Ratgeber

MultiSIM & Co.: Eine Nummer, mehrere SIM-Karten

Eine Vielzahl von Netzbetreibern und Providern bieten die Möglichkeit, mehrere SIM-Karten an einem Anschluss zu nutzen. Mit den MultiSIM-Angeboten können Sie Smartphones, Handys und Tablets unter einer einzigen Nummer betreiben. teltarif.de gibt Ihnen einen Überblick über Technologie & Anbieter.
AAA
Teilen (50)

Eine Nummer, mehrere SIM-KartenEine Nummer, mehrere SIM-Karten Bei der Telekom heißt sie MultiSIM, Vodafone bietet für Geschäftskunden die UltraCard und für Privatkunden die Red+MultiSIM an und bei o2 ist es die Multicard. Das Prinzip ist stets gleich: Mit einer MultiSIM-Lösung wird es möglich, mehrere SIM-Karten unter derselben Rufnummer zu betreiben. Das ist vor allem für diejenigen Nutzer praktisch, die mehrere mobile Endgeräte mit der gleichen Nummer und im gleichen Tarif verwenden möchten, oder die auch über das PKW-eigene Telefon über ihre eigentliche Rufnummer erreichbar sein wollen. Für verschiedene Anwendungen werden zuweilen andere Endgeräte als das ansonsten übliche Smartphone genutzt, wie zum Beispiel Tablets, Surfsticks und Auto-Telefone. Mit MultiSIM-Karten kann derselbe Anschluss in verschiedenen Geräten verwendet werden.

In welchen Fällen ergibt eine MultiSIM-Lösung Sinn?

MultiSIM-Angebote lohnen sich beispielsweise für diejenigen, die mehrere Geräte gleichzeitig nutzen (müssen). Wer beruflich auf ein Smartphone setzt, privat aber lieber ein einfaches Handy nutzt, kann mit einem MultiSIM-Angebot trotzdem unter einer Rufnummer erreichbar bleiben. Auch wer normalerweise ein Smartphone nutzt, aber am Wochenende ein Outdoor-Handy benötigt, um unterwegs ein stabiles Mobiltelefon zu haben, kann dank MultiSIM auf das Umstecken der SIM-Karte verzichten.

Für Tablet-Besitzer kann eine MultiSIM-Lösung sinnvoll sein, weil das Tablet auf den für das Smartphone möglicherweise schon vorhandenen Datentarif mit Inklusivvolumen zugreifen kann. Zudem kann das Tablet zeitweise zum SMS-Empfang bzw. -Versand genutzt werden. In der Regel kann eine gebuchte Datenoption auf allen verbundenen Geräten verwendet werden. Dennoch lohnt sich ein Blick in die genauen Bedingungen des Anbieters.

Ein neu angeschafftes Handy oder Smartphone passt oft auch nicht mehr in die im Auto fest eingebaute Freisprecheinrichtung. Die Alternative kann zwar ein in vielen Fahrzeugen ebenfalls möglicher drahtloser Anschluss per Bluetooth sein. Dann jedoch muss auf eine Außenantenne verzichtet werden und der Handy-Akku wird auch nicht nachgeladen. In einem solchen Fall könnte es sich also anbieten, das bisherige Handy im Auto mit einer MultiSIM weiter zu betreiben.

Zweiter Anschluss verursacht zusätzliche Kosten

Manchmal ergibt es Sinn, für Zweitgeräte zusätzliche Anschlüsse, beispielsweise Prepaid-Discounter-Karten, anzuschaffen. Es muss dann aber eine - meist kostenpflichtige - Rufumleitung von der Hauptnummer zur Zweitkarte gelegt werden, um für Anrufer weiter unter der gewohnten Rufnummer erreichbar zu sein. Umgekehrt würde man bei abgehenden Gesprächen eine für die Gesprächspartner ungewohnte Rufnummer übermitteln - was oft unerwünscht ist.

