Funk-Chip

Die RFID-Technologie

Mit Hilfe von RFID lassen sich Objekte über eine kurze Distanz auto­matisch und berüh­rungslos iden­tifi­zieren. Das Herz­stück der Tech­nologie bleibt der Trans­ponder, ein winziger Chip mit Antenne. Er ist in ein Träger­objekt, wie ein Klebe­eti­kett oder eine Plas­tik­karte, inte­griert.
Von Ralf Trautmann

Mit Hilfe von RFID lassen sich Objekte über eine kurze Distanz auto­matisch und berüh­rungslos iden­tifi­zieren. Das Herz­stück der Tech­nologie bleibt der so genannte Trans­ponder, ein winziger Compu­ter­chip mit Antenne. Er ist in ein Träger­objekt, beispiels­weise ein Klebe­eti­kett oder eine Plas­tik­karte, inte­griert. Die im Trans­ponder-Chip gespei­cherten Seri­ennum­mern oder Daten werden von spezi­ellen Lese­geräten erfasst. Diese erzeugen ein elek­tro­magne­tisches Feld, das den Trans­ponder akti­viert. Der Funk-Chip sendet daraufhin seine Daten an das Lese­gerät zurück. Je nach Frequenz­bereich, Art des Trans­pon­ders und Eigen­schaften der Antenne des Lese­geräts können die Daten aus einer Entfer­nung von wenigen Zenti­metern bis zu mehreren Metern gelesen werden. So kann beispiels­weise per RFID jeder Karton eindeutig iden­tifi­ziert werden, der in eine Lager­halle gefahren wird, jedes Buch, das eine Biblio­thek verlässt, usw. RFID an Kleidungsstücken RFID an Kleidungsstücken
Foto: dpa

Je nach Einsatz­gebiet können aktive oder passive RFID-Trans­ponder verwendet werden. Passive Trans­ponder kommen ohne eigene Strom­ver­sor­gung aus. Sie beziehen Induk­tions­energie aus dem elek­tro­magne­tischen Feld des Lese­geräts. Passive Trans­ponder befinden sich beispiels­weise in Schlüs­sel­karten oder werden in der Logistik und im Lager­manage­ment einge­setzt. Die aktiven Trans­ponder verfügen dagegen über eine Batterie und sind daher auch größer und teurer. Gespei­cherte Daten lassen sich damit über eine größere Distanz erfassen. Aktive Trans­ponder sind zum Beispiel Bestand­teil von Systemen zur elek­tro­nischen Maut­erhe­bung.

RFID-Systeme nutzen typi­scher­weise den Niedrig- (um 125 kHz), Hoch- (13,56 MHz) oder den Ultra­hoch­fre­quenz­bereich (850 bis 900 MHz). Welcher Frequenz­bereich jeweils der geeig­nete ist, hängt von der Art der Anwen­dung ab. Bei Niedrig- und Hoch­fre­quenz-Trans­pon­dern sind Stör­ein­flüsse von Wasser und Metall geringer als im Ultra­hoch­fre­quenz­bereich (UHF). Für Indus­trie und Logistik sind vor allem UHF-Systeme inter­essant, weil die RFID-Trans­ponder aus größerer Entfer­nung gelesen und die Daten schneller über­tragen werden können. Hierbei spielen natür­lich auch Anten­nen­form und Sende­leis­tung eine Rolle.

Nummern oder Daten

Auf dem Chip selbst ist in der Regel ein eindeu­tiger Nummern­code gespei­chert. Jeder Gegen­stand mit RFID-Trans­ponder erhält dadurch eine unter Umständen sogar welt­weit eindeu­tige Iden­tität. In einer Daten­bank können dann beliebig viele auf den Gegen­stand bezo­gene Infor­mationen gespei­chert werden. Ein Beispiel für ein Numme­rie­rungs­schema ist der Elek­tro­nische Produkt­code (EPC), der in der Konsum­güter­wirt­schaft zum Einsatz kommt. Der EPC teilt sich in Hersteller und Produkt-Nummer (ähnlich dem bishe­rigen EAN-Strich­code), zusätz­lich wird aber auch eine fort­lau­fende Seri­ennummer für jede einzelne Packung eines Produkts vergeben.

Neben der Spei­che­rung einer solchen Seri­ennummer besteht grund­sätz­lich auch die Möglich­keit, weiter­gehende Daten direkt auf dem RFID-Chip zu spei­chern. In der Regel imple­men­tieren diese Chips dann noch ein Verfahren zur Zugriffs­kon­trolle. Das heißt, das Lese­gerät muss sich zunächst per Funk-Befehl gegen­über dem Chip auto­risieren, damit es über­haupt etwas lesen kann. Erst nach der Frei­schal­tung antwortet der RFID-Chip dann mit den mögli­cher­weise sensi­blen Daten.

RFID-Ratgeber:

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