Mit Festnetznummer

Im Überblick: Die Homezone-Optionen der Mobilfunk-Netzbetreiber

Die Angebote reichen von der "echten" Homezone bis zur reinen Festnetznummer
Von Marc Kessler

E-Plus sorgte erst vor kurzem für einen Paukenschlag, indem das Unternehmen ab September eine optionale Festnetznummer für alle Postpaid-Kunden der Marken E-Plus, BASE, Ay Yildiz und MTV einführte. Die Besonderheit: Kunden sind mit der E-Plus-Festnetznummer bundesweit - und nicht nur in einem durchschnittlich zwei Kilometer großen Radius - per kostenfreier Weiterleitung erreichbar. Ebenfalls besonders: Die regulär 5 Euro pro Monat teure Option wird immer dann nicht berechnet, wenn der Kunde bereits eine Festnetz-Flatrate nutzt (Kosten: 10 Euro pro Monat) beziehungsweise eine solche in seinem Tarifmodell bereits inkludiert ist. Solange also eine Festnetz-Flatrate gebucht ist, gibts es die Festnetznummer seitens E-Plus kostenlos hinzu (Ausnahme Ay Yildiz: Hier gilt diese Regelung auch für die Quasi-Festnetz-Flatrate Sohbet Flat 5000).

Die Festnetznummern-Angebote bei E-Plus und o2

  E-Plus / BASE Ay Yildiz MTV o2
Festnetz-Nummer Mobile Flat o2 o 1) +
Festnetz-Nummer
Grundgebühr 0,00 / 5,00 2) 20,00 5,00
Einrichtungskosten 0,00 0,00 0,00 29,99 15,00
Mindestlaufzeit 1 Monat 3) 1 Monat 3) 1 Monat 3) 24 Monate 30 Tage
Kündigungsfrist 1 Woche 1 Woche 1 Woche 3 Monate 30 Tage
Portierung
der FN-Nr.
rein 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
raus 0,00 0,00 0,00 29,95 29,95
Kosten Festnetz abhängig vom Tarif 0,00 0,15
Mobilfunk 0,29 0,15
Netzintern 0,00 0,15
Mobilbox 0,00 0,15
Takt 60/60 60/60
Umleitung von Fest-
auf Mobilnummer
bundesweite Erreichbarkeit über Festnetznummer 0,29 0,15
Stand: 13.10.2011, Preise in Euro
1) Für nationale Gespräche und SMS-Versand werden zusammen nicht mehr als 50 Euro im Monat berechnet.
2) Kunden mit gebuchter oder inkludierter Festnetz-Flatrate erhalten die Festnetz-Nummer kostenlos.
3) Bei Altverträgen beträgt die Mindestlaufzeit 6 Monate.

Über die E-Plus-Festnetznummer sind Kunden sogar im Ausland weltweit erreichbar, sofern der jeweilige Roaming-Partner die Weiterleitung der Anrufe unterstützt. Zusätzliche Entgelte berechnet E-Plus hierfür nicht, für die Annahme von Anrufen im Ausland fallen die regulären Roaming-Entgelte des jeweils aktiven Roaming-Tarifs an. Positiv: Für Kunden aktueller Vertragstarife beträgt die Mindestlaufzeit der Festnetznummern-Option nur einen Monat, im Falle von Alttarifen sind es sechs Monate. Um die Bezeichnung der E-Plus-Festnetznummer, die E-Plus unter anderem mit "Festnetz to go" bewirbt, ist unterdessen ein juristischer Streit entbrannt, der derzeit gerichtlich geklärt wird.

Fazit: Der Spätstarter machts vor

E-Plus macht es vor: Als letzter Netzbetreiber überhaupt mit einer Festnetznummern-Option gestartet, düpiert der Düsseldorfer Netzbetreiber den Wettbewerb, indem man den Kunden die kostenfreie bundesweite Erreichbarkeit über die zugeteilte Festnetznummer ermöglicht. Diese gibts im günstigsten Falle sogar gratis beziehungsweise reduziert den rechnerischen Preis für eine Festnetz-Flatrate auf 5 Euro pro Monat. Doch auch Vodafone bietet - noch - viele Inklusivleistungen mit seiner Zuhause-Option, die es in den höherwertigen Tarifen ebenfalls kostenfrei dazu gibt. Bei Telekom und dem einstigen Homezone-Pionier o2 beschränkt man sich indes darauf, entsprechende (kostenpflichtige) Varianten anzubieten, die im Wesentlichen jedoch auf die Basisleistung der Festnetznummern-Bereitstellung limitiert sind.

Die "echte" Homezone mit vergünstigten Preisen scheint Schritt für Schritt vom Markt zu verschwinden - sicherlich auch ein Resultat der immer stärkeren Verbreitung von Flatrates. Dennoch: Viele Mobilfunker wünschen sich Kunden, die bestenfalls komplett auf einen Festnetz-Anschluss verzichten. Ein wirklich attraktives Homezone-Produkt könnte solche Kunden vielleicht eher zu einem Wechsel motivieren.

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