert auf den meisten Smartphones gar nicht einmal an der Browser-Kompatibilität, sondern an ganz anderen Faktoren wie Steuerung, Bildschirmauflösung oder der Größe des Arbeitsspeichers.

Der Browser alleine reicht für die sinnvolle HTML5-Unterstützung eines Smartphones noch nicht aus - die Hardware muss auch leistungsfähig genug sein. Bedienelemente, Grafik- und Audioausgabe müssen ebenfalls für HTML5 ausgerichtet sein. Im Vergleich zum offenen Standard HTML5 hat es Adobe bei Flash einfach, bestimmten Geräten Flash-Unterstützung zu gewähren oder zu verwehren.

HTML5-Spiel World's Biggest Pacman Bei HTML5 liegt es an den Browser-Herstellern, die Funktionen einzubinden, Flash wird durch das Plugin von Adobe dargestellt. So ist es durchaus denkbar, dass mit zukünftigen Softwareupdates beide Technologien zunehmend besser unterstützt werden. So lange noch nicht klar ist, welches der beiden Systeme sich langfristig bei Webentwicklern durchsetzt, werden Browser beide darstellen müssen.

Bis jetzt ist HTML5-Kompatibilität sicher noch kein Kaufkriterium für ein Handy, wenn man das Gerät nicht gerade für eine ganz spezielle Anwendung benötigt. Dies kann sich in den nächsten Jahren ändern, aber wer kauft ein Handy mit der Perspektive einer jahrelangen Nutzung? Flash-Unterstützung ist schon interessanter, da diese Technik zurzeit noch auf deutlich mehr Webseiten eingesetzt wird. Allerdings gibt es für Handy-Nutzer auch hier nützliche Alternativen - YouTube und Spiele laufen als App deutlich schneller und stabiler als mit Flash im Browser und Flash-Werbung blockiert man schon auf dem PC lieber, als sie anzusehen.

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