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Handys aus China: Das ist beim Kauf zu beachten

Smart­phones immer stärker werdender Marken direkt aus China bestellen, wird zuneh­mend inter­es­santer. Denn: Die Hersteller werben mit guter Ausstat­tung zu güns­tigem Preis. Wir haben uns gefragt: Worauf muss man beim Kauf achten?

China­handys sind ange­sagt. Sie verspre­chen gute Ausstat­tung zu einem unschlag­baren Preis. Mit der Zeit konnten sich Hersteller wie Xiaomi bereits einen Namen machen, was dazu führte, dass die Smart­phones auch hier­zu­lande offi­ziell erhält­lich sind. Im benach­barten Öster­reich gibt es sogar einen eigenen Xiaomi-Store. Aber nicht jeder Hersteller hat es bislang soweit gebracht wie Xiaomi oder auch OnePlus, letz­terer sogar mit eigenen Agen­turen in München und London und dem Verkauf direkt über Amazon. Daneben gibt es weitere Hersteller wie Elephone, Nubia, Oukitel, Umidigi und Oppo, die im Zusam­men­hang mit dem Terminus "China­handys" immer häufiger genannt werden und nicht minder inter­es­sant sind. Oppo beispiels­weise will nun auch in Deutsch­land durch­starten, woraus ein eigener Vertrieb resul­tiert und die Smart­phones direkt über bekannte Händler erworben werden können.

Bei anderen Fabri­katen werden Käufer auf mitt­ler­weile hier­zu­lande bekannten Inter­net­seiten wie AliEx­press, Gear­best oder Bang­good fündig.

Auf diesen Seiten können Käufer bei einem chine­si­schen Händler bestellen. Die Smart­phones kommen dann entweder direkt aus China oder befinden sich bereits in einem euro­päi­schen Zwischen­lager und werden von dort aus versendet. Im Ratgeber gehen wir der Frage nach, worauf Käufer achten müssen, wenn sie sich ein Smart­phone aus China bestellen, wie der Versand funk­tio­niert, was er kostet und welche Kosten unter Umständen in Form von Zoll anfallen. Nicht zuletzt ist auch die Frage nach der Garantie und Rekla­ma­tion inter­es­sant.

Anmer­kung: Alle Infor­ma­tionen, die das Thema Zoll betreffen, beziehen sich ausschließ­lich auf die Einfuhr von Waren im Post­ver­kehr für Privat­kunden.

Technik der China­handys

Die Einfuhr von Chinahandys kostet 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer Die Einfuhr von Chinahandys kostet 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer
Fotos: Xiaomi/Schlierner-fotolia.com, Montage: teltarif.de
Unschlagbar güns­tiger Preis und eine tech­ni­sche Ausstat­tung, die sonst nur bei sehr viel teureren Geräten zu finden ist, mögen nicht so ganz zusam­men­passen. Da ist unter Umständen auch was dran. Hersteller wie Xiaomi haben aber mit Modellen wie dem Redmi Note 8T gezeigt, dass eine solide Smart­phone-Ausstat­tung mit guter Leis­tung nicht zwin­gend weit über 1000 Euro und mehr kosten muss.

Was bei vielen anderen Modellen auf ersten Blick nach Ober­klasse-Features aussieht, entpuppt sich beim näheren Hinsehen aber als Mittel­klasse. Das ist aber nicht weiter tragisch und heißt noch lange nicht, dass es sich dabei um ein schlechtes Smart­phone handelt. Abstriche müssen oft beim Display gemacht werden, weil die Auflö­sung nicht selten gering ist und nicht an die von Ober­klasse-Modellen wie denen von Samsung und Huawei heran­reicht. Bei den Konnek­ti­vi­täts­merk­malen sollten Käufer auch genauer hinsehen. So kann es sein, dass nicht das schnel­lere WLAN-ac unter­stützt wird, das NFC-Modul für kontakt­lose Bezahl­vor­gänge fehlt oder noch ein alter microUSB-Anschluss verbaut ist statt eines zeit­ge­mäßen USB-C-Konnek­tors.

Abso­lutes Muss: LTE Band 20

Ange­sichts des güns­tigen Preises wird der durch­schnitt­liche Nutzer mit einigen Abstri­chen in der Regel gut leben können. Ein abso­lutes Muss, das ein Smart­phone für die Nutzung aber hier­zu­lande haben sollte, ist ausrei­chende Unter­stüt­zung der LTE-Frequenz. Das China­handy sollte in jedem Fall LTE Band 20 (Typ: FDD) mit einer Frequenz von 800 MHz unter­stützen. Ob das der Fall ist, lässt sich beim Blick auf das Daten­blatt des Smart­phones heraus­finden.

