Handy-Test

Es ist so frei: Das Android-Handy HTC Desire im Test

Das vielleicht beste Android-Smartphone im Handel
Von Björn Brodersen

Das Android-Smartphone HTC Desire ist schon deshalb interessant, weil es die im freien Handel verfügbare Version des ersten von Google vermarkteten Handys, dem Nexus One, ist. Die Verwandtschaft zum Google-Handy allein macht das HTC Desire jedoch nicht aus: Vielmehr punktet das Smartphone des taiwanesischen Herstellers HTC mit einem leistungsfähigen Snapdragon-Prozessor mit 1-GHz-Taktung und 576 MB Arbeitsspeicher, dem aktuellen Betriebssystem Android 2.1 (Eclair) mit seiner großen Bandbreite an Funktionen, einem großen AMOLED-Touchscreen, schnellen Datenschnittstellen wie HSPA und WLAN, Multimedia-Funktionen wie Kamera und Medienplayer, bis zu 32 GB Speicherplatz sowie einem integrierten GPS-Empfänger.

HTC Desire

Das im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellte HTC Desire ist bereits seit April im deutschen Handel erhältlich und kostet mittlerweile ab 420 Euro ohne Vertrag. Ob das Android-Smartphone sein Geld wert ist, haben wir im Handy-Test untersucht.

Immer alle Kontakte, Nachrichten und Status-Updates im Blick

Android-Smartphone HTC Desire HTC Desire mit Android OS 2.1
Foto: teltarif.de
Mit einer solch umfangreichen Featureliste eignet sich das HTC Desire natürlich für alle gängigen Smartphone-Anwendungen: Neben dem mobilen Telefonieren gehören dazu der Nachrichtenversand und -empfang per SMS, MMS, E-Mail oder Instant Messaging, das Kommunizieren mit Freunden und Bekannten über soziale Netzwerke, das Anfertigen von Schnappschüssen oder von kurzen Videoclips, das Musikhören unterwegs oder die Nutzung standortbezogener Dienste per Handy. Dazu lässt es sich vergleichsweise komfortabel bedienen: HTC hat über das Android-Betriebssystem seine Sense-Oberfläche mit sieben personalisierbaren Homescreens, Widgets und Multitouch-Unterstützung sowie einer "Friendstream" genannten Social-Media-Anwendung gelegt.

Als Kontaktzentrale dient das Telefon-Adressbuch, von hier aus kann der Nutzer direkt E-Mails, SMS-Mitteilungen und Status-Updates nachlesen bzw. verfassen und versenden. Die von HTC entwickelte Applikation Friendstream bündelt und aktualisiert automatisch Informationen über alle Aktivitäten von Freunden in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Flickr. Mit einem Kontakte-Widget können Nutzer jede Gruppe, die sie auf Ihrem Handy erstellen, auf den Homescreen legen, um Anrufe, SMS-Mitteilungen oder E-Mails abzusetzen oder die Updates ihrer Kontakte in sozialen Netzwerken gleich im Blick zu haben. Für den schnelleren Wechsel zwischen verschiedenen Homescreens öffnet sich durch Drücken der Häuschen-Taste oder Multitouch-Verkleinerung eines Homescreens durch eine Miniatur-Ansicht der sieben Homescreens.

Großer Arbeitsspeicher, tolles AMOLED-Display

Android-Smartphone HTC Desire Friendstream auf dem HTC Desire
Foto: teltarif.de
Kurz gesagt: Der Nutzer behält beim HTC Desire sämtliche Kommunikationsvorgänge im Blick und die Bedienung des Android-Smartphones macht einfach Spaß. Das liegt nicht nur an der Betriebssystems-Version 2.1 und der Sense-Benutzeroberfläche sondern auch an dem großen kapazitiven Touchscreen-Display leistungsfähigen Prozessor im Innern des Handys und dem vergleichsweise großen Arbeitsspeicher. Das helle, kontrastreiche und stromsparende AMOLED-Display mit 9,4 Zentimeter langer Bildschirmdiagonale bei 800 mal 480 Pixel Auflösung zeigt scharfe Bilder und kräftige Farben und unterstützt Multitouch-Fingergesten zum Zoomen in Bildern oder auf Webseiten. Unterhalb des Displays sitzen zum Navigieren vier Android-typische Tasten und ein Touchpad.

