SIM-Karte

Nano-SIM, Micro-SIM und Mini-SIM im Vergleich

Nur mit Hilfe einer SIM-Karte kann das Handy Kontakt zum Mobil­funk-Netz herstellen. Daneben kann die SIM-Karte Kontakte und SMS spei­chern. Wir erklären die verschie­denen SIM-Karten-Formate und was sie vonein­ander unter­scheidet.
Von Florian Krockert
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Die SIM (Subscriber Iden­tity Module) ist seit Beginn des GSM-Mobil­funks ein steter Begleiter jedes Handys. Für den Nutzer ist sie der Schlüssel zum Handy­netz: Auf dem Chip der SIM-Karte sind Daten gespei­chert, mit denen das Handy dafür sorgt, dass der Nutzer vom Handy­netz iden­tifi­ziert wird.

SIM-Karten ermög­lichen es, die Leis­tungen eines Mobil­funk-Vertrages auch mit anderen Handys zu nutzen. Außerdem kann der Handy-Besitzer mit Hilfe einer PIN, die beim Start des Gerätes abge­fragt wird, die Nutzung durch Unbe­fugte verhin­dern.

Auf der SIM-Karte kann der Nutzer auch Tele­fonbuch-Einträge und SMS spei­chern. Der Speicher­platz ist jedoch sehr gering. Daher ist dieses Feature nur inter­essant, wenn Kontakt­daten von einem Gerät auf ein anderes über­tragen werden sollen. Und auch nur dann, wenn keine beque­meren Möglich­keiten bereit­stehen, wie zum Beispiel die beim Smart­phone übli­chen Cloud-Spei­cher-Lösungen. Mit diesen lassen sich nicht nur Kontakte und SMS, sondern alle mögli­chen Daten komfor­tabel sichern und über­tragen.

Stan­dard, Micro, Mini, Nano: SIM-Karten-Formate

Die ersten SIM-Karten hatten noch die Größe von Kredit­karten. Sie werden inzwi­schen nicht mehr verwendet, sind aber oft noch unter dem Namen Stan­dard-SIM-Karten bekannt. Dies kann leicht zu Verwechs­lungen führen, da auch Mini-SIM-Karten oft als Stan­dard-SIM bezeichnet werden. Ein alter­nativer Name für die kredit­karten­großen SIM-Karten ist Full-Size-SIM.

Drei klei­nere Formate haben sich ihr gegen­über durch­gesetzt:

  • Mini-SIM: Auch sie war lange Zeit das Stan­dard-Format, wurde inzwi­schen aber von den noch klei­neren Versionen abge­löst.
  • Micro-SIM: Anfangs von Apple einge­führt. Später haupt­sächlich bei Smart­phones verwendet.
  • Nano-SIM: Die kleinste SIM ist nur unwe­sent­lich größer als der Chip selbst. Fast alle neuen Smart­phones nutzen sie.

Tabelle: Mini-, Micro- und Nano-SIM im Vergleich

SIM-Karte Mini (Plug-in-SIM) Micro Nano
Maße
(H x B x T)
ISO-Stan­dard
25 mm
x 15 mm
x 0,76 mm
15 mm
x 12 mm
x 0,76 mm
12,3 mm
x 8,8 mm
x 0,67 mm
Form­faktor /
Hard­ware
2FF /
UICC
3FF /
Mini-UICC
4FF
Defi­nition 1) 1989 2004 2012
Einfüh­rung k. A. 2010 2012
1) Fest­legung vom Euro­päischen Institut für Tele­kommu­nika­tions­normen (ETSI), nach Angaben von Gies­ecke & Devrient (G&D)

Nur eine Frage der Größe?

