Micro-SIM

Micro-SIM: Die kleine SIM-Karte

Mit dem iPad und dem iPhone 4 war Apple Vorreiter für ein neues SIM-Karten-Format: die Micro-SIM. Für aktuelle Tablets und Smartphones hat sie sich mittlerweile als Standard durchgesetzt. Der Ratgeber beleuchtet Unterschiede zur klassischen Mini-SIM sowie der neueren Nano-SIM, gibt Tipps zum kostengünstigen Zuschneiden und erklärt, was unter Kombi-, Hybrid- und Triple-SIM zu verstehen ist.
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Apple machte 2010 den Anfang mit der Micro-SIM und setzte diese zuerst beim iPad und iPhone 4 statt einer klassischen SIM-Karte ein. Damit verhalf der Hersteller dem bereits 2004 verabschiedeten Standard auch international zum kommerziellen Erfolg. Kritiker witterten zunächst eine versteckte Zwangsbindung der Nutzer an diejenigen Provider, welche Micro-SIM-Karten anbieten. Doch mittlerweile löst die Micro-SIM ihren Vorläufer zunehmend ab und kann bei nahezu allen Mobilfunk-Anbietern bezogen werden.

Insbesondere bei Smartphones setzen heute die meisten Hersteller auf Micro-SIM-Karten, bei den besonders flachen und leichten Topmodellen kommt hingegen die noch kleinere Nano-SIM zum Einsatz.

Nachfolgend erläutern wir Ihnen zunächst die Gemeinsamkeiten und Unter­schie­de der verschiedenen SIM-Karten-Typen und beleuchten den Trend zu Verkleinerung. Anschließend zeigen wir Ihnen, wie Sie mit einfachen Mitteln kostengünstig aus einer Mini-SIM eine Micro-SIM-Karte selber basteln können und verweisen auf etwaige Risiken. Zum Schluss geben wir Ihnen einen Überblick über die Angebote und Alternativen der Mobilfunkanbieter.

Micro-SIM: nichts Besonderes mehr

Micro-SIM löst Mini-SIM-Karte abMicro-SIM löst Mini-SIM-Karte ab Die Micro-SIM (oder auch "MicroSIM") ist im Grunde genommen nur eine kleinere Variante der bisher im Mobilfunk verwendeten Mini-SIM-Karte (Plug-in-SIM), die heutzutage auch als Standard-SIM bezeichnet wird. Die beiden Karten-Typen unterscheiden sich im Wesentlichen lediglich hinsichtlich ihrer Ausmaße (siehe nachfolgende Vergleichstabelle), also der Größe der Plastik-Ummantelung, die dem entsprechenden Karten-Slot im Handy, Smartphone oder Tablet angepasst ist. Der in der Karte enthaltene Chip, welcher die relevanten Informationen für die Mobilfunk-Nutzung enthält, ist bei Micro-SIM und Mini-SIM heutzutage identisch. Für ältere Mini- und Micro-SIM-Karten wurden teilweise Chips mit acht Kontaktflächen verwendet, diese fielen daher unter Umständen etwas umfangreicher aus. Da aber die unteren beiden Kontakte nie verwendet wurden, konnten die SIM-Karten entsprechend auf sechs Kontakte reduziert werden.

Warum wird die SIM-Karte immer kleiner?

Schon bei der Festlegung des UMTS-Standards durch das Europäische Institut für Tele­kommunikations­normen (ETSI) Ende der 90er Jahre wurde ange­nom­men, dass zukünftig entwickelte mobile Endgeräte tendenziell immer kleiner werden und dementsprechend auch die SIM-Karten-Größe angepasst werden müsste.

SIM-Karten gibt es aktuell in diesen drei GrößenSIM-Karten gibt es aktuell in diesen drei Größen Daher wurde neben der UMTS-fähigen Chip-Karte, der UICC (Universal Integrated Circuit Card), die landläufig wie ihr Vorläufer aus der GSM-Welt einfach als "SIM-Karte" be­zeich­net wird, auch eine kleinere Variante berücksichtigt: die Mini-UICC. Infolge von Apples erfolgreichen Werbe­kampagnen für das iPad und iPhone erlangte dann auch die Mini-UICC als "Micro-SIM-Karte" größere Berühmt­heit.

Einige Hersteller hielten selbst die Micro-SIM noch für zu groß und haben daher die Spezifikation einer noch kleineren Variante erarbeitet. Auch hier war Apple wieder Vorreiter der Miniaturisierung: Die Nano-SIM kam zum ersten Mal im iPhone 5 zum Einsatz.

Mit steigender Komplexität moderner Smartphones und Tablets wird zudem mehr Platz für zusätzliche Bauteile gebraucht - dies ist ein weiterer Grund für die Einsparung bei der Slot- und Kartengröße. Und auch die physikalische Größe des Chips schrumpft kontinuierlich, weil Chiphersteller in regelmäßigen Abständen die Speicherdichte erhöhen.

