Erster Eindruck

Honor 6X: Das neue Dual-Kamera-Handy im Hands-On

Das Honor 6X kommt nach Deutschland. Wir konnten uns auf der CES im Hands-On-Test einen ersten Eindruck vom Dual-SIM-Smartphone mit zwei Kameras machen.
Von der CES in Las Vegas berichten / Rita Deutschbein
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Honor 6X ausprobiertHonor 6X ausprobiert Wie geplant hat Honor zum Auftakt der Pressetage der CES 2017 den globalen Launch seines aktuellen Smartphones verkündet. Das Honor 6X ist in China bereits im Oktober vorgestellt worden, war außerhalb des Heimatlandes von Honor bisher aber nicht verfügbar. Das ändert sich nun, denn das Honor 6X ist ab sofort auch bei uns zu haben.

Honor 6X

Die Smartphones von Honor werden online verkauft. Angeboten wird das Honor 6X unter anderem im Hersteller-eigenen Shop vMall oder bei Media Markt/Saturn. Kunden können zwischen den drei Farbversionen Silber, Grau und Gold sowie zwei unterschiedlichen Speicherversionen wählen. Die Standard-Version kommt mit 32 GB internem Speicher sowie 3 GB RAM und kostet 249 Euro, die besser ausgestattete Variante bietet 64 GB Speicher, 4 GB RAM und ist für 299 Euro zu haben. Wir hatten für den Hands-On-Test die 64-GB-Version des Smartphones zur Verfügung, die anders als das "kleinere" Modell erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Handel kommt.

Honor 6X: Erster Eindruck und Ausstattung

Abseits der genannten Punkte unterscheiden sich die verfügbaren Versionen des Honor 6X nicht. Das Smartphone präsentiert sich in einem Unibody-Gehäuse aus Metall, das aufgrund seiner abgerundeten Kanten recht angenehm in der Hand liegt. Mit einer Displaydiagonale von 5,5 Zoll ist das Smartphone allerdings recht groß. Das IPS-Display stellt 1080 mal 1920 Pixel dar und gibt Farben naturgetreu wider. Einzelne Pixel konnten wir bei erster Begutachtung nicht ausmachen und auch der Blickwinkel zeigte sich erfreulich stabil. Für die Preisklasse ist das Display mehr als in Ordnung. Apple verkauft selbst das iPhone 7 Plus, das rund viermal so viel wie ein Honor 6X kostet, nur mit Full-HD-Display, bei dem die Farbdarstellung allerdings doch etwas brillanter als beim Honor 6X ist.

Drei relevante Tasten besitzt das neue Honor-Gerät: Der Power-Button sowie die Lautstärkewippe sind beide auf der rechten Seite angebracht und bieten einen guten Druckpunkt. Die dritte Taste in Form des Fingerabdrucksensors befindet sich auf der Rückseite unterhalb der Dual-Kamera und ist dadurch auch dann einhändig gut erreichbar, wenn das Honor 6X in der Hand gehalten wird. Der Fingerabdruckscanner reagierte im Kurz-Test auch recht schnell auf "Eingaben", sprich auf die Berührung mit einem registrierten Finger - etwa um das Smartphone aus dem Sperrbildschirm zu entsperren.

Die Dual-Kamera ist das wohl wesentliche Merkmal des Honor 6X. Zwei Sensoren - einer mit 12 Megapixel, der andere mit 2 Megapixel - sollen dafür sorgen, dass Aufnahmen mehr Tiefenschärfe erhalten. Möglich wird dies, indem beide Kameras ein Bild vom gleichen Objekt aufnehmen und die beiden Aufnahmen anschließend zu einem Foto zusammengefügt werden. Das zusätzliche 2-Megapixel-Objektiv ist also dafür da, weitere Bildinformationen zu liefern, die das Gesamtergebnis bei Fotoaufnahmen verbessern sollen. Begleitet wird die Dual-Kamera von einem einfachen LED-Blitz. Eine 8-Megapixel-Frontkamera für Selfie-Aufnahmen oder Video-Chats steht ebenfalls bereit.