Micro-SIMMicro-SIM: Die zweitkleinste SIM-Karte und darüber Die drei Karten-Typen unter­scheiden sich haupt­sächlich hinsicht­lich ihrer Ausmaße, also der Größe der Plastik-Umman­telung, die dem entspre­chenden Karten-Slot im Handy, Smart­phone oder Tablet ange­passt ist. Der in der Karte enthal­tene Chip, der die rele­vanten Infor­mationen für die Mobil­funk-Nutzung enthält, ist bei den SIM-Karten heut­zutage iden­tisch. Für ältere Mini- und Micro-SIM-Karten wurden teil­weise Chips mit acht Kontakt­flächen verwendet, diese fielen daher unter Umständen etwas umfang­reicher aus. Da aber die unteren beiden Kontakte nie verwendet wurden, konnten die SIM-Karten entspre­chend auf sechs Kontakte redu­ziert werden.

Da die Größe der einzige rele­vante Unter­schied zwischen Mini- und Micro-SIMs ist, lässt sich die Mini-SIM einfach zur Micro-SIM zuschneiden. Nano-SIMs sind hingegen etwas dünner, daher ist es nur bedingt empfehlens­wert, diese zurecht­zu­schneiden. Mehr Details zu diesem Thema lesen Sie in unserem Ratgeber: SIM-Karten zurecht­schneiden.

Glücklicher­weise ist ein manu­elles Zurecht­schneiden nur selten nötig. SIM-Karten werden meis­tens für alle drei Formate vorge­stanzt ausge­liefert. Man spricht dabei von Triple- oder Kombi-SIM-Karten.

Warum wird die SIM-Karte immer kleiner?

Schon bei der Fest­legung des UMTS-Stan­dards durch das Euro­päische Institut für Tele­kommunikations­normen (ETSI) Ende der 90er Jahre wurde ange­nom­men, dass zukünftig entwi­ckelte mobile End­geräte tenden­ziell immer kleiner werden und dem­entsprechend auch die SIM-Karten-Größe ange­passt werden müsste.

Mit stei­gender Komple­xität moderner Smart­phones und Tablets wird zudem mehr Platz für zusätz­liche Bau­teile gebraucht - dies ist ein wesent­licher Grund für die Einspa­rung bei der Slot- und Karten­größe. Und auch die physi­kali­sche Größe des Chips schrumpft konti­nuier­lich, weil Chip-Hersteller in regel­mäßigen Abständen die Speicher­dichte erhöhen.

Der Durch­bruch der Micro-SIM

Apple machte 2010 den Anfang mit der Micro-SIM und setzte diese zuerst beim iPad und iPhone 4 statt einer klas­sischen SIM-Karte ein. Damit verhalf der Hersteller dem bereits 2004 verab­schie­deten Stan­dard auch inter­national zum kommer­ziellen Erfolg. Später wurde die Micro-SIM auch von vielen anderen Herstel­lern, zum Beispiel Nokia und Moto­rola, über­nommen. Zwischen­zeitlich hatte die Micro-SIM ihren Vorläufer - vor allem bei Smart­phones - als Stan­dard abge­löst. Inzwi­schen ist sie aber selbst wieder durch die Nano-SIM abge­löst worden.

Der Durch­bruch der Nano-SIM

Nachdem Apple schon mit der Micro-SIM Vor­reiter beim Einsatz eines klei­neren SIM-Karten-Formats war, schickte sich das Unter­nehmen mit der Nano-SIM an, eine zweite Welle der Verklei­nerung voran­zutreiben. Anfang Juni 2012 einigten sich zahl­reiche Hard­ware-Hersteller und Mobil­funk-Netz­betreiber im Stan­dard­isier­ungs­grem­ium ETSI (Euro­pean Tele­communi­cations Stan­dards Insti­tute). Apples iPhone 5 war das erste Handy, welches die Nano-SIM verwen­dete. Seit 2016 wird sie standard­mäßig in fast allen neuen Smart­phones benutzt.

Die Nano-SIM ist mit Abmes­sungen von 12,3 mal 8,8 mal 0,67 Milli­meter etwa 40 Prozent kleiner als die Micro-SIM.

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