Geprüft

Honor 9 im Handy-Test: So gut ist der Huawei-P10-Zwilling

Das Honor 9 bietet eine High-End-Ausstattung zum vergleichsweise günstigen Preis. Die technischen Daten sind nahezu identisch zu denen des Huawei P10. Doch kann das Smartphone ebenso gut im Test abschneiden?
Von Rita Deutschbein

Android Nougat und Emui 5.1

Honor liefert sein aktuelles Top-Smartphone mit Android 7.0 Nougat sowie Emotion UI 5.1 aus. Im Vergleich zur älteren Oberflächen-Version bietet das neue Emui einige Vorteile. So können Nutzer sich nun auf Wunsch einen App Drawer anlegen - die installierten Apps liegen somit nicht alle auf dem Homescreen. Zudem stehen neue Anwendungen wie der App-Klon bereit. Dieser erlaubt es, bei kompatiblen Anwendungen wie WhatsApp und Facebook einen zweiten Nutzeraccount anzulegen. Das ist besonders dann praktisch, wenn das Honor 9 als Dual-SIM-Smartphone mit einer zweiten Rufnummer genutzt wird.

Die Anzahl der ab Werk installierten Apps ruft keine Begeisterungsstürme aus. Denn auf Anwendungen wie Booking.com, eBay, TripAdvisor sowie diverse Testversionen von Games hätte Honor lieber verzichten sollen. Immerhin lassen sich die Apps deinstallieren. Einige Anwendungen sind hingegen recht hilfreich. So verfügt das Honor 9 beispielsweise über einen Infrarotsensor, mit dem sich das Smartphone in Zusammenarbeit mit der vorinstallierten App Smart Controller zur Universal­fernbedienung verwandeln lässt. Im Menü lassen sich die gespeicherten Geräte individuell benennen, sodass Nutzer stets wissen, ob sie ein Gerät mit der passenden Fernbedienung ansteuern. Im Test haben wir die Funktion mit einem drei Jahre alten Smart-TV von Samsung ausprobiert. Das Ändern des Senders und der Lautstärke sowie das Ein- und Ausschalten des Fernsehers funktionierte dabei zügig und problemlos. Smart Controller: Honor 9 wird zur Universalfernbedienung Smart Controller: Honor 9 wird zur Universalfernbedienung
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Aufgrund der zahlreichen ab Werk installierten Programme schrumpft der verfügbare Speicher. Von einer internen Kapazität von 64 GB bleiben dem Nutzer gerade noch 44 GB - ganze 20 GB gehen durch Systemdateien und Apps verloren. Die Nachrüstung der Speicherkapazität ist über eine microSD-Karte möglich. Dabei teilt sich die Speicherkarte den Slot mit dem für die zweite Nano-SIM. Nutzer müssen sich also entscheiden, ob sie die Möglichkeit der Speichererweiterung um zusätzlich bis zu 256 GB nutzen, oder das Honor 9 lieben als Dual-SIM-Smartphone verwenden möchten.

Fingerabdrucksensor im Home-Button

Nutzer können ihr Smartphone nicht nur mittels einer PIN, einem Passwort oder einem Muster sichern, sondern auch mittels Fingerabdruck. Denn das Honor 9 verfügt über einen entsprechenden Sensor. Dieser ist nicht auf der Rückseite des Gerätes platziert, sondern befindet sich nun im neuen Home-Button. Der Button reagiert nicht auf Druck, sondern auf das bloße Auflegen des Fingers. Das Entsperren des Smartphones funktioniert auch aus dem Standby heraus - ein vorheriges Aktivieren des Gerätes ist somit nicht notwendig. Auch das Honor 9 hat nun einen Home-Button mit Fingerabdrucksensor Auch das Honor 9 hat nun einen Home-Button mit Fingerabdrucksensor
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Auf Wunsch dient der Fingerabdrucksensor als Ersatz für die Sensor-Tasten für die Befehle Zurück, Taskleiste und Home. Dies muss in den Einstellungen unter Navigations-Tasten zuvor aber eingestellt werden. Die virtuellen Tasten werden in diesem Fall ausgeblendet, was Platz auf dem Display freigibt. An die Bedienung über den Home-Button müssen sich Nutzer unter Umständen erst gewöhnen, da diese anders funktioniert als das reine Drücken eines Buttons. So öffnet ein Wisch zur Seite das Task-Menü, ein kurzes Tippen dient als Zurück-Befehl und ein langes Drücken des Buttons führt zurück zum Homescreen.

