Made in Germany

Shift Phones: Die Fairphone-Konkurrenz made in Hessen

Das Konzept des Fairphones hat viele Interessenten begeistert - doch kaum jemand weiß, dass es auch einen ähnlichen Smartphone-Hersteller in Deutschland gibt. Was steckt hinter der Philosophie der Firma Shift Phones in Hessen?
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Smartphones, die in Deutschland entwickelt werden - gibt es das noch? Manch ein Leser wird sich verwundert die Augen reiben, doch das gibt es tatsächlich noch. Entwickelt werden die Smartphones der Marke Shift Phones seit 2014 im 750-Seelen-Dorf Wabern-Falkenberg im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen. Gebaut werden sie aber nicht dort, sondern in China.

Shift Phones verpflichtet sich selbst allerdings zu fairen Grundsätzen, die man beispielsweise auch vom Fairphone kennt. Das Unternehmen schreibt dazu:

Wir achten darauf, dass bei der Fertigung niemand ausgenutzt wird: Faire Löhne und Arbeitszeiten, keine Kinderarbeit sowie gute Arbeitsbedingungen sind für uns selbstverständlich. Unsere Phones sind frei von Konfliktmaterialien wie zum Beispiel Coltan. Ebenso ist uns wichtig, dass die Umwelt nicht unnötig belastet wird.

Das sind die Grundsätze des deutschen Smartphone-Entwicklers

Shift Phones aus HessenShift Phones aus Hessen Shift Phones hat sich auf die Fahnen geschrieben, als kleiner und eher unbekannter Smartphone-Hersteller keine hässlichen Entlein auf den Markt zu werfen. Das Unternehmen schreibt dazu:

Jedes Shift-Device wird mit viel Liebe zum Detail gestaltet: Es ist stylisch und doch minimalistisch ohne unnötigen Schnickschnack. Von außen (ID) und von innen (User-Interface). Selbst Apple-Nutzer werden sich nicht unwohl fühlen und von uns bei der Integration ihres Shift Phones in ihre Apple-Welt unterstützt ;-).

Ob man bezüglich Design immer Apple als den Maßstab betrachten muss, sei einmal dahingestellt. Dass allerdings überzeugte Apple-Jünger ihr iPhone gegen ein Shift Phone eintauschen, erscheint wenig wahrscheinlich. Einer der Gründe für den Tausch könnte die Transparenz sein, mit der Shift Phones arbeitet: Das Unternehmen sammelt Geld auf der Crowfunding-Plattform Startnext ein und gibt bekannt, wie die Mittel verwendet werden. 25 Prozent fließen in die Entwicklung, 50 Prozent in die Produktionskosten und den Transport, 6 Prozent in Projektabwicklung, Zertifizierungen (CE, RoHs, Strahlungsnormen, etc.) sowie Gewährleistungen und 19 Prozent in die Umsatzsteuer. Diese bezeichnet das Unternehmen humoristisch als "Staatsunterstützung".

Shift Phones ist es wichtig, dass die Anwender ihre Geräte lange nutzen können: Der Speicher ist erweiterbar und der Akku nach Angaben des Unternehmens einfach zu tauschen. Reparaturen sollen günstig sein, doch die Käufer können auch selbst Hand anlegen: Shift Phones liefert hierzu Ersatzteile und Tutorial-Videos. Die Garantie verfällt nicht, wenn der Käufer das Gerät aufschraubt oder rootet.

Diese Modelle gibt es aktuell und in der Zukunft

Momentan ist im Online-Shop des Unternehmens das Shift5.1 für 244 Euro erhältlich. Es hat ein 5-Zoll-Display mit 1280 mal 720 Pixel Auflösung. Eingebaut ist der Mediatek MT6582, ein Quad-Core-Chip, der nur 3G, aber kein LTE unterstützt. 2 GB RAM und 16 GB Flash-Speicher hat Shift Phones dem Gerät spendiert, der Speicher ist per microSD um bis zu 64 GB erweiterbar. Android 5.1 läuft auf dem Smartphone, dessen wechselbarer Akku 2000 mAh Kapazität hat. Das Dual-SIM-Modul nimmt eine Micro- und eine Mini-SIM auf. Eine 5-Megapixel-Front- sowie eine 8-Megapixel-Rückkamera sind ebenfalls an Bord.

Das Shift7 Phablet kostet 222 Euro und hat den Mediatek MT8382 eingebaut, der über vier Kerne verfügt und ebenfalls nur den 3G-Standard unterstützt. Das Phablet muss allerdings mit lediglich 1 GB DDR-RAM sowie 8 GB internem Speicher auskommen. Der Speicher ist mittels Speicherkarte um maximal 64 GB erweiterbar. Das 7-Zoll-Display hat eine Auflösung von 1280 mal 800 Pixel. Das vorinstallierte Betriebssystem ist Android 4.4 (Kitkat). Shift Phones bezeichnet dieses als "OTA-fähig", gibt aber keine Versprechungen ab, welche Updates das Phablet tatsächlich erhält. Der 3000-mAh-Akku ist wechselbar, die Frontkamera hat 2 Megapixel Auflösung und die Hauptkamera 8 Megapixel.

Bereits vorbestellt werden können das Shift5Pro für 444 Euro, das Shift7+ für 333 Euro sowie das 4-Zoll-Smartphone Shift4 für 199 Euro. Hierbei handelt es sich um Vorbesteller-Preise, anschließend werden die Geräte teurer. Das Shift5Pro erhält einen Snapdragon 820, USB3 Typ C und wird für Cyanogen optimiert. Aber auch Android 6 und Windows 10 mobile sollen optional auf dem Gerät laufen, verspricht der Hersteller. Auf den Markt kommen soll es allerdings erst im ersten Quartal 2017. Auch das Shift7+ wird LTE-Unterstützung mitbringen, während das Shift4 als UMTS-Modell neue Akzente im Segment der 4-Zoll-Smartphones setzen will.

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