Getestet

HTC U11 im Test: So stark wie das Samsung Galaxy S8

Auf dem Weg in die Highend-Klasse? Das HTC U11 kann im Test mit vielen Features wie einem starken Prozessor, Edge Sense und BoomSound punkten. Doch ohne das beiliegende Putztuch oder ein zusätzliches Case sollte man nicht aus dem Haus gehen.
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HTC will mit dem U11 die Highend-Klasse erobern und hat sich dafür einige Features einfallen lassen, die einem Galaxy S8 oder iPhone 7 fehlen. Ob die speziellen Funktionen wie Edge Sense oder das besondere Audio-System im Alltag überzeugen können, haben wir in diesem ausführlichen Test des HTC U11 überprüft. Unter anderem nehmen wir das Display, die Smartphone-Kamera, die Leistung und die Akku-Laufzeit unter die Lupe.

Das HTC U11 (Dual-SIM) ist in den Farbvarianten Silber, Schwarz, Blau, Weiß und Rot zu einem Preis von 749 Euro (UVP) zu haben. Ohne Dual-SIM-Funktion sind es rund 50 Euro weniger. Wir haben für den Test das HTC U11 ohne Dual-SIM erhalten. Rechtfertigt der hohe Preis die Highend-Smartphone-Ausstattung?

Design und Materialien

Mit der Highend-Ausstattung des HTC U11 geht es schon beim Einsatz von hochwertigen Materialien los. So bestehen die Vorder- und Rückseite des HTC U11 aus einem kratzfestem Corning Gorilla Glass 5. Allerdings wurde die Gehäuse­rückseite nicht aus einem Stück gefertigt, sondern ist aus mehreren Schichten zusammen­gesetzt. HTC bezeichnet das Verfahren als Optical Spectrum Hybrid Deposition. Bei der Schichtung werden auch Mineralien eingesetzt, die reflektierende und licht­brechende Eigenschaften haben. Dadurch erscheint die Oberfläche des HTC U11 als wäre sie flüssig.

Rückseite des HTC U11 spiegelt stark und ist für Schlieren anfällig
Rückseite des HTC U11 spiegelt stark und ist für Schlieren anfällig
Das Design-Element mag eine Besonderheit sein, allerdings empfinden wir im Test des HTC U11 diese Oberfläche als unpraktisch. So sind schnell Fingerabdrücke und Schlieren zu sehen. Zudem sind die zum Teil starken Spiegelungen nicht jedermanns Geschmack und das Smartphone kann durch die sehr glatte Oberfläche auch schneller aus der Hand rutschen. Ob HTC dies bedacht hat? Ja, denn im Lieferumfang hat HTC gleich ein Putztuch sowie ein durch­sichtiges Case beigefügt. Während das Putztuch schnell die Schlieren auf dem Smartphone beseitigt, macht die Smartphone-Hülle im Test keinen guten Eindruck und ist eines Highend-Smartphones nicht würdig, wie wir bereits im Unboxing des HTC U11 festgestellt haben.
Das HTC U11 ist 7,9 Millimeter dick
Das HTC U11 ist 7,9 Millimeter dick
Für die leicht gebogene Form des HTC U11 wurde die Glasrückseite leicht erhitzt und anschließend mit einem starken Druck gebogen. Durch das 3D-Glas auf der Rück- und Vorderseite schmeichelt sich das HTC U11 der Handform an - in puncto Ergonomie hat HTC alles richtig gemacht. Ansonsten haben wir im Test des HTC U11 keine Verarbeitungs­fehler, scharfe Kanten oder überstehende Material­reste festgestellt.
Die geriffelte Power-Taste beim HTC U11 im Test
Die geriffelte Power-Taste beim HTC U11 im Test

Anschlüsse, Tasten und Kopfhörer

Die Anzahl der Tasten ist überschaubar: So sind auf der rechten Rahmenseite des HTC U11 eine Lautstärkewippe, gefolgt von der Power-Taste, integriert. Beide Tasten haben im Test einen angenehmen Druckpunkt bewiesen - hier wackelt auch nichts. Gut finden wir, dass die Oberfläche der Power-Taste geriffelt ist, wodurch sich diese noch besser erfühlen lässt. In puncto Anschlüsse sind ein microSD- und Nano-SIM-Kartenschacht in der oberen Rahmenseiten integriert. In der Dual-SIM-Version des HTC U11 lässt sich dieser Slot für die Dual-SIM-Funktion nutzen.

Nano-SIM- und microSD-Karten-Slot lässt sich mit einem Tool öffnen
Nano-SIM- und microSD-Karten-Slot lässt sich mit einem Tool öffnen
Dass es ein Highend-Smartphone auch mit Dual-SIM gibt, ist nicht selbst­verständlich. Die Dual-SIM-Funktionalität der Version geht aber zu Lasten des microSD-Slots, auf den der Nutzer dann verzichten muss, da es sich um einen Hybrid-Slot handelt. So lassen sich entweder zwei Nano-SIM-Karten oder eine Nano-SIM- und eine microSD-Karte einstecken. Auf der gegenüber­liegenden Rahmenseite befindet sich der USB-Typ-C-3.1-Port. Über diesen lässt sich der Akku laden, der Datenaustausch mit einem Computer oder das Anhören von Musik durchführen.

HTC verzichtet beim U11 komplett auf den 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss und packt kompatible Kopfhörer gleich mit in den Lieferumfang. Allerdings brauchen Besitzer von Kopfhörern mit Klinke keine Angst haben, dass sie diese beim HTC U11 nicht verwenden können. So wurde dem Zubehör ein entsprechender Adapter beigefügt. Manko dabei ist natürlich, dass man diesen immer dabei haben muss, wenn man die Musik per HTC U11 mit den eigenen Kopfhörern hören möchte. Zudem besteht die Gefahr, dass der Adapter aufgrund seiner kleinen Abmessungen schnell verloren gehen kann.

