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HTC One A9S im Hands-On-Test: Wirklich ein iPhone-Klon?

Unbestritten hat das neue HTC One A9S eine gewisse Ähnlichkeit mit dem aktuellen iPhone von Apple. Doch wie sieht es im Inneren aus? Kann das One A9S in Sachen Leistung überzeugen? Wir sind den Fragen im Hands-On-Test nachgegangen.
Von der IFA in Berlin berichtet Rita Deutschbein
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HTC gehört zu den Herstellern, die keine Pressekonferenz auf der diesjährigen IFA veranstalten. Wir haben auf der Messe aber die Gelegenheit genutzt und dem taiwanesischen Unternehmen einen Besuch abgestattet. Bei dem Treffen konnten wir uns das HTC One A9S anschauen - das neueste Smartphone des Herstellers, das am Vortag zur IFA ohne viel Tamtam offiziell gemacht wurde.

HTC One A9S im ersten Hands-On-TestHTC One A9S im ersten Hands-On-Test Ein High-End-Smartphone ist das HTC One A9S zwar nicht, doch punktet es mit einem schicken Design und guter Technik eines Mittelklasse-Gerätes. Optisch sind, zumindest was die Rückseite angeht, Ähnlichkeiten zum aktuellen Apple iPhone nicht ganz abzustreiten - ein Punkt, der im Vorfeld zur Präsentation bereits einige Skeptiker schmunzeln ließ. Denn auch vom Namenszusatz "S" wird gesagt, dass sich HTC hier sehr stark am amerikanischen Konkurrenten hat inspirieren lassen. Doch all dies sei dahingestellt - wir schauen uns das HTC One A9S im folgenden Hands-On-Test ohne diese Beeinflussung an.

Erster Eindruck von Leistung und Display

HTC One A9s
Das One A9S besitzt ein 5 Zoll großes, durch Gorilla Glass 3 geschütztes Display. Das Smartphone wirkt vergleichsweise kompakt. Die Auflösung von 1280 mal 720 Pixel (HD) scheint zunächst etwas gering, doch ließen sich im Hands-On-Test nur bei sehr genauem Hinsehen einzelne Pixel erkennen - im Großen und Ganzen ist der Screen ausreichend scharf. Die Farbdarstellung ist natürlich und auch scheint der Bildschirm im ersten Eindruck ausreichend hell.
HTC One A9S mit matter Rückseite im "iPhone-Look"
HTC One A9S mit matter Rückseite im "iPhone-Look"
Schön ist, das HTC das One A9S mit Android 6.0 Marshmallow ausliefert. Ein Update auf Android 7 Nougat ist laut Hersteller wahrscheinlich, wird aber wohl frühestens im kommenden Jahr erfolgen. Für den Antrieb sorgt der Helio P10, ein 2,0-GHz-Octa-Core-Prozessor von Mediatek, der etwa seit Jahresbeginn in ersten Geräten eingesetzt und im 28-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Zum Chip gehört die Grafikeinheit ARM Mali-T860 MP2 sowie ein LTE-Cat.6-Modem für Datenraten von bis zu 300 MBit/s im Downstream. Alternativ wählt sich das One A9S über WLAN a/b/g/n (2,4-GHz- und 5-GHz-Band) ins Internet ein. Bluetooth 4.2 und NFC sind ebenfalls an Bord.

HTC verkauft das One A9S in Deutschland nur in der größeren Version mit 32 GB Speicher und 3 GB RAM. Auf anderen Märkten soll es auch eine Variante mit 16 GB internem Speicher und 2 GB Arbeitsspeicher geben. Das Scrollen durch die Homescreens verlief im ersten Test flüssig und Apps öffneten sich zügig. Die Funktion Boost+ soll den Speicher des Smartphones aufräumen, indem nicht mehr benötigte temporäre Daten gelöscht werden. Wie praktisch sich dies im Alltag erweist, muss ein genauer Test zeigen.