Der Fingerabdrucksensor reagierte im Test gut auf unsere Eingaben. Der aufgelegte Finger wird zuverlässig erkannt und kann auch aus verschiedenen Winkeln gelesen werden. Ist die Haut allerdings nass, verweigert der Sensor unter Umständen seinen Dienst. In diesen Fällen fragt das Honor 9 die alternativ festgelegte Entsperrmethode mittels PIN oder Muster ab.

Telefonie und Internet

Das Telefonieren mit dem Honor 9 funktioniert gut, der Verbindungsaufbau erfolgt schnell. Leider unterstützt das Smartphone kein Wifi Calling oder - anders als das Huawei P10 - kein VoLTE. Wir haben Standard-Testtelefonate im 3G-Netz von Telefónica und von der Telekom geführt und verstanden unseren Gesprächspartner auch dann noch gut, wenn die Umgebungsgeräusche etwas lauter waren. Denn die guten Filter minimieren die Störgeräusche während der Telefonate zuverlässig, ohne aber die Enden der Wörter zu verschlucken. Die Lautstärke bei der Freisprech-Telefonie über den Mono-Lautsprecher ist ausreichend hoch. Der Klang des Lautsprechers ist in Ordnung, zeigt jedoch die gewohnten Schwächen eines Smartphone-Speakers in den Höhen und den fehlenden Bässen. Honor 9 verfügt über Mono-Speaker und USB-C-Port Honor 9 verfügt über Mono-Speaker und USB-C-Port
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Im Bereich des mobilen Internets zeigt sich das Honor 9 gut aufgestellt. Das Smartphone unterstützt nicht nur WLAN ac im 2,4- und 5-GHz-Band, Verbindungen sind auch über GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+ und LTE möglich. Über Mobilfunk können dank LTE Cat.12 Datenraten von bis zu 600 MBit/s im Downstream und bis zu 100 MBit/s im Upstream erreicht werden - soweit diese Datenraten von den Netzen unterstützt werden. Das Honor 9 hält Verbindungen auch über eine längere Dauer stabil und erkennt einmal gespeicherte Netzwerke zuverlässig.

Honor setzt auf Chrome als Standard-Browser, Nutzer können auf Wunsch jedoch alternative Browser installieren. Wie lange der Standard-Browser benötigt, um Webseiten aufzubauen und darzustellen, testen wir mit unserem eigens entwickelten Browser-Test. Das Honor 9 erreichte hier einen Wert von 121, liegt also über dem Ergebnis des Huawei P10, das ebenfalls mit Chrome-Browser auf 112 Punkte kam. Das Honor 9 rendert Webseiten somit etwas schneller als der Konkurrent. Auf Wunsch lässt sich das Honor 9 in ein Dual-SIM-Smartphone verwandeln Auf Wunsch lässt sich das Honor 9 in ein Dual-SIM-Smartphone verwandeln
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Wie bereits erwähnt, lässt sich das Honor 9 auf Wunsch als Dual-SIM-Smartphone nutzen. Da das Gerät nur eine Sende- und Empfangseinheit besitzt, werden Anrufe, die auf eine SIM-Karte gehen, automatisch auf die Mailbox weitergeleitet, sobald der Nutzer über die andere SIM-Karte telefoniert (Dual-SIM Standby). Über das Menü kann der Nutzer festlegen, mit welcher SIM-Karte er über LTE im Internet surfen möchte, welche also standardmäßig für die Datenverbindung zuständig ist. Beide Nano-SIM-Slots sind prinzipiell LTE-fähig, nur mit einem kann jedoch der schnelle Datenstandard genutzt werden. Der jeweils andere Slot unterstützt nur 2G- bzw. 3G-Verbindungen. Zudem lässt sich für jeden Slot einzeln festlegen, ob Nutzer das Datenroaming im Ausland erlauben wollen, oder nicht.

Auf der letzten Seite verraten wir, wie lange das Honor 9 mit einer Akkuladung genutzt werden kann, beschäftigen uns näher mit der Dual-Kamera und fassen unsere Beobachtungen im Testfazit zusammen.

Inhalt:
Seite 1: Verarbeitung, Display und Prozessor
System, Sensoren und Internet/Telefonie
Seite 3: Akku, Dual-Kamera und Fazit

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