SIM-Lock

SIM-Lock: Ungeliebte Sperre im Handy entfernen

Mit einem SIM-Lock banden Mobil­funk-Anbieter ein Handy an eine bestimmte SIM-Karte und boten es dann zu subven­tionierten Preisen an. Wir zeigen, wie Sie die Sperre entfernen können.
Von Ralf Trautmann / Julian Ruecker /

SIM-Lock: Ungeliebte Sperre im Handy entfernen SIM-Lock: Ungeliebte Sperre im Handy entfernen
Grafik: Image licensed by Ingram Image, Foto/Montage: teltarif.de
Wenn ein Handy nur mit einem bestimmten Mobil­funk­netz oder sogar nur einer ganz bestimmten SIM-Karte nutzbar ist, liegt das am soge­nannten SIM-Lock: Das Gerät ist an mehr oder weniger genau fest­gelegte Eigen­schaften der SIM-Karte, des "Subscriber Iden­tity Module", gebunden. Dabei gibt es verschie­dene Vari­anten wie Netlock und den voll­stän­digen SIM-Lock. Aller­dings bietet keiner der drei großen Netz­betreiber neue Geräte mit SIM- oder Netlock an.

Der voll­stän­dige SIM-Lock bringt die meisten Einschrän­kungen mit sich - denn dabei verstehen sich nur das Handy und eine ganz bestimmte SIM-Karte. Funk­tioniert diese nicht mehr, so muss sich der Kunde eine iden­tische Ersatz­karte vom Netz­betreiber ausstellen lassen.

Übli­cher als der voll­stän­dige SIM-Lock war in der Vergan­gen­heit der "Netlock". Dabei ist das Handy nicht an eine bestimmte SIM-Karte, sondern nur an ein bestimmtes Netz gebunden. Somit kann es der Nutzer mit einer anderen SIM-Karte vom Netz­betreiber selbst, aber auch SIM-Karten von anderen Provi­dern im selben Netz verwenden.

In der Regel war die Dauer des SIM-Locks auf die Mindest­vertrags­lauf­zeit des Tarifs beschränkt, der im Bündel mit dem Handy verkauft wurde. Das waren übli­cher­weise maximal 24 Monate. Inso­fern dürften die aller­meisten Handys, die in Benut­zung und auf dem Markt sind, weder ein SIM- noch ein Netlock haben. SIM-Lock: Ungeliebte Sperre im Handy entfernen SIM-Lock: Ungeliebte Sperre im Handy entfernen
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SIM-Lock vorzeitig loswerden

Wer dennoch z. B. ein Gerät vorzeitig vom SIM-Lock befreien wollte, konnte dieses meist gegen eine Entsperr­gebühr bei seinem Mobil­funk-Anbieter frei­kaufen. Diese Gebühr betrug in der Regel um die 100 Euro. Somit war der Kauf eines Handys mit SIM-Lock und dessen vorzei­tige Entsper­rung häufig teurer als die Anschaf­fung eines Handys ohne SIM-Lock auf dem freien Markt.

Handy nach Ablauf der Frist entsperren

Entsperr-Code anfor­dern
Ist die vom Provider vorge­gebene Frist für den Ablauf des SIM-Lock vorbei, so kann der Kunde sein Handy selbst entsperren. Dafür benö­tigt er einen Code, den er von seinem Mobil­funk-Anbieter bekommt. Genauere Infos gibt es dazu auf den Webseiten der Anbieter. In jedem Fall braucht der Kunde dafür die 15-stel­lige IMEI (Inter­national Mobile Equip­ment Iden­tity). Diese lässt sich per Tasten­kombi­nation *#06# anzeigen und ist bei Geräten mit abnehm­barer Gehäuse­rückseite zudem auf dem Typen­schild unter der Abde­ckung oder unter dem Akku zu finden. Meist befindet sie sich auch auf der origi­nalen Geräte-Verpa­ckung.

Neben diesem offi­ziellen Weg gibt es weitere Möglich­keiten, ein Handy zu entsperren - doch liegen diese in einer recht­lichen Grau­zone. Alles zu diesen inof­fizi­ellen Vari­anten lesen Sie in einem weiteren Ratgeber zu alter­nativen Entsperr-Verfahren für den SIM-Lock.

Die Telekom war noch einen Schritt weiter gegangen

Im Rahmen ihres viele Jahre zurück­liegenden, ursprüng­lichen Exklusiv­vertrags mit der Firma Apple zum Vertrieb des seiner­zeit gefei­erten iPhone in Deutsch­land war die Telekom Ende 2007 noch einen Schritt weiter gegangen: Die Möglich­keit, nach zwei Jahren kostenlos den Entsperr-Code für den SIM-Lock anzu­fordern, war beim iPhone zunächst nicht vorge­sehen.

Erst nach einem gericht­lichen Streit im Einst­weiligen Verfü­gungs­verfahren mit dem Wett­bewerber Voda­fone rang sich die Telekom zu dem Zuge­ständnis durch, den SIM-Lock zumin­dest nach Ablauf der Mindest­vertrags­lauf­zeit auf Wunsch des Kunden zu entfernen.