Repariert

Handy-Reparatur: Kein Grund zum Verzweifeln

Ihr Handy ist kaputt? Das Display hat einen Sprung? Auf unserer Ratge­ber­seite zeigen wir Ihnen, was Sie selbst repa­rieren können und was ein Fall für eine Repa­ratur durch den Hersteller ist.
Von Hans-Georg Kluge / Thorsten Neuhetzki
AAA

Handy-Reparatur: Kein Grund zum Verzweifeln Handy-Reparatur: Kein Grund zum Verzweifeln
Bild: teltarif.de
Die Liste aller mögli­chen Handy-Fehler ist wahr­scheinlich noch nicht geschrieben, denn sie wäre unglaub­lich lang. In der teltarif.de-Redak­tion kam es vor, dass ein Smart­phone nach mehr­fachen Scrollen auf dem Touch­screen begann, Klack-Geräu­sche mit dem Laut­sprecher von sich zu geben. Auch spora­dische Abstürze können auf ein defektes Handy hinweisen. Selber repa­rieren können Sie aber meist nichts: Nur selten lässt sich am Handy wirksam etwas ausrichten. Was Sie dann unter­nehmen können, zeigen wir auf dieser Seite.

Selbst­hilfe: In manchen Fällen möglich

Handy-Reparatur: Kein Grund zum Verzweifeln Handy-Reparatur: Kein Grund zum Verzweifeln
Bild: teltarif.de
Eine zu kurze Akku-Lauf­zeit können Sie meist ganz einfach beheben: Ein Austausch-Akku ist schnell gekauft und einge­baut - soweit Ihr Handy über einen austausch­baren verfügt. Viele moderne Smart­phones haben aber einen fest einge­bauten Akku, der kann dann nur von einer Service-Stelle getauscht werden. Ärger­lich, denn das Handy muss meist zum Hersteller einge­schickt werden - und das dauert.

Was Sie noch tun können, wenn Ihr Handy in eine Pfütze oder in den Schnee gefallen ist, haben wir in unserem Ratgeber Smart­phone im Winter zusam­men­gestellt. Beachten Sie aber: Selbst wenn das Handy danach wieder funk­tio­nieren sollte, muss das nicht unbe­dingt von Dauer sein. Denn manche Schäden eines Wasser­ein­bruchs tauchen erst später auf. Eine Repa­ratur ist auch dann unum­gäng­lich, wobei solche Schäden sind übli­cher­weise nicht durch die Hersteller-Garantie abge­deckt.

Hilfe im Internet suchen

Schäden durch Stürze sind ein Fall für die Reparatur. Schäden durch Stürze sind ein Fall für die Reparatur.
Bild: teltarif.de
Häufig hilft, im Internet nach dem Fehler zu suchen. Setzen Sie dafür eine möglichst prägnante aber knappe Suche ab, wie zum Beispiel "Handy stürzt nach Update ab". Suchen Sie aber nicht nach "Handy", sondern nach Ihrem eigenen Modell. In vielen Fällen gibt es in Foren oder auf Blogs bereits ähnliche Berichte. Viel­leicht können Sie das Handy mit so gefun­denen Hinweisen selbst repa­rieren oder bei Soft­ware-Bugs zurück­setzen. Sie sollten aber sicher­stellen, dass die geschil­derten Fehler­anzei­chen mit Ihren eigenen Beob­ach­tungen genau über­ein­stimmen. Wenn Sie in einer Commu­nity - wie dem teltarif.de-Forum - ange­meldet sind, können Sie auch dort fragen. Häufig gibt es Foren-Nutzer, die Ihnen wert­volle Hinweise geben können. Ein Web-Angebot, das sich auf die Handy-Repa­ratur verschie­denster Geräte fokus­siert, ist iFixit.com.