Vor dem Kauf schadet es nicht, wenn sich Inter­es­senten Test­be­richte und Videos zu dem Wunsch­gerät anschauen. Oft gibt die bloße Google-Suche schon Aufschluss.

Serio­sität der Händler

Vorweg: Auf ein voll­wer­tiges Impressum wie es in der Regel bei uns der Fall ist, dürfen Käufer in China-Shops nicht hoffen. Da läuft es einfach anders. Wer einen der genannten Online-Shops besucht, kann sich Chine­sisch oder Englisch per Google Über­setzer anzeigen lassen. Das ist zwar nicht immer optimal, reicht aber für den Infor­ma­ti­ons­er­halt und die Bestel­lung aus. Mitt­ler­weile hat sich aber schon viel getan, weil die Händler eben auch auf euro­päi­sche Kund­schaft stark abzielen. So zeigt beispiels­weise Gear­best beim Besuch der Seite gleich entspre­chend der IP-Adresse die rich­tige Sprache an und auch AliExpress bietet Seiten auf Deutsch an.

Ein Güte­siegel für einen vertrauens­würdigen Shop, zum Beispiel das Trusted­Shops-Siegel, gibt es nicht. Die Bewer­tungs-Orga­ni­sa­tion für sicheres Online-Shop­ping gibt auf ihrer Seite auch einige Hinweise zum Einkauf in China. So sollten Kunden auf Fake-Bewer­tungen achten. Vorsicht ist unter anderem geboten, wenn Händler keine oder durch­ge­hend 5-Sterne-Bewer­tungen haben. Inter­es­sant sind auch von Trusted­Shops gelis­tete Erfah­rungs­be­richte von Kunden, die in chine­si­schen Online-Shops einge­kauft haben. Der Tenor: Positiv wie negativ - schwarze Schafe gibt es überall. Hell­hörig sollten Kunden auch werden, wenn das Smart­phone bei anderen Händ­lern das doppelte kostet. Da kann es sich bei dem güns­ti­geren Gerät schnell um ein Plagiat handeln.

Die Seite China­handys.net hat bekannte chine­si­sche Online-Shops bewertet und zu den jewei­ligen Platt­formen Infor­ma­tionen wie Vor- und Nach­teile, Versand­mög­lich­keiten und Service­op­tionen beschrieben.

Wenn es um Seriö­sität geht, sollten Käufer bei vielen posi­tiven Bewer­tungen, die in einem kurzen Zeit­raum gemacht wurden oder nur für güns­tige Produkte des Verkäu­fers gelten, vorsichtig sein, es könnte sich dabei um Fake-Bewer­tungen handeln. Käufer sollten bei einem Smart­phone nach einem spezia­li­sierten Elek­tronik­händler Ausschau halten statt auf Verkäufer, die eine sehr breite Palette an Produkt­ka­te­go­rien aufweisen.

Bestel­lung, Plagiate und Zoll

Wer auf Händler-Seiten wie Gear­best surft, stol­pert immer wieder über Smart­phone-Beschrei­bungen, die "inter­na­tio­nale Version" und "globale Version" im Titel tragen. Daneben gibt es noch eine chine­si­sche Version. Darauf sind aber viele wich­tige Google-Anwen­dungen gesperrt, weil sie in der Volks­re­pu­blik nicht zuge­lassen sind. Dann werden Nutzer auf dem Gerät keine gängigen Google-Anwen­dungen wie den PlayS­tore und Maps finden. Von China-Versionen sollten deut­sche Käufer also absehen.

Damit ein Smart­phone in Deutsch­land bezie­hungs­weise der EU zuge­lassen wird, muss es über eine CE-Kenn­zeich­nung verfügen. Eine Bedie­nungs­an­lei­tung, eine Zoll­in­halts­er­klä­rung, Rech­nung und eine Konfor­mi­täts­er­klä­rung müssen beiliegen. Außerdem muss das Gerät durch die zustän­dige Bundes­netz­agentur für den deut­schen Markt zuge­lassen sein. Ob das auch alles den Vorschriften entspricht, kann der einfache Online-Shopper eines Smart­phones beim Kauf­vor­gang erstmal nicht prüfen, sondern muss sich darauf verlassen, dass der Verkäufer die Ware gemäß der Vorschriften auslie­fert.