Ebenso konnten wir im Hands-On die genaue Laufzeit nicht testen. Nur soviel: Das HTC One A9S bringt einen fest eingebauten Akku mit, dessen Kapazität mit 2300 mAh zumindest auf dem Datenblatt etwas knapp bemessen ist. Da HTC das System in vielen Komponenten aber in der Stock-Version belassen hat und auch die Sense-Oberfläche wenig Energie benötigen soll, könnte das Smartphone länger durchhalten als es die Batterie vermuten lässt. Doch dies muss wie erwähnt im ausführlichen Test geprüft werden. Geladen wird der Akku über einen micro-USB-Port, wobei das Schnellladen unterstützt wird.

HTC One A9S: Die Seitenansichten mit abgedeckten Kartenschächten und Buttons für Lautstärke und Power
Die Seitenansichten mit abgedeckten Kartenschächten und Buttons für Lautstärke und Power

HTC One A9S: Optisch schön anzusehen

Das Gehäuse des One A9S ist vollständig aus Metall gefertigt und wirkt robust. Gerade zu den Seiten hin lassen sich zumindest bei dem Vorserienmodell, das wir uns angesehen haben, aber kleinere Spalten erkennen. Die matte Oberfläche zeigt zwar Fingerabdrücke, doch sind diese nicht so deutlich zu sehen wie auf Hochglanz­oberflächen. Der Power-Button am rechten Rand ist leicht geriffelt und lässt sich so gut von der glatten Lautstärkewippe unterscheiden. Links finden sich die Slots für die microSD-Speicherkarte sowie die Nano-SIM-Karte, die durch eine Abdeckung geschützt sind.

Die glatte Metallrückseite wird am oberen und unteren Bereich von einem Antennenrand unterbrochen. Ansonsten findet sich rückseitig nur noch die 13-Megapixel-Kamera mit f/2.2-Blende, einem 74,4-Grad-Weitwinkel-Objektiv sowie Pixel mit einer Kantenlänge von 1,12 Mikrometer. Ein professioneller Modus, Autofokus und ein LED-Blitz sind ebenfalls Teil der Kamera-Ausstattung, auf Wunsch lassen sich Fotos im RAW-Format speichern. Die Frontkamera macht hingegen Bilder mit bis zu 5 Megapixel - den Zusatz Ultrapixel verwendet HTC beim One A9S nicht.

Ebenfalls auf der Vorderseite wurde unter dem Display der Fingerabdrucksensor untergebracht. Der Sensor ist kein drückbarer Button, reagiert aber auf Berührung. Er dient somit gleichzeitig als Home-Button. Links und rechts vom Home-Button befinden sich die Sensor-Tasten für das Menü und den Zurück-Befehl.

HTC One A9S kommt in drei Farbversionen zum Weihnachtsgeschäft
HTC One A9S kommt in drei Farbversionen zum Weihnachtsgeschäft

Fazit des Hands-On-Tests des HTC One A9S

Das neue Smartphone von HTC ist kein Oberklassegerät, macht aber im Betrieb auf den ersten Blick eine gute Figur. Features wie die Hauptkamera, die Boost+-Funktion und die Prozessorleistung klingen vielversprechend. Abstriche gibt es für den Akku, der zumindest auf dem Datenblatt vergleichsweise schwachbrüstig erscheint.

Das Design gefällt, wenn eine gewisse Ähnlichkeit zum iPhone auch nicht ganz verschwiegen werden kann. Allerdings gilt dies nur für die Rückseitengestaltung. Die Seiten und die Vorderseite sind keineswegs mit Apple gleichzusetzen. Daher erscheint der Begriff iPhone-Klon, der zum Teil im Bezug mit dem HTC One A9S genannt wird, etwas unfair.

Zum Weihnachtsgeschäft im vierten Quartal - vermutlich Anfang November - soll das HTC One A9S in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein. Angeboten werden die Farbvarianten Cast Iron Black, Sand Gold und Aqua Silver, wobei die schwarze Version zuerst in den Verkauf gehen wird. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 299 Euro bzw. 299 Schweizer Franken.

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