MultiSIM-Karten können parallel genutzt werden

MultiSIM-Karten können anders als die früheren TwinCard- und TriCard-Lösungen von Telekom und Vodafone parallel genutzt werden. So kann das Handy auch dann eingeschaltet bleiben, wenn man gerade mit dem Autotelefon Gespräche führt oder Online-Dienste am Smartphone nutzt. Telefonate zwischen den einzelnen MultiSIMs werden allerdings von keinem Anbieter unterstützt. Wer eine solche Lösung benötigt, muss sich also anders behelfen - möglicherweise doch mit einem eigenständigen Tarif für das Zweitgerät.

Die Angebote von Telekom, Vodafone und o2 wurden auch von einigen Service-Providern übernommen. Und auch Kunden einiger Mobilfunk-Discounter können bei Interesse an der MultiSIM-Technologie aufatmen. Zumindest verschiedene Drillisch-Marken bieten die zusätzlichen SIM-Karten zum Vertrag ebenfalls an.

Die Provider im Multi-SIM-Vergleich

Die Option, mehrere SIM-Karten unter dem Dach eines Tarifes zu vereinen, gibt es bei einigen Anbietern zu verschiedenen Preisen und Leistungen. Die Vor- & Nachteile der diversen Tarife haben wir für Sie aufgelistet. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie in unserem Handytarif-Vergleich gezielt Tarife mit MultiSIM-Option vergleichen können.

Vodafone löst UltraCard durch Red+MultiSIM ab

MultiSIM-Angebote der verschiedenen ProviderMultiSIM-Angebote der verschiedenen Provider Vodafone hat seine frühere MultiSIM-Lösung, die UltraCard, im Herbst 2017 für Privatkunden eingestellt. Geschäftskunden können diese noch heute nutzen. Allerdings bringt diese ältere Plattform einige Nachteile mit sich. So sind beispielsweise Telefonate über das LTE-Mobilfunknetz und WLAN-Hotspots nicht möglich. Im Juni 2018 stellte Vodafone schließlich die Red+MultiSIM vor. Damit haben die Kunden neben der Hauptkarte bis zu zwei weitere SIM-Karten für ihren Vertrag zur Verfügung. Damit lassen sich Telefonate führen und Datendienste nutzen. Für den Versand und Empfang von SMS-Mitteilungen muss sich der Kunde für eine der drei Karten entscheiden. In den meisten Tarifen schlägt die Red+MultiSIM mit einer einmaligen Anschlussgebühr von 39,99 Euro und einer zusätzlichen monatlichen Grundgebühr von 5 Euro je Extra-SIM zu Buche. Eine Besonderheit stellt der Tarif Red XL dar, mit dem die Kunden neben einer Allnet-Flat auch eine echte Daten-Flatrate ohne Performance-Drossel zur Verfügung haben. In diesem Tarif beträgt die zusätzliche monatliche Grundgebühr pro Red+MultiSIM 10 Euro.

Multi-SIM bei der Telekom

Das MultiSIM-Angebot der Telekom lässt wenig Raum für Fantasie. Für 4,95 Euro zusätzlich im Monat kann eine zweite Karte dazugekauft werden, für 9,90 Euro monatlich erhält der Kunde sogar zwei weitere SIM-Karten, um so eine maximale Anzahl von drei Geräten unter einem Tarif-Dach zu vereinen. Ein weiteres Angebot der Telekom sind die sogenannten Multi-Data-Pakete. Hier kann der Tarif um ein, zwei oder maximal 5 GB erweitert werden. Zusätzlich sind zwei Multi-SIM-Karten im Paket. Mit 10, 15, beziehungsweise 25 Euro ist das Angebot allerdings relativ kostspielig. Des Weiteren bekommen Kunden, die einen MagentaMobil-L+-, einen MagentaMobil-L+-Premium- oder einen MagentaMobil-XL-Premium-Tarif buchen, zwei zusätzliche SIM-Karten kostenfrei dazu. Wer den MagentaMobil XL bucht, zahlt hingegen 29,95 Euro monatlich pro zusätzlicher SIM-Karte.