Obwohl das Honor 6X eine Dual-Kamera mitbringt, ist diese deutlich weniger spannend als die Versionen, die wir beispielsweise beim Huawei P9 und dem Honor 8 finden. Denn diese Smartphones bieten nicht nur einen Dual-LED-Blitz, sondern auch zwei Objektive, die beide 12 Megapixel auflösen. Durch einen RGB-Sensor und einen monochromen Sensor lassen sich zudem außergewöhnliche Effekte erzielen, auf die beim Honor 6X verzichtet werden müssen.

Akku verspricht lange Laufzeit

Punkten kann das Honor 6X dafür beim Akku, der eine Kapazität von 3340 mAh bietet und damit eine lange Laufzeit verspricht. Die endgültige Laufzeit wird sich aber erst in einem ausführlichen Test zeigen. Honor hatte im Rahmen seiner Pressekonferenz auf diverse Stromsparfunktionen hingewiesen, die allerdings auch zu negativen Begleiterscheinungen führen können. Geladen wird der Akku über den microUSB-2.0-Slot, auf USB C müssen Nutzer verzichten. Der Bauform ist geschuldet, dass sich die Batterie nicht wechseln lässt.

Ausgeliefert wird das Honor 6X mit Android 6.0 (Marshmallow) und Emui 4.1. Im zweiten Quartal 2017 will der Hersteller ein Update auf Android 7.0 (Nougat) und EMUI 5.0 liefern. Auch wenn diese Aktualisierung bereits angekündigt ist, ist es unverständlich, dass Honor im Jahr 2017 noch ein Smartphone auf den Markt bringt, das zumindest vorerst diese mittlerweile veraltete Firmware an Bord hat.

Der Octa-Core-Prozessor Kirin 655 (4 x A53-Kerne mit 2,1 GHz, 4 x A53-Kerne mit 1,7 GHz) sorgte bei unserem Testmodell mit 64 GB internem Speicher für eine solide Leistung. Das Scrollen durch Webseiten und das Öffnen von Apps funktionierte zügig. Durch die vergleichsweise hohe Taktung des leistungsstärkeren Clusters gibt es genügend Reserven auch für aufwändigere Smartphone-Anwendungen wie Multitasking. Die ARM Mali-T830 MP2 als Grafikeinheit brilliert vor allem bei Android-Games mit mittlerer Auflösung. Aufwendige 3D-Grafiken bringt die GPU jedoch an die Grenzen der flüssigen Darstellung.

Dual-SIM und LTE-Support

Dual-Kamera und Fingerabdrucksensor auf der RückseiteDual-Kamera und Fingerabdrucksensor auf der Rückseite Das Honor 6X ist Dual-SIM-fähig, allerdings teilt sich der zweite Nano-SIM-Slot den Schacht mit der microSD-Speicherkarte. Aufgrund des Hybrid-Slots müssen sich Nutzer also entscheiden, ob sie den internen Speicher um zusätzlich bis zu 128 GB erweitern wollen, oder ob sie lieber auf eine zweite SIM-Karte setzen. Zugänglich sind beide Slots über einen links am Gerät untergebrachten Schlitten.

Prinzipiell sind beide SIM-Slots LTE-fähig. In den Einstellungen muss allerdings eine SIM als primäre Karte für die Datenverbindung festgelegt werden. Die jeweils andere SIM-Karte ermöglicht dann nur GSM-Verbindungen. Abseits von LTE sind auch Internetverbindungen via GPRS/EDGE, UMTS/HSPA+ sowie WLAN b/g/n (2,4 GHz) möglich. Die WLAN-Schnittstelle bietet eine interessante Erweiterung für die Mobile-Hotspot-Funktion. So lassen sich auch empfangene WLAN-Netze an bis zu vier Endgeräte weiterverteilen - spannend beispielsweise in Hotels, wo man möglicherweise pro Gast nur einen Zugang erhält.

Fazit des ersten Hand-On-Tests

Insgesamt macht das Honor 6X einen soliden ersten Eindruck: Geschwindigkeit und Displaydarstellung konnten im Hands-On-Test überzeugen. Der Akku verspricht eine lange Laufzeit und das Smartphone punktet durch den Fingerabdrucksensor sowie die Dual-Kamera. Schade ist, dass kein Android Nougat ab Werk installiert ist. Ansonsten bleibt es spannend zu sehen, wie das Honor 6X bei einem ausführlichen Test abschneiden wird. Der Preis von 249 bzw. 299 Euro - je nach Ausstattung - ist zumindest ein erster Kaufanreiz.

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