Die Bundes­netz­agentur rät, dass Verbrau­cher darauf achten sollten, dass die Produkte über eine deutsch­spra­chige Bedie­nungs­an­lei­tung verfügen und eine CE-Kenn­zeich­nung haben. Ist beides nicht vorhanden, sollten Nutzer das Gerät gar nicht erst einschalten. Grund: Eine zu hohe Sende­leis­tung oder unzu­läs­sige Frequenz­nut­zung können Störungen im Empfang nach sich ziehen.

Plagiate

Ein Problem, das durchaus auftreten kann, sind Plagiate. Auch da stecken Käufer zunächst nicht drin. In jedem Fall sollten sie kein angeb­li­ches iPhone 11 Pro Max in der höchsten Spei­cher­ver­sion oder ein Samsung Galaxy S20 Ultra für wenig Geld kaufen. Es ist davon auszu­gehen, dass es sich dabei um eine Kopie handelt. Shops, die das anbieten, gelten ohnehin nicht als seriös.

Wir haben beim Haupt­zollamt Berlin nach­ge­fragt, wie mit Plagiaten verfahren wird und folgende Antwort erhalten: "Hat der Zoll bei der Abfer­ti­gung von nicht­ge­werb­li­chen Post­sen­dungen aus Nicht-EU-Staaten den begrün­deten Verdacht, dass es sich bei der Ware um Marken­fäl­schungen handeln könnte, wird diese in Verwah­rung genommen. Der Rech­te­inhaber wird unter­richtet und prüft, ob es sich um ein Plagiat handelt. Handelt es sich um eine Marken­fäl­schung, entscheidet der Rech­te­inhaber, was mit der Ware zu geschehen hat. In den meisten Fällen erfolgt eine Vernich­tung. Eine weitere Maßnahme des Rech­te­inha­bers kann sein, dass er von dem Käufer die Abgabe einer (gebüh­ren­pflich­tigen) Unter­las­sungs­er­klä­rung verlangt."

Zahlungs­mög­lich­keiten

Die Einfuhr von Smartphones aus China ist zollfrei Die Einfuhr von Smartphones aus China ist zollfrei
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Mit Kredit­karte können Käufer in der Regel immer zahlen. Das sollte aber vermieden werden, weil meis­tens auch die Option besteht, per PayPal zu zahlen. Daran sollten sich Käufer auch halten, weil sie so die Möglich­keit haben, vom Käufer­schutz Gebrauch zu machen, sollte die Ware inner­halb von 180 Tagen nicht ange­kommen sein. Käufer können sich dann an den Bezahl­dienst wenden und prüfen lassen, ob für den Fall ein Käufer­schutz­an­trag zustande kommt.

Zoll und Einfuhr­um­satz­steuer

Es ist oft die Rede davon, dass für die Einfuhr von Smart­phones aus China kein Zoll berechnet wird. Auf den Seiten des Deut­schen Zolls gibt es einige Infor­ma­tionen für Sendungen aus einem Nicht-EU-Staat. Eine "zoll­freie" Sendung bedeutet nicht gleich frei von zusätz­li­chen Kosten, weil auf das Paket noch eine Einfuhr­um­satz­steuer (EUSt) erhoben wird.

Laut Defi­ni­tion des Deut­schen Zolls entspricht "Die Einfuhr­umsatzsteuer [...] weit­ge­hend der Umsatz­steuer (auch als Mehr­wert­steuer bezeichnet), die beim Verbrauch oder Verkauf von Waren und bei der Erbrin­gung von Dienst­leis­tungen im Inland bzw. bei Liefe­rungen inner­halb der Euro­päi­schen Union anfällt." Auf Nach­frage beim Haupt­zollamt Berlin bestä­tigte uns das der Pres­se­spre­cher: Die Einfuhr von Smart­phones aus China ist zoll­frei, die Einfuhr­umsatzsteuer von 19 Prozent wird aber in jedem Fall erhoben. In einer Broschüre des Zolls zu Internet-Sendungen aus Dritt­län­dern steht: Über­steigt der Wert der Sendung 150 Euro, fällt neben der Einfuhr­um­satz­steuer und der Verbrauchs­steuer (betrifft nur Waren wie Alkohol, Tabak­waren und Kaffee) auch Zoll an. Das klingt im ersten Moment etwas verwir­rend. Man könnte schnell davon ausgehen, dass auch bei Smart­phones aus China Zoll anfällt. Der Waren­wert von 150 Euro ist auch bei güns­tigen Geräten aus der Volks­re­pu­blik schnell über­stiegen, trotzdem wird für Smart­phones kein Zoll erhoben.

