Handy-TV

Handy-TV: DMB zu Grabe getragen, DVB-H ohne Zukunft

Handy-TV via DMB ist in Deutschland gescheitert und auch DVB-H hat nach aktuellem Stand keinerlei Zukunft: Das Fernsehen über Mobiltelefone hat hierzulande nie wirklich Freunde gefunden. Wir zeigen Ihnen, woran es haperte.
Kommentare (194)
AAA
Teilen (1)

Auf einer weiteren Seite zu Handy-TV haben wir Ihnen bereits gezeigt, welche Angebote es für Handy-TV via UMTS gibt. Doch mit DMB und DVB-H existieren eigentlich spezielle Standards für Handy-TV - warum kommen diese nicht zum Einsatz? Wie im Wettkampf zwischen BluRay und HD-DVD gab es auch im Bereich des Handy-TV zunächst einen Formatkrieg, hier eben zwischen DMB und DVB-H. DMB basiert auf dem Radiostandard DAB und setzt das moderne Kompressionsverfahren H.264 ein, womit eine Datenrate von ungefähr 300 kB/s für einen Sender benötigt werden. Mit einer Datenrate von insgesamt 1,5 MBit/s sind damit vier gleichzeitig übertragene Sender plus weitere Hörfunksender und Datendienste möglich.

Warum das Fernsehen via Handy in Deutschland scheiterteWarum das Fernsehen via Handy in Deutschland scheiterte Im Frühjahr 2006 startete in fünf Städten der Regelbetrieb des Pakets watcha. Der Betreiber war die Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH, vermarktet wurde das Angebot von debitel, mobilcom und simply. Die Ausstrahlung endete im Frühjahr 2008 mit der Begründung, dass zu wenige Empfangsgeräte verfügbar gewesen seien, zu wenig Kunden gefunden wurden und sich die europäische Kommission klar für den Konkurrenzstandard DVB-H ausgesprochen hatte.

Standard in Europa: DVB-H

Der Weg für DVB-H (Digital Video Broadcasting Handheld) schien damit geebnet. DVB-H beruht ebenfalls auf H.264. Bei einer Auflösung von 320 mal 240 Bildpunkten lassen sich damit bei den üblichen 8 MBit/s 20 Sender gleichzeitig übertragen. Zusätzlich reicht die Bandbreite dann immer noch für Hörfunksender und Datendienste. Des Weiteren kommt DVB-H mit speziellen Stromspar-Features, indem es die Datenpakete nicht permanent, sondern schubweise sendet. DMB-Handy: Samsung SGH-P900Das DMB-Handy
Samsung SGH-P900
In den Pausen kann sich das Empfangsmodul eines Handys schlafen legen und verbraucht keine Energie. Dadurch hält ein Handy bei einer DVB-H-Fernsehübertragung mit einer Akkuladung länger durch als im UMTS-Betrieb.

Probeläufe ohne Regelbetrieb in Deutschland

Doch trotz vieler Vorteile und diverser Probleläufe in verschiedenen Ländern ist bis heute in Deutschland kein DVB-H-Regelbetrieb in Sicht. Der Sendestart des Verfahrens war für die Fußball-WM 2006 in den Austragungsorten geplant, fand aber nicht statt. Zur Fußball-EM 2008 kam es in einigen Großstädten lediglich zu einem Testbetrieb mit wenigen Versuchsgeräten durch das Konsortium Mobile 3.0. Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) verlangte nach diesen unbefriedigenden Ereignissen die Übertragungslizenzen zurück. Ein neuerlicher Vorstoß der Landesmedienanstalten scheiterte dann 2010 ganz einfach am Desinteresse der Mobilfunkanbieter.

Weitere Ratgeber zu Handy-TV

Teilen (1)

Meldungen zu DVB-H

1 2 3 49 letzte
Schlagwörter