Recycling

"Smartphones sind technische Dinosaurier"

Der Designer Hartmut Esslinger findet, dass Smartphones technische Dinosaurier sind. Die auf diese Weise genutzte Technik führe zu absurder Verschwendung.
Von mit Material von dpa
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Hartmut Esslinger, Chef von frog designHartmut Esslinger,
Chef von frog design
Der renommierte Designer Hartmut Esslinger hat bei modernen Smartphones die Verschwendung von Rohstoffen beklagt. Es werden jedes Jahr über eine Milliarde Smartphones und andere Tech-Produkte produziert", sagte Esslinger, der in den 80er Jahren auch mit Apple-Gründer Steve Jobs zusammen gearbeitet hat, der Berliner Zeitung. "Zur gleichen Zeit werden dann ähnlich viele Geräte ausrangiert und auf den Müll geschmissen." Sie seien noch voll funktionsfähig, eben nur nicht mit dem neusten Prozessor ausgestattet. "Das macht sie zu technischen Dinosauriern."

Jede Menge wertvoller Rohstoffe

Berge von Mineralien wie Seltene Erden für Displays oder Kupfer und Kautschuk würden für die Herstellung benötigt. "Wahnsinn, was alles in so einem Gerät steckt und dann auf absurde Weise verschwendet wird." Nach Einschätzung des Computer-Veterans wäre Modularität die Lösung, "also Komponenten mit asynchronen Lebenszyklen auszutauschen oder zu erhalten". Wichtig sei auch ein Design, das Reparaturen ermögliche, etwa indem Schrauben statt Klebstoff verwendet werden würden.

Tatsächlich ist der Trend in den vergangenen Jahren aber, dass bei neuen Smartphone-Modellen immer mehr Klebstoff verwendet wird und die Hersteller zum Teil extra "Fallen" einbauen, damit ihre Geräte eben nicht leicht zu reparieren sind. Mehr dazu können Sie in unserem Interview mit einem Spezialisten von SmartRepair lesen.

"Elektromotoren halten eine Ewigkeit"

Hoffnungsvoll stimmt Esslinger die Entwicklung bei den Autos. "Elektromotoren halten eine Ewigkeit", sagte er. "Und wenn nach 50 Jahren etwas ausgetauscht werden muss, dann funktioniert danach alles wieder wie neu - nur das Design muss flexibler werden."

Esslinger war mit seiner Firma Frog Design maßgeblich an der Entwicklung von Produkten bei Apple beteiligt, unter anderem beim Heimcomputers Apple IIc. Später arbeitete seine Firma auch für Microsoft, Disney, Siemens und Lufthansa. Als Designer gilt er längst als Legende. Inzwischen lehrt Esslinger am Institut für strategisches Design in Shanghai.

Es gibt immer wieder Ansätze für modular aufgebaute Smartphones, etwa das inzwischen wieder aufgegebene Projekt Ara von Google, allerdings waren diese kommerziell bisher wenig erfolgreich.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der niederländische Hersteller Fairphone, der leicht zu reparierende Smartphones herstellt, die zu fairen Bedingungen produziert und dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgen sollen.

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