Rechen­bei­spiel: Ein Smart­phone kostet 200 Euro. Die Einfuhr­um­satz­steuer (Grund­lage der Berech­nung sind 19 Prozent) beträgt 38 Euro. Das macht einen Gesamt­preis von 238 Euro für das Smart­phone (ohne mögliche Versand­kosten).

Versand und Rekla­ma­tion

Auch zum Thema Versand gibt das Online-Portal China­handys.net Aufschluss. Schaut man sich auf den Seiten der Händler um, wird bei Produkten oft ein "kosten­loser Versand" ange­boten. Wie lange es dauert, bis das Paket ankommt, ist unter­schied­lich. Mit Glück ist das Paket in einer Woche da, es kann aber schon mal vier Wochen dauern. Die durch­schnitt­liche Zeit liegt laut Chinahandys.net bei 10 bis 15 Tagen.

Empfohlen werden für Produkte wie Smart­phones zoll­freie Versand­me­thoden. Der Online-Shop über­nimmt dabei die Sendung in die EU und bezahlt die Einfuhr­kosten. Von einem EU-Waren­haus wird die Sendung dann weiter verschickt. Zusätz­liche Kosten entstehen dem Käufer also nicht. Bei Gear­best beispiels­weise tragen die zoll­freien Versand­me­thoden Bezeich­nungen wie "EU Prio­rity Line" und "Germany Express".

Der Versand von Waren aus China ist auch mit DHL Express möglich. Wenn es gut läuft, beträgt die Versand­dauer drei bis vier Werk­tage. Die Zoll­ab­fer­ti­gung wird dabei von der DHL über­nommen. Auf diese Weise spart sich der Käufer den unter Umständen nötigen Weg zum Zollamt. Die entstan­denen Kosten für die Einfuhr der Sendung müssen an der Haustür mit Bargeld bezahlt werden. Es ist empfeh­lens­wert, den Betrag passend bereit­liegen zu haben.

Garantie und Rück­ver­sand

Die Reklamation bei einem China-Shop kann unter Umständen langwierig sein Die Reklamation bei einem China-Shop kann unter Umständen langwierig sein
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Seriöse Verkäufer in seriösen Shops geben auch eine Garantie. In China gilt die aller­dings nur für maximal ein Jahr. Gear­best beschreibt den Vorgang für die Inan­spruch­nahme der Garantie in seinem Support-Bereich wie folgt: Zunächst soll sich der Kunde an den Support-Dienst wenden und unter anderem das Problem beschreiben und besten­falls ein Foto oder Video von den Defekten anfer­tigen. Soll das Smart­phone zurück­ge­schickt werden, muss eben­falls zunächst der Support kontak­tiert werden. Rück­erstat­tungen zu PayPal können bis zu 48 Stunden dauern. Es ist davon auszu­gehen, dass die ange­ge­bene Dauer für den jewei­ligen Fall nach Sendungs­ein­gang gemessen ist.

Gefahrgut-Aufkleber nicht vergessen

In Foren ist nicht selten die Rede davon, dass das abge­schickte Päck­chen (mit Smart­phone) wieder zum Absender (dem deut­schen Reklama­teur) zurück­ge­kommen ist. Es fehlte der Gefahr­gut­auf­kleber, der auf eine Lithium-Ionen-Batterie hinweist. Im besten Fall liefert beispiels­weise der Gear­best-Support einen Vordruck dafür mit, wenn er die Retoure geneh­migt hat. Grund­sätz­lich kommen Kunden also nicht um den Kontakt mit dem Support-Team herum. Jede Rück­sen­dung muss zuerst offi­ziell bestä­tigt werden.

Die Kosten für den Versand trägt laut Angaben auf der Seite der Kunde. Der Päck­chen-Versand bis zwei Kilo­gramm nach China kostet mit der DHL 16 Euro. Dem Paket müssen zwei Ausfer­ti­gungen der Zoll­in­halts­er­klä­rung CN23 beigefügt werden. Diese kann direkt bei der DHL als PDF herun­ter­ge­laden werden.

Zunächst müssen Käufer die Retoure also selbst zahlen. Ist das China­handy beschä­digt und oder defekt, sollte das zwin­gend beim Support mit ange­geben werden, weil das die Chancen erhöht, die Retour­kosten doch noch zurück­zu­be­kommen.

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