Erster Eindruck
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Honor 8 im Hands-On-Test: Das mit Dual-SIM & Dual-Kamera

Honor bringt mit dem Honor 8 sein neues Flaggschiff mit Dual-Kamera nach Deutschland. Wir haben uns im Hands-On-Test einen ersten Eindruck vom Smartphone gemacht.
Aus Paris berichtet Rita Deutschbein
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Das Honor 8 ist das neue Flaggschiff der Online-Marke von Huawei. Es bietet wie das Huawei P9 eine Dual-Kamera, zeigt sich aber in einem Gehäuse aus Glas, statt aus Metall. Technisch ist das Honor 8 ebenfalls gut gerüstet - Grund genug für uns, nach der Vorstellung des Smartphones einen genauen Blick auf den Neuling zu werfen. Unseren ersten Eindruck verraten wir im Hands-On-Test.

Erster Eindruck vom Gehäuse

Honor 8 im Hands-On-TestHonor 8 im Hands-On-Test Wie bereits erwähnt hat das Honor 8 ein anderes Gehäuse als das Huawei P9. Ein Rahmen aus Metall fasst ein aus 2.5D-Glas gefertigtes Gehäuse ein, dessen aus insgesamt 15 Schichten gefertigte Oberfläche durch eine spezielle Beschichtung das Licht einfängt. So entsteht ein schimmernder Look, der recht gut ankommt. Die Rückseite ist allerdings stark rutschend, was beim Ablegen des Gerätes auf glatten Oberflächen zu Problemen führen kann, da es weg rutscht. Durch die Wölbung des Glases liegt das Honor 8 gut in der Hand. Das 5,2 Zoll messende Display macht das Gerät auch nicht zu groß.

Die Anschlüsse an der Unterseite sind genauso angeordnet wie beim Huawei P9. Der Port für den Kopfhörer befindet sich unten, am oben Rand findet sich nur noch ein Infrarot-Sensor. Ebenfalls am unteren Rand wurde ein USB-C-Anschluss sowie ein Mono-Lautsprecher positioniert. Auf der rechten Seite sind die Lautstärkewippe sowie der Power-Button zu finden. Letzterer hat eine leicht geriffelte Oberfläche und lässt sich dadurch gut von den Lautstärketasten unterscheiden.

Der Fingerabdrucksensor ist wie üblich auf der Rückseite untergekommen. Er ist nun rund statt eckig, reagiert äußerst zügig auf Eingaben und bietet eine weitere Besonderheit: Während es beim Honor 7 noch einen separaten Smart Key, der mit individuellen Funktionen belegt werden kann, gegeben hat, hat Honor diesen beim Honor 8 mit dem Fingerabdrucksensor vereint. Denn der Sensor lässt sich wie eine Taste drücken und startet so - abhängig von der Häufigkeit und Dauer der Klicks - eine zuvor programmierte Funktion. Dies kann beispielsweise die Taschenlampe, oder aber die Kamera sein.

Honor 8: Fingerabdrucksensor ist auch ein programmierbarer Smart Key
Honor 8: Fingerabdrucksensor ist auch ein programmierbarer Smart Key

Displaydarstellung individuell anpassbar

Das Display kann auf den ersten Blick überzeugen. Die Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel (Full-HD) sorgt für eine kontrastreiche und ausreichend scharfe Darstellung. Farben werden natürlich dargestellt, wobei die Anzeige über das Menü stufenlos anpassbar ist. Je nach Belieben kann die Farbwiedergabe hin zu kälteren oder wärmeren Farben reguliert werden. Die Blickwinkelstabilität ist gut, lediglich bei sehr schräger Sicht auf den Screen verfremden sich die Farben leicht. In puncto Helligkeit schneidet der Bildschirm des Honor 8 sehr gut ab - auch bei stärkerem Sonnenlicht, wie wir es zum Event in Paris hatten, kann der Screen abgelesen werden. In den Einstellungen findet sich ein weiteres Feature: Auf Wunsch kann die Auflösung des Displays von Full-HD auf 720p herunter reguliert werden, was Akku sparen soll.

Die fest eingebaute Batterie des Honor 8 bietet eine Kapazität von 3000 mAh und sollte dem Smartphone einen ausreichend langen Atem bescheren. Geladen wird der Akku über den USB-C-Port. Auch Fast Charging wird unterstützt.