Was ist Active Noise Cancellation?

Ansonsten gibt es an den beiliegenden Kopfhörern nicht auszusetzen. Das HTC-USonic-Headset mit In-Ear-Kopfhörern hat einen Wert von 39,90 Euro und ist auf das HTC U11 gut abgestimmt. Außerdem hat es eine besondere Eigenschaft: So wird per Sonar das Innenohr abgemessen und ein individuelles Benutzerprofil für den Nutzer erstellt. Dadurch wird die Musikwiedergabe optimiert. Dies haben wir auch im Test gemerkt, so haben wir normale In-Ear-Kopfhörer mit dem HTC U11 verwendet und danach das beiliegende Headset. Die Akustik war hörbar besser und klarer. In den Einstellungen unter dem Punkt "HTC USonic mit Active Noise Cancellation" lässt sich das persönliche Klangprofil schnell und einfach erstellen.

Persönliches Audioprofil erstellen und weitere Funktionen im Menü aktivieren
Persönliches Audioprofil erstellen und weitere Funktionen im Menü aktivieren
"Active Noise Cancellation" bezeichnet die intelligente Geräusch­unterdrückung, die während der Nutzung des Headset Störungen durch Geräusche reduziert. Dafür wird laut HTC in regelmäßigen Abständen der Umgebungsschallpegel überwacht und der Sound an die Umgebungsgeräusche angepasst. Dies klappte im Test des HTC U11 gut, denn beim Musikhören in einem Einkaufszentrum mit vielen Geräuschen und dem Verlassen dessen wurde der Ton im Vergleich zu herkömmlichen Kopfhörern gut angeglichen. Trotzdem lassen sich nicht alle Hintergrund­geräusche herausfiltern, im Test haben wir manchmal doch einige laute Töne wahr­genommen.

Einrichtung und Fingerabdruckscanner im Test

Die Einrichtung des HTC U11 hat im Test einige Zeit in Anspruch genommen, bis wir mit den Voreinstellungen durch waren. So mussten wir unter anderem die Google-Dienste bestätigen, wurden nach dem Anlegen eines HTC-Kontos gefragt, konnten Edge Sense einrichten, mussten eine Internet-Verbindung per WLAN konfigurieren und mehr. Dies hat bei der Ersteinrichtung des Modells etwas genervt. Insbesondere das Anlegen eines HTC-Kontos sowie die Einrichtung von Edge Sense ist aber zum Glück als spätere Auswahl-Möglichkeit definiert.

Unterhalb des Displays des HTC U11 sitzt der Fingerabdruck­scanner, der sich im Test schnell ohne Probleme einrichten ließ. Bis zu fünf Fingerabdrücke lassen sich hinzufügen. Mit dem Fingerabdruckscanner kann per Tipp auf diesen das Handy aufgeweckt werden. Dies klappte im Test einwandfrei: Von 10 Versuchen wurde das Smartphone auch 10 Mal aufgeweckt. Alternativ lässt sich auch eine Displaysperre über ein Muster, einen PIN oder ein Passwort einstellen. Zudem muss der Nutzer trotz des eingerichteten Fingerabdrucks ein Backup für die Bildschirmsperre festlegen - dies kann über die genannten drei Methoden erfolgen.

Fingerabdruckscanner des HTC U11 im Test
Fingerabdruckscanner des HTC U11 im Test

Wasser-Test mit dem HTC U11

Das HTC U11 ist nach der Schutzklasse IP67 in einem gewissen Umfang vor Wasser und Staub geschützt. So kann es für 30 Minuten in einer Wasser-Tiefe von etwa 1 Meter eingetaucht werden. Allerdings muss es sich um nicht zu kaltes oder warmes Süßwasser handeln, das frei von jeglichen Zusätzen ist. So lässt sich das HTC U11 einwandfrei benutzen, wenn es regnet und der Nutzer muss keine Angst haben, dass die Elektronik einen Schaden nimmt. Zudem führt HTC als Beispiel an, dass sich das HTC U11 dank Edge Sense auch unter Wasser bedienen lässt. Durch das Drücken des Smartphones kann so per Handy-Kamera ein Foto geschossen werden. Dies klappte im Test ganz gut und wir haben von einem kleinen Fußball problemlos ein Foto unter Wasser schießen können. Wir haben das Modell zunächst für einige Minuten unter den Wasserhahn gehalten und danach ein Unterwasserfoto im gefüllten Spülbecken gemacht. Auch noch Stunden nach dem Wasser-Test haben wir keine Schäden am HTC U11 festgestellt. Allerdings hat das Display des HTC U11 im Wasser-Test verrückt gespielt, als wir es unter den Wasserhahn gehalten haben. So wurde immer Google aufgerufen, sobald Wasser auf das Display lief.

Display des HTC U11 spielt im Wasser-Test verrückt
Display des HTC U11 spielt im Wasser-Test verrückt
Der Nutzer muss aber einige wichtige Dinge vor und nach dem Tauchgang bedenken, wie HTC schreibt: "Versuchen Sie nicht, den USB-Typ-C-Anschluss eines nassen HTC U11 zum Laden oder anderweitig zu verwenden. Ziehen Sie für Hinweise zum Trocknen und für Tipps zur Aufrechterhaltung der wasser­abweisenden Eigenschaften das Benutzerhandbuch, die Support-Website oder die Hilfe-App auf dem Gerät heran. Feuchtigkeits­schäden können nicht von der Garantie abgedeckt werden."

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie das Display und der Prozessor im Test des HTC U11 abschneiden.

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