Neubau

Gute Planung hilft sparen: Neubau-Anbindung an das TK-Netz

Wer sich ein eigenes Heim baut, will auf die Telefon-Anbin­dung nicht verzichten. Was einfach klingt, sollte jedoch gut geplant werden: Im güns­tigsten Fall entstehen für den Bauherren des Neubaus keine Zusatz­kosten,
Vom teltarif.de-Team zusammengestellt

Wer sich ein eigenes Heim baut, will auf die Telefon-Anbin­dung nicht verzichten. Was einfach klingt, sollte jedoch gut geplant werden: Im güns­tigsten Fall entstehen für den Bauherren des Neubaus keine Zusatz­kosten, bei falscher Planung dagegen können mehrere hundert Euro anfallen.

Beim Anschluss arbeiten Inge­nieure, Archi­tekten und das jewei­lige Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Unter­nehmen Hand in Hand. In der Regel leistet der Wasser­ver­sorger dabei den Erdaushub für Kabel und Rohre, die Schächte werden dann vom Telefon-Anbieter für seine Leitungen mitge­nutzt. Die Wasser­ver­sorger verlangen hierfür von Ort zu Ort unter­schied­liche Entgelte, so dass kein fester Preis genannt werden kann.

Bei durch eine Gemeinde komplett neu erschlos­senen Neubau-Gebieten werden die jewei­ligen Grund­stücke meist schon mit allen Anschlüssen an die einzelnen Bauherren über­geben. Die anfal­lenden Entgelte für diese Erschlie­ßung wurden dann in den Verkaufs­preis bereits einge­rechnet.

Anschluss unter Umständen kostenlos

Deut­sche Telekom:
Service für Haus­be­sitzer
Die Telekom bietet eine spezi­elle Hotline unter der 0800-3301903. Ist die Grund­stücks­grenze bis zu 15 Meter entfernt, der Haus­an­schluss außen am Haus und der Wasser­versorger hat den größten Teil des Erdaus­hubs schon erle­digt, ist der Anschluss kostenlos. Für 399,95 Euro legt die Telekom das Kabel direkt ins Haus. Ist die Grundstücks­grenze weiter entfernt, gibts ein indi­vi­du­elles Angebot anhand tatsäch­lich anfal­lender Kosten.
Theo­re­tisch dürfte auf Wunsch jedes belie­bige Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Unter­nehmen die Erschlie­ßung vornehmen, in der Praxis ist aller­dings meisten die Telekom der einzig mögliche Ansprech­partner für die Anbin­dung des Neubaus. Alle Details zum Telekom-Angebot finden Sie in neben­ste­hender Box. Ausnahmen gibt es in aller Regel ledig­lich in Ballungs­ge­bieten und dann auch nur da, wo das jewei­lige Telefon-Unter­nehmen die Erschlie­ßung gesamter Neubau-Gebiete vornimmt sowie unter Umständen durch Kabel-Gesell­schaften, mehr hierzu später.

Kosten senken durch Unter­stüt­zung der Baufirmen

Manch ein Bauherr kommt auf die Idee, durch eigene Arbeiten Kosten zu sparen: So darf er laut Gesetz in der Tat die komplette Verka­be­lung selbst vornehmen. In der Praxis kann dies aber Probleme nach sich ziehen: Kommt es irgend­wann zum Beispiel zu Rohr­brü­chen oder Bränden, werden sowohl Versi­che­rungen als auch Versor­gungs­un­ter­nehmen dies dem Heim­werker anlasten. Gute Planung hilft sparen: Neubau-Anbindung an das TK-Netz Gute Planung hilft sparen: Neubau-Anbindung an das TK-Netz
Bild: teltarif.de

Doch der Bauherr kann tatsäch­lich sparen, indem er einen Teil der Leis­tungen für den Neubau selbst erbringt, zum Beispiel nach Rück­sprache mit den Versor­gern den Erdaushub selbst erle­digt, während er das Verlegen der Leitungs­schächte den Versor­gern über­lässt. Zudem lohnt es sich, die Arbeiten mit den Versor­gungs­un­ter­nehmen zu koor­di­nieren, zum Beispiel durch Zusen­dung des Katas­ter­aus­zugs und Abstim­mung der Termine zwischen den Versor­gungs­un­ter­nehmen, damit nicht jede Firma Planung und Erdaushub neu erle­digen muss.