Honor 8: Erstes Honor-Smartphone mit USB C in Deutschland
Erstes Honor-Smartphone mit USB C in Deutschland
Ausgeliefert wird das Honor 8 mit Android 6.0.1 Marshmallow, über das Emotion UI in der Version 4.1 gelegt wurde. Im Gegensatz zu vorherigen Honor-Smartphones sind nun mehr Apps als bisher vorinstalliert. Dazu gehören unter anderem Booking.com, Shazam, Instagram, der Opera-Browser und TripAdvisor. Die Apps lassen sich zwar deinstallieren, doch wäre es schöner gewesen, Honor hätte sie erst gar nicht installiert. Durch die zahlreichen ab Werk vorhandenen Anwendungen sind zum Start vom 32 GB Speicher gerade noch 22,25 GB frei. Der Speicher kann auf Wunsch erweitert werden, oder aber der Nutzer verwendet den microSD-Slot durch dessen Hybrid-Funktion als zweiten SIM-Slot - so wird das Honor 8 zum Dual-SIM-Smartphone.

Die Emui-Oberfläche lässt sich durch verschiedene Themes individuell anpassen. Auch Knuckle Sense, also das Schreiben von Kurzbefehlen mit dem Knöchel auf dem Display, wird unterstützt: Mit dem Buchstaben "C" wird beispielsweise die Kamera gestartet, zweimaliges Klopfen auf den Screen macht einen Screenshot. Um die Funktion intuitiv nutzen zu können, bedarf es allerdings etwas Übung, da am Anfang nicht alle Eingaben erkannt werden.

Schneller Prozessor und viel Speicher

Als Prozessor kommt der Kirin 950 zum Einsatz. Der Octa-Core-Prozessor wird von 3 GB Arbeitsspeicher begleitet und verfügt über acht Kerne (4x A53 mit 1,8 GHz, 4x A72 mit 2,3 GHz) sowie eine Mali-T880-GPU. Zwar wurde der Chip mittlerweile von dem neueren Kirin 955 abgelöst, doch gehört er immer noch zu den leistungsstarken SoCs derzeit auf dem Markt. Das zeigt sich auch im Betrieb: Das Blättern durch verschiedene Webseiten sowie das Öffnen von Apps funktioniert zügig. Videos und Spiele stellte das Honor 8 im Hands-On ruckelfrei und ohne Aussetzer dar.

Positiv fallen auch die Verbindungsmöglichkeiten mit dem Internet auf: Das Honor 8 unterstützt nicht nur WLAN a/b/g/n/ac im 2,4-GHz- und 5-GHz-Frequenzband, sondern auch UMTS/HSPA+ und LTE Cat.6 für maximale Datenraten von bis zu 300 MBit/s im Downstream. Ebenfalls an Bord sind Bluetooth 4.2, NFC sowie zur Navigation GPS, Glonass und Beidou.

Rahmen aus Metall, der Rest des Honor 8 ist aus Glas gefertigt
Rahmen aus Metall, der Rest des Honor 8 ist aus Glas gefertigt

Dual-Kamera ohne Leica-Branding

Vor allem bewirbt Honor aber die Dual-Kamera. Diese muss zwar ohne Leica-Branding auskommen, doch bietet sie viele Features, die wir bereits vom Huawei P9 kennen. Die beiden Sony-Sensoren machen Bilder mit bis zu 12 Megapixel und verfügen über eine f/2.2-Blende sowie einen Laser-Fokus. 4K-Aufnahmen sind nicht möglich.

Während eine Kamera monochrome Aufnahmen macht, deckt die andere den gesamten Farbraum ab. Zusammengefügt sollen beide Aufnahmen für mehr Tiefenschärfe sorgen. Der Fokus lässt sich nachträglich verstellen und auch ein Profi-Modus zum Einstellen der Blende, des Weißabgleichs, des ISO etc. wird sowohl für Foto- als auch Videoaufnahmen angeboten. Einen optischen Bildstabilisator gibt es allerdings nicht, stattdessen wird das Bild softwareseitig stabilisiert. Die Frontkamera macht Fotos mit bis zu 8 Megapixel.

Honor 8 mit Dual-Kamera und Rückseite aus Glas auch in blauer Version zu haben
Honor 8 mit Dual-Kamera und Rückseite aus Glas auch in blauer Version zu haben

Fazit: Honor 8 mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Honor 8 ist dem Hersteller nicht nur optisch gut gelungen, auch in Sachen Leistung braucht sich das Smartphone nicht zu verstecken. Die Top-Ausrüstung in Sachen Internet, Kamera-Features und Prozessor machen das Gerät durchaus konkurrenzfähig mit anderen Smartphones der Oberklasse. Beim Honor 8 überzeugt im Vergleich aber vor allem der Preis. Denn mit 399 Euro für die 32-GB-Version bzw. 449 Euro für die Variante mit 64 GB ist das Smartphone deutlich günstiger als vergleichbare Geräte. Das Huawei P9 kam beispielsweise für 569 Euro auf den Markt.

Im Test des Huawei P9 haben wir uns eine sehr ähnliche Dual-Kamera bereits im Detail angesehen. Den Test des Honor 7, dem Vorgänger des neuen Flaggschiffs, finden Sie hier.

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