MultiCard bei Telefonica (o2)

Bei der Telefónica-Marke o2 gibt es seit Juni 2018 in den o2-Free-Tarife die Connect-Funktion. Damit haben Interessenten die Möglichkeit, bis zu zehn SIM-Karten zum Vertrag zu bekommen. Besonderheit gegenüber den anderen Anbietern: Zusätzliche monatliche Grundgebühren fallen nicht an. Lediglich die Anschlussgebühr von 39,99 Euro bei Abschluss des Hauptvertrags gilt es zu berücksichtigen. Zwei SIM-Karten liefert o2 bei Abschluss eines neuen Vertrags gleich mit, eine dritte MultiCard kann nachbestellt werden. Bei den bis zu sieben weiteren SIM-Karten handelt es sich um reine Datenkarten. Diese nutzen das Datenvolumen des Hauptvertrags mit. Es gibt aber keine Telefonfunktion. Für den SMS-Empfang muss sich der Kunde auf eine der bis zu drei MultiCards festlegen. Die dafür ausgewählte Karte kann auch für VoLTE und WiFi Calling genutzt werden, was bei den anderen SIMs nicht möglich ist.

1&1 bietet MultiSIM im Vodafone-Netz

Auch der Provider 1&1 bietet MultiSIM-Optionen an. Entscheidend ist hier, ob sich der Kunde für einen der LTE-Tarife im o2-Netz entscheidet oder einen der Tarife im Netz von Vodafone wählt.

Die Wahl des LTE-Tarif-Nutzers ist stark eingeschränkt: Hier stellt eine sogenannte Daten-SIM für 4,99 Euro im Monat die einzige Option dar. Mit dieser Daten-SIM kann allerdings weder telefoniert werden, noch können SMS/MMS versendet/empfangen werden. Ganz anders sieht das Angebot im Vodafone-Netz-Tarif aus, in dem Kunden für lediglich 2,99 Euro monatlich pro Karte bis zu zwei voll funktionsfähige SIM-Karten dazukaufen können.

mobilcom-debitel

Bei mobilcom-debitel verhält es sich ähnlich wie bei 1&1 - die Netzwahl des Kunden ist entscheidend für das MultiSIM-Angebot. Obwohl in der Netzauswahl des Providers immer noch Vodafone mit der UltraCard gelistet ist, kann der MultiSIM-interessierte Kunde sich tatsächlich lediglich zwischen Telefónica und der Telekom entscheiden. Unabhängig davon, welches Netz der Kunde schlussendlich wählt, fallen pro extra SIM-Karte einmalig 30 Euro an. Bei beiden Netzbetreibern kann der Kunde sich bis zu zwei SIM-Karten zum Tarif buchen, die bei der Telekom 4,95 Euro monatlich kosten, und bei Telefónica mit 4,99 Euro unwesentlich teurer ausfallen. DrillischDrillisch

simply, McSIM, maXXim & smartmobil

Die Angebote der Discounter sind deutlich eingeschränkt. Weder Aldi Talk, noch Congstar, Fonic oder auch otelo und Blau bieten MultiSIM Optionen an. Einige Ausnahmen gibt es aber dennoch. Zu den wenigen Discounter-Providern, welche die MultiSIM-Option anbieten, zählen vor allem die Drillisch-Marken simply, McSIM, maXXim & smartmobil.

Unabhängig vom Anbieter werden einmalig 4,95 Euro und dann günstige 2,95 Euro monatlich und pro Zusatzkarte fällig. Maximal kann der Kunde so sein Sortiment auf drei Geräte unter einem Vertrags-Dach aufstocken. Hin und wieder gibt es bei Drillisch-Marken auch Tarife, bei denen die MultiCard als kostenfreies Inklusiv-Feature enthalten ist. Diese Angebote sind oft nur von kurzer Zeit. Daher verzichten wir hier auf eine Auflistung.

Multi-SIM im Handytarif-Vergleich

Unser Handytarif-Vergleich bietet die Möglichkeit, speziell Tarife mit MultiSIM-Option zu vergleichen. Diese Option können Sie anwählen, indem Sie bei unserem Handytarif-Vergleich bei den "Detaileinstellungen" unter "Mobiles Surfverhalten" ein Häkchen hinter die letzte Option "Multi-SIM verfügbar?" setzen. Anschließend werden Ihnen nur Tarife gezeigt, in denen die Option bereits integriert ist, und eventuell anfallende Kosten direkt in die Kosten mit eingerechnet.

Weitere Ratgeber zum Thema SIM
SIM
Teilen (50)

Meldungen zu Multi-SIM

1 2 3 412 letzte