Outdoor-Handys

Outdoor-Handys: Robust und resistent

Von der Bau­stelle bis zum Strand­urlaub - Outdoor-Handys müssen mehr aushalten als gewöhn­liche Smart­phones. Doch wie viel können Sie Ihrem Gerät wirk­lich zumuten? Wir erklären, was hinter den ver­schiedenen Schutz­klassen steckt.
Von Susanne Kirchhoff / Ralf Trautmann
AAA
Teilen (16)

Sport­liche Frei­zeit-Akti­vitäten wie Mountain­biken oder Wandern, die Arbeit in der Fabrik­halle oder auf der Baustelle oder einfach der Tag am Strand während des nächsten Sommer­urlaubs verlangen dem Handy mehr ab als die übliche Nutzung. Doch auch wer sein Handy nur im Alltag einsetzt, ist froh, wenn es den Kontakt mit Flüssig­keiten oder auch mal einen Sturz unbe­schadet über­stehen kann. Daher werben die Hersteller auch bei einigen aktu­ellen Smart­phones mit der Einhal­tung von Outdoor-Stan­dards. Vor dem Kauf lohnt es sich aber, genau zu prüfen, gegen welche Umwelt­einflüsse ein Gerät wirk­lich geschützt ist. Üblich sind etwa ein Schutz gegen Spritz­wasser und Staub - Stürze aus mehr als 1 Meter Höhe vertragen viele Outdoor-Smart­phones jedoch in der Regel genauso wenig wie ihre "normale" Konkur­renz.

Bewor­bene Stan­dards mit Vorsicht betrachten

SchutzklassenSchutzklassen Die spezi­elle Bauweise von Outdoor-Handys schützt ihr Display und Innen­leben vor äußeren Einflüssen: So kommen verschie­dene Membranen oder Beschich­tungen zum Einsatz, Schnitt­stellen werden meist mit Gummi­verschlüssen abge­dichtet. Zudem ist die verbaute Technik beson­ders hitze- und kälte­resistent und die Tastatur - sofern vorhanden - meist beson­ders abrieb­fest.

Dabei geben die Hersteller von Outdoor-Handys verschie­dene Stan­dards an, nach denen das Gerät geschützt sein soll. Häufig wird auf die Angabe einer so genannten IP-Schutzart wie zum Beispiel IP54 oder IP67 nach den Vorgaben der Inter­natio­nalen Elektro­technischen Kom­mis­sion (IEC) zurück­gegriffen. Die IP-Schutz­arten benennen nur den Schutz gegen Berüh­rung, Staub und Flüssig­keit. Die erste Ziffer bezeichnet dabei den "Schutz gegen das Eindringen von Fremd­körpern", die zweite den "Schutz gegen Wasser". Wenn nur eine Ziffer defi­niert ist, wird die andere Stelle durch ein X gekenn­zeichnet.

Schutz aus dem Verteidigungs­ministerium

Eine weitere Vari­ante ist die Angabe nach MIL-STD-810F, einem Test­katalog des US-ameri­kani­schen Verteidigungs­ministeriums. Im Katalog dieses Stan­dards sind Tests mit mehr als 20 verschie­denen Umwelt­einflüssen enthalten - von ungewöhn­lichem Luft­druck bis hin zu Vibra­tionen durch Schuss­waffen. Gegen welche dieser Einflüsse das Handy tatsäch­lich geschützt sein soll, steht häufig nur im Klein­gedruckten der tech­nischen Spezifi­kation des Herstel­lers.

In der folgenden Über­sicht zeigen wir Ihnen, was die bei Handys verwen­deten Schutz­klassen bedeuten. Die Angabe eines IP-Schutz-Codes bedeutet jedoch nicht, dass ein Outdoor-Handy extern geprüft und zerti­fiziert wurde. Viel­mehr geben die Hersteller einen Stan­dard an, von dem sie ausgehen, dass das Gerät ihn einhält. Ob dies durch Tests ermit­telt oder rein hypo­thetisch angenom­men wird, bleibt dem Hersteller über­lassen.

Handy-rele­vante Outdoor-Stan­dards im Über­blick

Orga­nisa­tion Name Staub­schutz Wasser­schutz
IEC IP51 gegen Staub­abla­gerungen gegen Tropf­wasser
IP52 gegen Staub­abla­gerungen gegen Tropf­wasser bei maximal 15 Grad Winkel
IP53 gegen Staub­abla­gerungen gegen Sprüh­wasser
IP54 gegen Staub­abla­gerungen gegen Spritz­wasser
IP55 gegen Staub­abla­gerungen gegen Strahl­wasser
IP56 gegen Staub­abla­gerungen gegen starkes Strahl­wasser
IP57 gegen Staub­abla­gerungen gegen eindrin­gendes Wasser bis 1 m Tiefe (min. 30 Minuten)
IP58 gegen Staub­abla­gerungen gegen dauer­haftes Unter­tauchen
IP65 gegen Eindringen von Staub gegen Strahl­wasser
IP67 gegen Eindringen von Staub gegen eindrin­gendes Wasser bis 1 m Tiefe (min. 30 Minuten)
IP68 gegen Eindringen von Staub gegen dauer­haftes Unter­tauchen
US-Vertei­digungs-
minis­terium
MIL-STD-810H*) möglich gegen Eindringen von Staub und Sand möglich gegen Feuch­tigkeit, Spritz­wasser, Strahl­wasser
*) Die Angabe des Stan­dards allein sagt nichts über den gewähr­leis­teten Schutz bzw. die konkret durch­geführten Tests aus.

Ausge­wählte Outdoor-Handys in Bildern

Der Markt der Outdoor-Handys kann bereits auf eine lange Tradi­tion zurück­schauen. Ericsson war, noch vor dem Joint-Venture mit Sony, einer der ersten Handy­hersteller, der beson­ders robuste Mobil­telefone in sein Angebot auf­genom­men hatte. Mit dem Ericsson R250s pro sowie dem R310s wurde mobiles Tele­fonieren auch unter widrigen Bedin­gungen möglich. Auch Nokia hatte mit dem 6250 bereits vor knapp zehn Jahren ein Outdoor-Handy im Angebot. Zudem wurden die beiden Modelle 5140i und 5500 Sport von vielen geschätzt, sind jedoch nur noch als Rest­posten in einigen Online-Shops zu finden.
Teilen (16)