Kabel als Alter­na­tive zu DSL

Beispiel­hafte Kosten bei
Voda­fone Kabel Deutsch­land
Die Kosten für den Bau eines Übergabe­punktes bei gleich­zei­tigem Abschluss eines Kabel­anschluss-Vertrages vari­ieren zwischen 599 Euro ("Haus­an­schluss mit Tiefbau­leistung (bis 20 Meter) und mit Haus­ein­füh­rung in Neubau­ge­bieten") und 999 Euro ("Haus­an­schluss mit Tiefbau­leistung (bis 20 Meter) und mit Haus­ein­füh­rung"). Für "zusätz­lich gegra­bene Meter" erhöhen sich die Preise. Verka­be­lung des Hauses gibt es gegen Aufpreis.
Die Telefon- und Breit­band-Anbin­dung muss aller­dings nicht mittels klas­si­schem Tele­fon­an­schluss und DSL erfolgen: Die Kabel-Gesell­schaften bieten zu sehr konkur­renz­fä­higen Preisen Anschlüsse je nach Standort mit Geschwin­dig­keiten weit über DSL-Speed. Dies setzt aller­dings selbst­ver­ständ­lich einen Anschluss des Gebietes an das Kabel­netz voraus.

Den Anschluss bis zum Über­ga­be­punkt auf dem Grund­stück nimmt dann die Kabel­ge­sell­schaft vor.

Anbin­dung abge­le­gener Orte: Mobil­funk und Internet via Satellit

Schwierig wird die Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Anbin­dung gene­rell an abge­le­genen Orten. Wer das neue, allein­ste­hende Vereins­heim am Wald­rand ans Tele­fon­netz bekommen will, hat unter Umständen schlechte Karten: Da das Gebiet in den meisten Fällen nicht erschlossen sein dürfte, berechnen die Versorger dem Bauherren hier die tatsäch­lich anfal­lenden Kosten, und das kann sehr teuer werden. Sind derar­tige Objekte immerhin schon "teilerschlossen", also bezüg­lich Strom und Wasser schon ange­bunden, sinken die Kosten erheb­lich, denn dann kann das Telefon-Kabel "einfach hinzu­ge­legt" werden.

Eine Mobil­funk-Nutzung kann sich hier jedoch als bedeu­tend wirt­schaft­li­chere Vari­ante heraus­stellen. Bei sehr abge­le­genen Orten steht es dann aber mögli­cher­weise schlecht um die Breit­band-Internet-Nutzung per Mobil­funk, da die Versor­gung mit einem schnellen Daten­über­tra­gungs-Stan­dard im Zweifel nicht gegeben ist. Dank der Einfüh­rung von LTE im länd­li­chen Raum ist die Chance auf eine High-Speed-Anbin­dung aber immerhin gestiegen.

Als "letzte Alter­na­tive" gibt es noch die Option, eine Breit­band-Anbin­dung via Satel­liten herzu­stellen. Entspre­chende Lösungen sind heut­zu­tage weit erschwing­li­cher als noch vor wenigen Jahren (wenn auch vom DSL- oder Kabel­ni­veau vor allem bezüg­lich der Hard­ware­kosten noch weit entfernt). Halb­wegs bezahlbar sind hier auch Vari­anten geworden, bei denen der Rück­kanal statt über die Tele­fon­lei­tung eben­falls per Satellit reali­siert wird.

Ratgeber rund Hausbau und Telekommunikation