LCD

LCD: Entweder ohne Licht oder aus jedem Blickwinkel lesbar

Für viele Handys werden noch die farbigen Liquid Crystal Displays, bekannt unter der Abkür­zung LCD, verwendet. Wir zeigen, was hinter der Technik steckt.
Von / Thorsten Neuhetzki / Hans-Georg Kluge

Lange vorherr­schend bei Handy-Displays waren die farbigen Liquid Crystal Displays, bekannt unter der Abkür­zung LCD, mit TFT-Matrix zur Ansteue­rung der Pixel. LCDs haben zunächst einige Vorteile: (inzwi­schen) kräf­tige Farben und schnelle Reak­tions­zeiten, kompakte Bauform und eine lange Lebens­dauer, die meist nur durch die Alte­rung des Back­lights begrenzt ist.

Auf der anderen Seite haben LCDs aber auch einige entschei­dende Nach­teile. Ohne Strom bei ausge­schal­teter Hinter­grund­beleuch­tung sind sie (fast) nicht mehr lesbar. Starkes Umge­bungs­licht kann zudem durch Reflek­tionen auf dem Display den ange­zeigten Inhalt unlesbar machen; dieses kann manchmal durch Verstär­kung der Hinter­grund­beleuch­tung auf Kosten eines höheren Strom­ver­brauchs ausge­gli­chen werden. Farbe, Hellig­keit und Kontrast vari­ieren mehr oder weniger mit dem Blick­winkel. Je geringer diese Blick­win­kel­abhän­gig­keit, desto höher ist meist der Strom­ver­brauch. Zudem gelingt die Vertei­lung des Hinter­grund­lichts auf die Anzei­gefläche meist nicht ganz gleich­mäßig.

Warum braucht ein LCD eine Hinter­grund­beleuch­tung?

Die Abkürzung LCD steht für "Liquid Crystal Display" Die Abkürzung LCD steht für "Liquid Crystal Display"
Bild: teltarif.de
Die Notwen­dig­keit der Hinter­grund­beleuch­tung hängt mit der Reflek­tivität der LCDs zusammen. Diese ist bei Farb­dis­plays konstruk­tions­bedingt sehr gering, es wird also kaum natür­liches Licht, das in das Display einfällt, auch wieder zurück geworfen. Das liegt zum einen an den verwen­deten Farb­folien, durch die das Licht beim Ein- und Austritt fallen muss und zum anderen an der Pola­risa­tion der Filter. Das Licht wird in der Flüs­sig­keit des LCD um 90 Grad gedreht. Damit aber diese Drehung einen Effekt hat, muss von den zwei Schwin­gungs­rich­tungen des Lichtes (hori­zontal bzw. vertikal) eine unter­drückt werden. Dann schwingt das einfal­lende Licht im Gleich­takt. Aller­dings gehen so 50 Prozent des Lichtes verloren. Im Ruhe­zustand ist das Display durch­sichtig, daher spricht man vom Normally-White-Mode. Dieser ist der über­wie­gend verwen­dete Modus, möglich ist aber auch die umge­kehrte Vari­ante Normally-Black-Mode.

Schwarz-Weiß-Displays haben zumeist eine deut­lich höhere Reflek­tivität, so dass diese auch bei ausge­schal­tetem Hinter­grund-Licht und "normalem" Umge­bungs­licht lesbar sein können. Entspre­chende Handys sind aber heut­zutage fast nicht mehr zu finden.

Super-LCD: Weiter­ent­wick­lung der bewährten Tech­nologie

Die Weiter­ent­wick­lung nennt sich Super-LCD. Hier bügeln die Hersteller einige Schwach­stellen aus. So entfällt zum Beispiel die Luft­schicht zwischen Display­glas und der Anzei­geschicht. Das redu­ziert unter anderem die Refle­xionen des Umge­bungs­lichts.

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