Alternativen

Die LCD-Konkurrenz: OLED, AMOLED und IPS

In den vergan­genen Jahren galt das Farb-LCD mit TFT-Matrix zur Ansteue­rung der Pixel als die Tech­nologie der Wahl, doch die Smart­phone-Revo­lution hat auch an der Display-Front zu Verän­derungen geführt.
Von Thorsten Neuhetzki / / Hans-Georg Kluge

In den vergan­genen Jahren galt das Farb-LCD mit TFT-Matrix zur Ansteue­rung der Pixel als die Tech­nologie der Wahl, doch die Smart­phone-Revo­lution hat auch an der Display-Front zu Verän­derungen geführt. Zwar werden TFT-LCDs in den nächsten Jahren weiter eine wich­tige Rolle spielen, aber ihre Allein­herr­schaft ist gebro­chen: AMOLED-Displays und IPS-Panels kommen in immer mehr Geräten zum Einsatz. Welche Vorteile diese Tech­nolo­gien haben, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

OLED: Keinerlei Blick­win­kel­abhän­gig­keit mehr

So genannte OLEDs werden prin­zipiell schon länger in Handys verwendet und haben einige Vorzüge: Hier leuchten die Pixel selber, und das gleich­zeitig in alle Rich­tungen. Es gibt somit keinerlei Probleme mit der Vertei­lung des Hinter­grund­lichts oder dem Blick­winkel. Insbe­son­dere, wenn man sich zu zweit oder dritt einen Inhalt (Foto, Video etc.) auf einem Handy anschauen will, spielt das OLED-Display seine Stärken aus, denn keiner muss dank schrägem Blick­winkel mit stark vermin­dertem Kontrast auskommen.

Organischer Leuchtdioden (OLED) in der Produktion Organischer Leuchtdioden (OLED) in der Produktion
Foto: dpa
OLEDs haben aber auch ihre Probleme: Die verwen­deten orga­nischen Halb­leiter sind alles andere als einfach zu hand­habende Substanzen, sie reagieren empfind­lich auf Wasser, Sauer­stoff, Wärme und über­mäßigen Strom­fluss. OLED-Displays der ersten Gene­rationen zeigten folg­lich eine Art Einbrennen, ganz ähnlich, wie man es von alten Röhren­moni­toren und manchen Plas­madis­plays kennt: Pixel, die lange Zeit aktiv waren, leuch­teten schwä­cher. Beim Siemens S88, einem der ersten Geräte mit OLED-Haupt­dis­play, gab es sogar Probleme mit der Farb­abstim­mung: Die drei Farben addierten sich nicht zu weiß, sondern zu einer Art Bern­stein­farbe. Entspre­chend waren auch ange­zeigte Fotos stets farb­sti­chig.

Fort­schritte durch AMOLED

Die meisten der vorge­nannten Probleme hat Samsung in den letzten Jahren durch konti­nuier­liche Weiter­ent­wick­lung gelöst. Insbe­son­dere ermög­licht die aktive Tran­sistor-Matrix in AMOLEDs auch vergleichs­weise große OLED-Displays. Nur ein prin­zipi­elles Problem bleibt: Ohne Strom bleibt ein OLED immer dunkel. Immerhin gilt aber: Es wird nur so viel Strom verbraucht, wie auch Pixel leuchten. Ein einge­schränkter Betrieb, bei dem zum Beispiel nur ein paar Pixel die Uhrzeit weiß (oder farbig) auf schwarz zeigen, belastet den Akku also nicht allzu sehr.

Gerade AMOLED-Displays verwenden oft eine soge­nannte PenTile-Display-Matrix - unter anderem um die ungleiche Lebens­dauer der einzelnen Farb­pixel auszu­glei­chen. Jedes einzelne Pixel hat ein grünes Subpixel und teilt sich mit seinen Nach­barn das blaue bzw. das rote Subpixel. Diese spezi­elle Anord­nung sorgt dafür, dass zwar die reale Auflö­sung gleich bleibt, aber es fehlen dem Display rund ein Drittel der Subpixel vergli­chen mit einer normalen Pixel-Anord­nung. Beson­ders die Darstel­lung von Linien und Schrift­zei­chen leidet bei einem PenTile-Display. Diese haben bei nied­riger Pixel­dichte oft einen bunten Schimmer an den Farb­grenzen. Dieser Effekt ist erst bei sehr hohen Pixel­dichten nicht mehr wahr­nehmbar.

IPS: In-Plane-Swit­ching für bessere Blick­winkel-Stabi­lität

Viele Smart­phones und Tablets kommen heute mit einem IPS-Display - die Abkür­zung steht für In-Plane Swit­ching. Durch die spezi­elle Anord­nung der einzelnen Farb­elek­troden können die Hersteller den Einblick­winkel gegen­über der herkömm­lichen LCD-Technik deut­lich erhöhen. Weiter­ent­wick­lungen der IPS-Technik erlauben schnel­lere Umschalt­zeiten und höhere Farb­genau­igkeit.

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