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Honor View 10 im Kurz-Test: Honors smartes Smartphone

In China als Honor V10 vorgestellt kommt das Smartphone hierzulande als Honor View 10 in den Handel. Es verfügt über einen KI-Prozessor und ein 18:9-Display. Wir haben uns das Honor View 10 im Kurz-Test angesehen.
Vom Honor-Event aus London berichtet
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Auf dem eigentlich als Europa-Start für das Honor 7X gedachten Event in London gab es heute einen Überraschungsgast. Honor hat neben dem Honor 7X auch das Honor View 10 gezeigt, das demnächst in Deutschland auf den Markt kommen wird. In China wurde das Smartphone ursprünglich unter dem Namen Honor V10 präsentiert - teltarif.de berichtete. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns das Honor View 10 im Hands-On-Test angesehen.

Erster Eindruck und Display-Besonderheiten

Honor View 10
Bereits ein Blick auf die Eckdaten des neuen Smartphones verrät, dass das Honor View 10 große Ähnlichkeit zum Huawei Mate 10 (Pro) hat. Als Highlights werden somit auch beim Honor-Modell der Kirin 970 inklusive seiner Integration der künstlichen Intelligenz (KI) sowie das 18:9-Fullview-Display angepriesen. Optisch hebt sich das Gerät vom Huawei-Konkurrenten ab und zeigt sich im mittlerweile für viele Honor-Geräte typischen Look.
Honor View 10 im Hands-On-Test
Honor View 10 im Hands-On-Test
So ist die Rückseite des Honor View 10 nicht gebogen wie die der Huawei-Modelle. Auch auf die optische Hervorhebung der Dual-Kamera hat der Hersteller verzichtet. Insgesamt wirkt das Honor View 10 weniger spektakulär, aber nicht weniger hochwertig. Letzteres liegt vor allem an der guten Verarbeitung des Gerätes. In der Hand fühlt es sich stabil an und lässt sich aufgrund der abgerundeten Ecken auch bequem halten. Hinzu kommt, dass es mit unter 6,97 Millimeter besonders dünn ist.

Das Display des Honor View 10 weiß durch sein Fullview-Format zu gefallen, das Honor durch das 18:9-Seitenverhältnis erreicht. Mit 5,99 Zoll hat es die gleiche Größe und mit 1080 mal 2160 Pixel (Full-HD+) auch die gleiche Auflösung wie das Huawei Mate 10 Pro. Allerdings setzt Honor bei seinem Smartphone nicht auf ein AMOLED-Display, sondern auf einen IPS-Screen. Farben wirken daher nicht ganz so strahlend und die Kontraste fallen weniger hoch aus, was aber nicht bedeutet, dass die Darstellung insgesamt schlechter ausfällt. Einigen Nutzern könnte die naturgetreuere Wiedergabe von Farben sogar mehr zusagen als die eher knallige des Mate 10 Pro. Ein Pluspunkt ist, dass das Gerät erkennt, wenn Nutzer auf das Display schauen und dieses dann nicht ausgeschaltet wird.

Honor View 10 mit Fullview-Display
Honor View 10 mit Fullview-Display

Fingerabdrucksensor unterm Display

Wie beim einfachen Mate 10, das in Deutschland offiziell nicht angeboten wird, sitzt der Fingerabdrucksensor beim Honor View 10 direkt unter dem Display und nicht auf der Rückseite. Aufgrund des eingeschränkten Platzes hat Honor den Sensor daher nicht rund, sondern oval gestaltet. Insgesamt wirkt er auf den ersten Blick wie unter das Display gequetscht. Im Kurz-Test war der Sensor dennoch gut ertastbar und entsperrte das Honor View 10 zuverlässig. Parallel zum Fingerabdrucksensor kann das Smartphone auch per Gesichtserkennung entsperrt werden.

Honor View 10 mit Fingerabdrucksensor
Fingerabdrucksensor befindet sich direkt unterm Display
Zwei weitere Unterschiede rücken das Honor View 10 näher an das Mate 10: Beide Smartphones besitzen sowohl einen Klinkenstecker zum Anschluss eines herkömmlichen Kopfhörers als auch einen microSD-Speicherkartenslot. Auf beide Features wurde beim Mate 10 Pro verzichtet. Wasserfest ist das Honor View 10 allerdings nicht. Dennoch dürfte die Möglichkeit der Speichererweiterung dem Honor View 10 viele Pluspunkte bei den Nutzern einholen, auch wenn der interne Speicher mit einer Kapazität von 128 GB ordentlich ausfällt.

Ausgeliefert wird das Honor View 10 bereits mit Android 8.0 Oreo. Da Honor bei seinen Smartphones in der Regel mindestens ein großes Update verspricht, dürfen sich Nutzer auch auf die kommende Android-Version freuen. Als Oberfläche kommt Emui 8.0 zum Einsatz, die sich optisch kaum von dem bereits bekannten Emui 5.1 unterscheidet. Teil des Systems sind neue Funktionen wie beispielsweise die Übersetzer-App, mit der sich auch Gespräche übersetzen lassen.