Der mit 1 GHz getaktete Snapdragon-Prozessor und der 576 MB große Arbeitsspeicher sorgen für zügige Reaktionen des Displays und der Programme, flüssiges Scrollen und ruckelfreie Videowiedergabe - so ist schnelles Arbeiten mit dem HTC Desire möglich. Dank der Hardware-Ausstattung können auf dem HTC Desire auch mehrere Anwendungen und Prozesse gleichzeitig im Hintergrund laufen, ohne dass sich dies bei der Arbeitsgeschwindigkeit des Handys bemerkbar macht. Nur der Bewegungssensor kippte im Test die Bildansicht auf dem Display ab und zu etwas verzögert vom Hoch- ins Querformat und umgekehrt.

Da wieder ansetzen, wo man aufgehört hat

Android-Smartphone HTC Desire Hauptmenü des HTC Desire
Foto: teltarif.de
Zu den Funktionen von Android OS 2.1 gehören die Google-Dienste Google Suche, Google Mail, Google Talk, Google Maps und ein YouTube-Client. Die Einrichtung eines Google-Kontos ist Voraussetzung dafür, dass der Besitzer des Smartphones sämtliche Dienste nutzen kann. Installiert auf dem HTC Desire sind beispielsweise auch Anwendungen wie ein PDF-Viewer und ein Quickoffice-Paket zum Bearbeiten von Office-Dokumenten, der Twitter-Client Peep, ein Facebook-Client, das Programm Footprints sowie der Zugang zum App-Store Android Market mit derzeit über 90 000 Anwendungen. Android-Einsteiger müssen sich in dem Icon-reichen Menü des HTC Desire sicherlich erst einmal zurechtfinden, die Desktop-Verknüpfungen für die einzelnen Applikationen lassen sich aber gut mit dem Finger treffen.

Praktisch am HTC Desire und anderem Android-Smartphones: Anwendungen müssen bei einem Wechsel nicht immer erst geschlossen werden, sondern laufen im Hintergrund weiter. So kann der Nutzer nach späteren erneutem Öffnen der Funktion dort wieder ansetzen, wo er aufgehört hatte. Hübscher Effekt: Mit der Android-Version 2.1 ist es möglich, animierte Hintergrundbilder - sogenannte Live Wallpapers - auf dem Startbildschirm einzurichten. Auf Berührung der Display-Oberfläche oder bei Bewegung des Handys werden beispielsweise wie bei einem plumpsenden Stein Wellen auf einer Wasseroberfläche ausgelöst oder Grashalme wiegen sich im Wind.

Viele Funktionen, viel Strom

Viele Funktionen und Schnittstellen ziehen auch viel Strom. Für die Stromversorgung des HTC Desire ist ein Li-Ion-Akku mit 1 400 mAh zuständig. Trotz der vergleichsweise hohen Kapazität muss auch der Energiespender dieses Smartphones alle zwei bis spätestens drei Tage aufgefrischt werden. Bei intensiverer Nutzung kann es sogar sein, dass das Gerät täglich an die Steckdose zum Auftanken muss. Geladen wird der unter der billig wirkenden Plastik-Abdeckung liegende, auswechselbare Akku über den Micro-USB-Anschluss. HTC bewirbt das Desire mit einer Sprechzeit von bis zu sechs bis sieben Stunden im GSM-Modus und im UMTS-Modus.

Auf der zweiten Seite unseres Testberichts zum HTC Desire lesen Sie mehr über Sprechqualität, über Kamera und Medienplayer und über die mobile Internet-Nutzung per UMTS und WLAN.

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