Regulierung

Telekom-Chef Höttges greift Kabelnetzbetreiber an

Die Telekom begrüßt das laufende Marktanalyseverfahren der BNetzA. Er erhofft sich vor allem Klarheit in Hinblick auf die Kabelnetzbetreiber und deren Rechte und Pflichten.
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Tim HöttgesTim Höttges Telekom-Chef Tim Höttges nutzte die heutige Vorlage der Quartalszahlen für das erste Quartal erwartungsgemäß auch, um einmal mehr auf den Wettbewerb und die regulatorischen Rahmenbedingungen einzugehen. Nachdem Höttges in den vergangenen Jahren meist gegen jene Wettbewerber austeilte, die der Telekom bei Glasfaser und VDSL Konkurrenz machen, konzentrierte er sich dieses Mal - abseits des vorbereiteten Redemanuskriptes - auf die Kabelnetzbetreiber.

"Wir begrüßen das laufende Marktanalyseverfahren der Bundesnetzagentur in Deutschland", sagte Höttges. "Denn durch die aktuelle Regulierungssituation werden wir - und hier meine ich nicht nur die Deutsche Telekom sondern die gesamte Industrie - nicht die Kräfte entfalten, die wir für einen schnelleren Breitband-Ausbau in Deutschland nötig wären." Es gehe ihm dabei auch um die Zusammenarbeit mit anderen Anbietern. "Insbesondere wenn wir an Kooperationen denken, werden mit den heutigen Rahmenbedingungen auch unsere Partner, meist kleinere Wettbewerber, mit in die Zugangsregulierung eingeschlossen. Sie werden durch unseren Zugangszwang und unsere niedrigen Vorleistungspreise regelrecht von uns infiziert", so Höttges. "Das verhindert Investitionen. Das ist für alle ein echtes Investitionshemmnis", sagte der Telekom-Chef in Richtung der Bonner Nachbarn von der Bundesnetzagentur.

Konsultationsverfahren soll Klarheit schaffen

"Wir haben einen funktionierenden Wettbewerb mit den Kabelanbietern, dort wo sie präsent sind", schätzte er den Markt ein, um danach zum Angriff überzugehen. "Sie rühmen sich mit ihren höheren Bandbreiten, gestatten aber gleichzeitig keinen Zugang zu ihrer Infrastruktur, sondern zwingen uns in niedrigere Vorleistungspreise beziehungsweise den Zugang für alle überall." Damit spielte er darauf an, dass die Kabelnetzbetreiber sich weigern, Vorleistungsangebote anzubieten. Gleichzeitig dürfte es ihm dabei um Vorleistungen für bereits verlegten Leerrohre der Telekom gehen, die die Kabelnetzbetreiber oft mitnutzen. "Da wo wir ausgebaut haben, möchten sie den billigen Zugang. Das ist unfair." Rhetorisch fragte er in die Runde der Journalisten: "Ist das noch zeitgemäß und gewollt?" Das Konsultationsverfahren werde diese Marktverhältnisse zu bewerten haben.

Auch den anderen Glasfasernetzbetreibern sind die Kabelnetzanbieter immer wieder ein Dorn im Auge. Sie fordern die Öffnung der Kabelnetze, um die Kunden über bereits verlegte Netze anzubinden. Doch Unitymedia hatte gerade diese Woche eine Open-Access-Öffnung in Kürze ausgeschlossen.

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