Hybrid-TV

HbbTV: Verknüpfung von Rundfunk- und Internetsignal

Spezifikation bringt HD-Teletext, TV-Versionen der Mediatheken und EPG
Von Thorsten Neuhetzki
AAA
Teilen

Kommende Woche beginnt in Berlin die IFA. Die Abkürzung stand ursprünglich für "Internationale Funk-Ausstellung", entsprechend geht es bis heute neben Kaffeemaschinen und Kühlschränken auch um Rundfunkempfänger und um Standards. Eine der neuen Spezifikationen, die zur IFA vorgestellt werden sollen, ist HbbTV. Was zunächst klingt wie ein neuer Sparten-Fernsehsender steht ausgeschrieben für "Hybrid Broadcasting Broadband TV". Dahinter verbirgt sich eine Initiative, die das TV-Signal mit Daten aus dem Internet verknüpft.

Die neue europäische Initiative verbindet die Verbreitung von Nachrichten-, Informations- und Unterhaltungsangeboten über Rundfunk- und Breitbandnetze mittels Set-Top-Boxen und Fernsehgeräten, die mit einem zusätzlichen Internetanschluss ausgestattet sind. Mit der Einführung von HbbTV eröffnet sich dem Konsumenten eine ganze Reihe neuer Mehrwertangebote von Rundfunkanstalten, Internetanbietern und der Geräteindustrie, wie beispielsweise TV-Editionen der Mediatheken, Fernsehen auf Abruf, interaktive Werbung, Personalisierung, Abstimmungen, Spiele und soziale Netzwerke sowie programmbegleitende Dienste, wie digitale Teletexte und elektronische Programmführer. Entwickelt werden die Produkte und Mehrwertangebote auf Basis von HbbTV für alle Rundfunkverbreitungswege, wie Satellit, Kabel und Terrestrik. HbbTVDas Prinzip von HbbTV

"HbbTV eröffnet dem bewährten Teletext eine verbesserte Darstellungsoption für HDTV-Empfänger", sagt Dr. Klaus Illgner-Fehns, Direktor des Instituts für Rundfunktechnik. "HbbTV verknüpft die Rundfunk- und Breitbandtechnik nahtlos miteinander, um Internetinhalte und Fernsehen auf Abruf zusätzlich zu den traditionellen linearen Fernsehprogrammen bereitzustellen." Die Anwendung von HbbTV in Deutschland wird auf der IFA 2009 in Berlin demonstriert.

ARD und ZDF demonstrieren HbbTV-Anwendungen auf der IFA

Dort zeigen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF, welche die Einführung von HbbTV unterstützen, verschiedene Angebote auf Set-Top-Boxen und Fernsehgeräten. ARD und ZDF geben dann einen ersten detaillierten Einblick in ihre Angebotskonzepte. Den IFA-Besucher erwarten dort TV-Editionen der Mediatheken, HD-Teletext, elektronische Programmführer und programmbegleitende Radiodienste. HD-Teletext und interaktive Programmführer runden das Gesamtangebot ab. Auch private Fernsehanbieter setzen im Rahmen der kürzlich angekündigten HD+-Initiative bei HD-Teletext und interaktiven Diensten auf HbbTV.

Das Konsortium setzt sich zusammen aus den Rundfunksendern Canal+, France Television und TF1, der deutschen Forschungseinrichtung Institut für Rundfunktechnik (IRT), dem Satellitenbetreiber SES ASTRA sowie den Softwareunternehmen ANT und OpenTV. Hinzu kommen Geräte-Hersteller.

Weitere Artikel zur IFA 2009

Teilen