Business

Das HTC HD Mini im Test

Für ein Windows-Mobile-Smartphone nicht schlecht
Von Ulf Schneider

Im Grunde müsste Steve Ballmer die Taiwanesen von HTC aus Dankbarkeit in jedem Abendgebet mit einschließen, denn Microsoft verdankt den Fernöstlern zumindest noch eine respektable Wahrnehmung von Windows Mobile im aktuellen Smartphone-Markt. Und das, obwohl HTC das Original-Antlitz von Windows Mobile nahezu komplett wegoperiert hat. Oder gerade deswegen?

Size matters!

HTC HD mini

Der Anspruch, ein Windows-Smartphone im Pocket-Size-Format zu bauen, hat HTC mit Bravour gelöst. Das HD Mini liegt perfekt in der Hand und trägt dank einer Bautiefe von knapp 1,2 Zentimetern nicht dick auf, wenn es in einer Jackentasche liegt – für Fans kompakter PDA-Phones ein klares Kaufargument!

Das HTC HD mini Das HTC HD mini
Bild: HTC
Die dürfen sich zudem über eine kompromisslose Verarbeitungsqualität freuen. So sorgen vier derbe Schrauben für eine robuste Verankerung des kompletten Korpus. Clever gelöst wurde zudem die Integration der Rückseite. Die umschließt das Cover bis zum Display-Rand, sodass das HD Mini wie aus einem Guss wirkt, denn seitlich erkennbare Spaltmaße wird dadurch elegant vermieden. Einziger Wermutstropfen: Das Entfernen des Akku-Deckels gleicht einem kleinen Kraftakt.

Auffällig ist ansonsten nur die Palette von Sensortasten unterhalb des Displays. Im Zusammenspiel mit der verglasten Frontseite und schwarzem Klavierlack ist das HD Mini ein optisch schlicht-eleganter Begleiter, der viel Robustheit ausstrahlt.

Biederes Business-Paket

Zumindest von den Eckdaten her kann das kapazitive Display durchaus überzeugen. Mit einer Diagonale von 8,1 cm und HGVA-Auflösung (320 mal 480 Pixel) ist es absolut zeitgemäß, für Smartphone-Verhältnisse allerdings eher klein dimensioniert. Dass es zudem nur 65 000 Farben darstellen kann, liegt an den technischen Restriktionen des Windows-Betriebssystems, was aber im Alltag nicht sonderlich auffällt. Insbesondere bei der Schriftdarstellung fällt allerdings auf, dass einzelne Buchstaben brüchig, bisweilen sogar pixelig wirken. Im direkten Vergleich haben moderne OLED-Displays in puncto Brillanz und Ablesbarkeit eindeutig die Nase vorn. Rückseite des HTC HD mini Rückseite des HTC HD mini
Bild: HTC

Die Ausstattung des Quadband-Funkers bietet keinerlei Überraschungsmomente, da sie sich brav ans gängige Businessprogramm hält. HSPA (7,2 MBit/s im Download, 2 MBit/s im Upload), WLAN und Bluetooth 2.1 sind für den schnellen Datentransport verantwortlich, während ein MP3-Player, zwei Java-Games und eine qualitativ gute 5-Megapixel-Kamera mit einer VGA-Camcorder-Funktion für Zeitvertreib sorgen. Ein Radio fehlt allerdings im inoffiziellen Standardprogramm. Störend ist ferner, dass sich Schnappschüsse nicht per Bluetooth verschicken lassen und auch kein Geotagging möglich ist. Dafür steckt ein GPS-Empfänger samt dem Routenplaner CoPilot unter der Haube. Nach einem kurzen Download von Daten kann der Nutzer sich 15 Tage lang kostenlos von A nach B navigieren lassen. Danach wird man allerdings zur Kasse gebeten, was in Zeiten von kostenlos angebotenen Navigationslösungen von Nokia oder Google nicht mehr ganz zeitgemäß wirkt.

Recht geizig für ein Smartphone ist zudem der Speicherplatz. Gerade einmal rund 512 MB sind verbaut, wobei aber nur die Hälfte davon ab Werk zur freien Verfügung steht. Wer mehr will, muss in eine microSD-Karte investieren, wobei der Taiwanese bis zu 32 GB verdauen kann und auch SD-2.0-kompatibel ist.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, wie sich das Smartphone in puncto Steuerung, Akku-Leistung und vielem mehr schlägt.

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