Tabelle: Verfügbare SIM-Karten im Vergleich

SIM-Karte Mini (Plug-in-SIM) Micro Nano
Maße
(H x B x T)
ISO-Standard
25 mm
x 15 mm
x 0,76 mm
15 mm
x 12 mm
x 0,76 mm
12,3 mm
x 8,8 mm
x 0,67 mm
Formfaktor /
Hardware
2FF /
UICC
3FF /
Mini-UICC
4FF
Definition 1) 1989 2004 2012
Einführung k. A. 2010 2012
Verwendung in Handys / Smartphones (Auswahl)
Apple bis iPhone 3GS iPhone 4 / 4S ab iPhone 5
Microsoft / Nokia 2)
(Windows Phone)
Nokia 130 Nokia Lumia 520,
Microsoft Lumia 535,
Nokia Lumia 630
Nokia Lumia 735,
Nokia Lumia 930,
Nokia Lumia 1520
Motorola
(Android)
Motorola Motoluxe,
Motorola Razr i
Motorola Moto G,
Motorola Razr
Motorola Moto X,
Moto X Style / Play
Samsung
(Android)
Samsung Galaxy
S II I9100
Samsung Galaxy S3 Samsung Galaxy
Alpha
 / S6 / S6 Edge
Verwendung in Tablets (Auswahl)
Apple iPad bis 4. Gen.
WiFi+4G
iPad Air,
iPad mini WiFi+4G
Andere Anbieter Häufig mit
Micro-SIM-Karte
Samsung Galaxy Tab S2
(8,0 LTE)
 / (9,7 LTE)
Stand: September 2015
1) Festlegung vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI), nach Angaben von Giesecke & Devrient (G&D)
2) Im April 2014 wurde die Nokia-Gerätesparte an Microsoft verkauft, daher werden beide Anbieter in einer Tabellenzeile zusammengefasst.

Micro-SIM-Karte selber zurechtschneiden: die Vor- und Nachteile

Da Micro-SIM-Karten einfach kleine, klassische SIM-Karten sind, lassen sich diese aber auch entsprechend umrüsten. Am sichersten gelingt dies mit einem Micro-SIM-Locher (auch SIM-Stanze oder -Cutter genannt), der in Online-Shops schon für unter 10 Euro zu haben ist. Dabei ist es ratsam, die Schnitt­reste aufzubewahren - im Zweifel lässt sich die Micro-SIM dann wieder in eine "klassische" SIM-Karte zurück­ver­wan­deln. Auch in entsprechenden Telefonshops und Technik-Warenhäusern können die SIM-Karten zumeist in die gewünschte Größe gestanzt werden, aller­dings ohne Übernahme der Garantie.

Micro-SIM-Locher zum ZuschneidenMicro-SIM-Locher zum Zuschneiden Wer die Investition in einen Locher scheut, kann bei entsprechendem Feingefühl auch zum Beispiel auf ein Teppichmesser oder ganz simpel eine Schere setzen - Anleitungen für Bastler finden sich im Netz. Erfahrene Mobilfunk-Nutzer erinnert das vielleicht an den ersten Wechsel beim SIM-Karten-Format, als von SIM-Karten in Scheckkarten-Größe zu den heute verwendeten Mini-SIM-Karten gewechselt wurde. Auch damals gab es schon Schnipsel-Anleitungen zum Selbstbau.

Das Risiko der Beschädigung von SIM-Karte und Gerät, zum Beispiel der SIM-Karten-Halterung, muss der Nutzer dabei allerdings selber tragen. Zudem kann das Manipulieren der SIM-Karte zu einem Garantieverlust führen: So weisen Händlerinformationen darauf hin, dass Hersteller wie Apple bei Kenntnis der Verwendung von selbst zugeschnittenen oder ausgestanzten SIM-Karten die Garantie erlöschen lassen. Auch seitens der Mobilfunk-Anbieter wird eindringlich vor dem Zurechtschneiden und Stanzen der SIM-Karten gewarnt.

Aktuelle Geräte mit Micro-SIM in der teltarif-Datenbank

Alternativen der Anbieter: Kombi-SIM-Karten und Adapter

Die meisten Mobilfunkanbieter bieten mittlerweile Micro-SIM-Karten an. Sowohl die Netzbetreiber als auch die meisten Prepaid-Discounter haben die Micro-SIM auch passend zu ihren Smartphone-Tarifen ins Sortiment genommen. Häufig erhält der Kunde auch ohne explizite Nachfrage beim Abschluss eines neuen Vertrages eine Kombi-SIM (auch 2-in-1-SIM- oder Hybrid-SIM-Karte genannt). Bei dieser ist in die Mini-SIM-Karte eine Micro-SIM-Karte integriert. Aus dem Kartenträger kann dann je nach Bedarf die SIM-Karte im gewünschten Format an der Vorstanzung heraus­gebrochen werden. Wer die Schere nicht in die Hand nehmen will, greift also auf das Angebot der Anbieter zurück.

Micro-SIM: Die kleine SIM-KarteMicro-SIM: Die kleine SIM-Karte Da diese Trennung der Bestandteile schwer rückgängig zu machen ist, kann gegebenenfalls ein SIM-Karten-Adapter verwendet werden, um die Micro-SIM wieder als Standard-SIM-Karte verwenden zu können. Dieser ist neu ab circa 2 Euro (inklusive Versand) im Online-Handel erhältlich. Das Einsetzen im Gerät muss allerdings mit Vorsicht vorgenommen und der feste Sitz der Karte im Adapter überprüft werden. Anwender sollten den Adapter zudem niemals ohne SIM-Karte (zum Beispiel zu Testzwecken) in den Kartenslot stecken, da dieser nachhaltig beschädigt werden kann und das Handy somit unbrauchbar wird.

Neuere Smartphones sind sogar nur noch mit einer Nano-SIM-Karte ausgestattet. Daher bieten mittlerweile einige Anbieter ausschließlich sogenannte Triple-SIM-Karten (3-in-1-SIM-Karten) an, wie beispielsweise E-Plus in den Base-Tarifen, o2 und congstar.

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