Soft­ware-Fehler: Gerät auf Werks­ein­stel­lungen zurück­setzen

Manchmal kann es helfen, das Gerät auf die Werks­ein­stel­lungen zurück­zusetzen. Das wird im Internet oft als "Wipe" bezeichnet. Dabei werden sämt­liche Daten auf dem Telefon gelöscht. Erfah­rungs­gemäß nützt dieses Vorgehen dann, wenn Probleme auftau­chen, die im Bereich der Soft­ware zu verorten sind: das Handy also immer lang­samer reagiert oder sich manche Apps merk­würdig verhalten. Vorher sollten Sie aber versu­chen, die App oder die ganze Firm­ware Ihres Gerätes zu aktua­lisieren. Bevor Sie diese Schritte in Erwä­gung ziehen, sichern Sie aber Ihre Daten, denn die können bei Firm­ware-Updates gelöscht werden. Ganz sicher sind sie weg und verloren, wenn Sie das Handy auf die Werks­ein­stel­lungen zurück­setzen.

Repa­ratur-Werk­stätten: Unab­hängig und güns­tiger

Nicht nur Hersteller verfügen über Repa­ratur-Werk­stätten. Es gibt auch unab­hän­gige Werk­stätten, die viele Handy-Repa­ratur-Schritte über­nehmen und dabei deut­lich güns­tiger arbeiten. Diese bieten ihre Dienste auch im Internet an - häufig auch gleich mit einer Kosten­angabe. Die meisten Werk­stätten arbeiten darüber hinaus sehr schnell, so dass die Ausfall­zeit Ihres Handys gering ist.

Ihre Verbraucherrechte Ihre Verbraucherrechte
Bild: Fineas - Fotolia.com
Die Preise vari­ieren je nach Komple­xität des Scha­dens. Der Austausch eines Touch­screens kann je nach Modell schon mal 200 Euro kosten. Bei den offi­ziellen Handy-Repa­ratur-Werk­stätten der Hersteller können auch deut­lich höhere Beträge zusammen kommen. Wichtig zu wissen: Nicht alle Handys sind für eine Werk­statt gleich leicht zu repa­rieren.

Handy-Repa­ratur ohne Garantie: Über­haupt sinn­voll?

In vielen Fällen ist ein Defekt an einem Handy ein wirt­schaft­licher Total­schaden: Die Handy-Repa­ratur kostet dann beinahe so viel wie ein Neukauf. Das lohnt sich aber nur selten. Daher sollten Sie einige Vorsichts­maß­nahmen treffen, dann ist ein Neukauf wenigs­tens nur noch ein finan­zielles Ärgernis. Spei­chern Sie deswegen wich­tige Daten besser auf einer Spei­cher­karte als im inte­grierten Spei­cher des Handys und legen Sie diese Spei­cher­karte an einen sicheren Ort. Dann kommen sie im Scha­dens­fall eher an die Daten. Sichern Sie Kontakte, Kalen­der­ein­träge und ähnli­ches regel­mäßig auf einen Rechner. Alter­nativ können Sie auch die Cloud-Dienste der System­betreiber und Handy­her­steller nutzen, wenn Sie sich der Proble­matik des Daten­schutzes bewusst sind. Das erleich­tert die Wieder­her­stel­lung der Daten auf einem neuen Gerät oder nachdem das Gerät komplett gelöscht wurde.

Nicht immer lohnt sich die Reparatur eines kaputten Handys. Nicht immer lohnt sich die Reparatur eines kaputten Handys.
Bild: matttilda - Fotolia.com
Wer sich für eine Repa­ratur entscheidet, muss auf jeden Fall beachten, dass die Daten auf dem Handy danach ziem­lich sicher gelöscht werden. Werk­stätten löschen die Daten in aller Regel. Zudem sollte man sein Handy mit persön­lichen Daten auch nicht in fremde Hände geben. Hier kommt dann eben­falls das Backup zum Tragen.

Garantie und Gewähr­leis­tung

Wenn Ihr Handy noch vergleichs­weise neu ist, können für Sie auch die Garantie bzw. die Gewähr­leis­tung des Gerätes rele­vant sein. Was Sie hier beachten müssen, haben wir in einem Ratgeber dazu zusam­men­gestellt.