KI-Prozessor für ein smarteres Smartphone

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Prozessor des Honor View 10. Der Kirin 970 besitzt vier A73-Kerne mit bis zu 2,4 GHz sowie vier A53-Kerne mit bis zu 1,8 GHz und ist damit ähnlich leistungsstark wie der Vorgänger-Chip Kirin 960. Dank der neuen Grafikeinheit Mali-G72-MP12, die zwölf statt bisher acht Rechenkerne mitbringt, fällt die Grafik-Performance des Chips jedoch besser aus. Neu ist zudem die Integration der künstlichen Intelligenz, durch die das Smartphone stetig vom Nutzer lernen soll. Anfragen und Rechenprozesse sollen dadurch deutlich schneller erledigt werden. Der Chip erkennt 2000 Bilder pro Sekunde und berechnet die optimalen Einstellungen bei der Fotografie. Um alle Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz vollständig ausschöpfen zu können, dauert es jedoch etwas. Das Smartphone muss zunächst Schritt für Schritt vom Nutzer lernen - ähnlich wie ein Kind, dem man Dinge beibringt.

Im Hands-On-Test konnten wir aus diesem Grund die volle Leistung des Prozessors noch nicht testen. Der erste Eindruck der Performance war dennoch gut. Das Honor View 10 reagiert äußerst flott auf Eingaben, scrollt flüssig durch Webseiten und öffnet Apps nahezu ohne Zeitverzögerung. Dem Prozessor zur Seite stehen 6 GB Arbeitsspeicher.

Ein Akku mit einer Kapazität von 3750 mAh sorgt für die Stromversorgung. Die Batterie des Honor View 10 ist auf dem Datenblatt somit weniger leistungsstark als der 4000-mAh-Akku des Mate 10 Pro. Wieweit sich das am Ende auf die Laufzeit auswirkt, bleibt abzuwarten.

Das Honor View 10 unterstützt Dual-SIM, wobei beide Slots LTE-fähig sind. Abstriche müssen Nutzer zudem bei der Internet-Ausstattung machen. Anders als das Huawei-Gerät unterstützt das Honor View 10 nicht die enorm schnelle Datenübertragung von bis zu 1,2 GBit/s dank LTE Cat.18. Vielmehr surfen Nutzer mit dem Honor-Modell "nur" mit bis zu 600 MBit/s via LTE, wobei auch das Band 20 unterstützt wird. Da die Netze aber vor allem in Deutschland derzeit kaum höhere Datenübertragungsrate ermöglichen, dürfte dieser Fakt den meisten Nutzern kaum etwas ausmachen. Dualband-WLAN, Bluetooth 4.2, NFC sowie GPS und Glonass gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Dual-Kamera des Honor View 10 auf der matten Metall-Rückseite
Dual-Kamera des Honor View 10 auf der matten Metall-Rückseite

Dual-Kamera des Honor View 10

Das Honor-Smartphone verfügt über eine frontseitige 13-Megapixel-Kamera mir f/2.0-Blende sowie über eine Dual-Kamera. Diese ist links am oberen Part der Rückseite positioniert und mit einem Dual-LED-Blitz ausgestattet. Die Dual-Kamera besitzt einen Farbsensor mit 16 Megapixel sowie einen monochromen Sensor mit 20 Megapixel. Statt der besonders lichtstarken f/1.6-Blende setzt Honor jedoch "nur" auf eine f/1.8-Blende. Auch auf das Leica-Branding sowie auf den optischen Bildstabilisator (OIS) wurde verzichtet.

Letzteres führt dazu, dass vor allem Bewegtbilder zum Teil etwas verwackelt erscheinen, da die systemseitige Stabilisierung es nicht immer schafft, eine unruhige Kameraführung auszugleichen. Die Dual-Kamera punktet aufgrund ihrer beiden Sensoren mit der Möglichkeit, den Hintergrund unscharf darzustellen (Bokeh), den Fokus nachträglich zu verändern und auch echte monochrome Fotos aufzunehmen. Für eine optimale Einstellung stehen Nutzern diverse Modi wie ein Profi-Modus, ein Beauty-Modus, ein Nachtmodus und weitere zur Verfügung.

Im Hands-On-Test konnten wir die Kamera nur zum Teil testen. Erste Fotos überzeugten uns durch ihre Schärfe und Detailvielfalt. Auch bei schummrigem Licht gelangen uns Aufnahmen recht gut, wozu sicherlich die gute f/1.8-Blende beiträgt. Die Kamera-App ist einfach und intuitiv aufgebaut. Das Fokussieren und Auslösen klappte im Test zügig - auch dies ist ein wichtiger Punkt, wenn es um gute Fotoaufnahmen geht.

Honor vs. Huawei: Welches Modell ist besser?

Am Ende bleibt bei vielen wohl die Frage: Welcher Hersteller bietet das bessere Smartphone - Huawei oder Honor? Eine Antwort ist aber schwierig. Das Mate 10 (Pro) ist sicherlich das hochwertigere Modell, das mit einer sehr modernen und leistungsstarken Ausstattung punktet. Auch das Kamera-Branding unter dem Namen Leica ist dem Huawei-Modell vorbehalten. Dafür ist das Huawei Mate 10 Pro mit einer UVP von 799 Euro auch deutlich teurer.

Das Honor View 10 punktet ebenfalls durch eine gute Ausstattung, hat zudem einen Kopfhöreranschluss und einen microSD-Slot an Bord. Wasserfest ist das Smartphone dafür nicht und auch bei der LTE-Leistung und zum Teil der Kamera (fehlender OIS) müssen Abstriche gemacht werden. Mit einem Preis von 499 Euro ist das Honor View 10 dafür deutlich günstiger und lässt dadurch so manche Einschränkung im Vergleich mit Huaweis Pro-Modell vergessen. Verfügbar ist das Honor View 10 ab Anfang Januar in den Farben Navi-Blau und Schwarz.

In einem separaten Artikel lesen Sie unsere ersten Eindrücke zum Honor 7X: Hands-On-Test Honor 7X - auch bei Honor wächst das Display.

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