Kostenfallen

So vermeiden Sie Kostenfallen bei Handy und Smartphone

Daten­au­to­matik, Sonder­ruf­num­mern, Roaming-Ausnahmen, Abo-Fallen: Trotz Allnet-Flat drohen bei Handy-Tarifen zahl­reiche Kosten­fallen. Wir erläu­tern, wie Sie sich vor welcher Falle schützen.
Vom teltarif.de-Team zusammengestellt

Wer kennt sie nicht, die Werbung für Mobil­funk­ver­träge: "Smart­phone für 1 Euro", "keine Grund­ge­bühr", "Handy umsonst". So oder so ähnlich finden sich Ange­bote in Zeit­schriften, im Fern­sehen oder im Internet. In der Regel folgen dann hinter den sensa­tio­nellen Preisen diverse Fußnoten mit dem "Klein­ge­druckten".

Damit Sie nicht darauf herein­fallen, zeigen wir Ihnen auf der ersten Seite dieses Ratge­bers typi­sche Tücken in den Ange­boten der Mobil­funk-Provider. Auf der zweiten Seite geht es dann um versteckte Kosten­fallen, die bei der Benut­zung des Handy-Tarifs auftreten können. Kostenfallen bei Handy und Smartphone vermeiden Kostenfallen bei Handy und Smartphone vermeiden
Bild: teltarif.de

Handy mit Vertrag: Nach­rechnen hilft

Bei Vertrags­ab­schluss werben viele Anbieter mit Handys und Smart­phones für 1 Euro oder zumin­dest sehr güns­tigen Preisen, doch hier lohnt das Nach­rechnen: Solche Handys werden über die Grund­ge­bühr abbe­zahlt, sodass der sofor­tige Kauf des entspre­chenden Gerätes bei einem freien Händler unterm Strich güns­tiger sein kann - wenn­gleich hier natür­lich die Einmal­zah­lung höher ist.

Gehen Sie bei einem günstig klin­genden Angebot also folgen­der­maßen vor. Multi­pli­zieren Sie den monat­li­chen Hard­ware-Aufpreis mit 24 (Monaten) und addieren Sie die einma­lige Anzah­lung hinzu. Das ist der Preis, den Sie bei diesem Provider für das Gerät bezahlen. Suchen Sie sich dann auf unserer Über­sicht der Preis­ver­gleichs-Portale einen Preis­ver­gleich im Internet und geben Sie dort die Modell­be­zeich­nung des Geräts ein. Wird dort bei einem Händler ein güns­ti­gerer Preis ange­zeigt als der, den Sie gerade berechnet haben, sollten Sie Tarif und Gerät getrennt kaufen.

Ein Rechen­bei­spiel: Ein Handy-Tarif mit Smart­phone kostet 39,99 Euro monat­lich, davon sind 19,99 Euro für den Tarif und 20 Euro für das Handy. Außerdem will der Händler eine einma­lige Anzah­lung von 25 Euro. Für das Handy bezahlen Sie also 24 mal 20 Euro plus einmal 25 Euro, ergibt insge­samt 505 Euro. Liegen bei Online-Händ­lern alle Preise für das Gerät über 505 Euro, ist das ein gutes Angebot. Liegen sie alle darunter, kaufen Sie Smart­phone und Tarif lieber getrennt.

Und den güns­tigsten Handy-Tarif finden Sie stets in unserem Handy-Tarife-Vergleich.

Verspre­chungen am Telefon nicht einge­halten

Wir empfehlen, bei einem Vertrags­ab­schluss oder einer Vertrags­ver­län­ge­rung grund­sätz­lich nicht auf münd­liche Verspre­chungen am Telefon zu vertrauen, sondern sich vor der Vertrags­ver­län­ge­rung alles schrift­lich geben zu lassen. Es kommt leider immer wieder vor, dass Verspre­chungen am Telefon hinterher nicht einge­halten werden. Am Telefon verspro­chene Rabatte oder Gutschriften werden dann beispiels­weise auf der Rech­nung plötz­lich nicht gewährt und der Provider behauptet, dass er von der Verein­ba­rung nichts weiß.

Und gleich­zeitig steht in den AGB der Provider oft, dass münd­liche Neben­ab­reden ungültig sind. Wenn Sie nichts Schrift­li­ches in der Hand haben, wird es für Sie schwer sein, eine abwei­chende Verein­ba­rung zu beweisen.

Daten­au­to­matik nach Verbrauch des Inklusiv-Volu­mens

Bei manchen Smart­phone-Tarifen ist eine Daten­au­to­matik einge­stellt, die bis zu dreimal pro Monat kosten­pflichtig Daten­vo­lumen nach­bucht, wenn das tarif­liche Inklu­siv­vo­lumen verbraucht ist. Wer das nicht möchte, sollte einen Tarif ohne Daten­au­to­matik oder mit abschalt­barer Daten­au­to­matik wählen. Die Daten­au­to­matik kann in der Regel im Online-Kunden­center abge­stellt werden.

Auslands­te­le­fo­nate: Preise prüfen

Für den Aufent­halt mit dem deut­schen Handy im EU-Ausland gilt das EU-Roaming. In den Tarif­übersichten der Mobil­funk-Betreiber finden sich meis­tens erst auf den zweiten Blick Preise für Anrufe von Deutsch­land ins Ausland - denn das zählt nicht als Roaming. Für Tele­fo­nate ins EU-Ausland hat die EU eine Ober­grenze fest­ge­legt. Wer aber ab und an Tele­fo­nate ins außer­eu­ro­päi­sche Ausland führt, sollte auch die betref­fenden Kondi­tionen über­prüfen, da es hier große Unter­schiede gibt. Eine Alter­na­tive ist das Tele­fo­nieren ins Ausland über Smart­phone-Messenger. Alle Möglich­keiten, günstig oder sogar kostenlos ins Ausland zu tele­fo­nieren, haben wir in unserer Über­sicht für güns­tige Auslands­te­le­fo­nate zusam­men­gestellt.

Und auch beim Aufent­halt im außer­eu­ro­päi­schen Ausland gelten je nach Anbieter unter­schied­liche Kondi­tionen für Tele­fo­nate und Daten-Roaming. Wer im Ausland viel tele­fo­nieren oder das mobile Internet nutzen will, für den kann sich die Anschaf­fung einer lokalen Prepaid-Karte im Gast­land oder einer Roaming-SIM lohnen. Mehr zum Tele­fo­nieren im Ausland erfahren Sie in unserem Reise-Ratgeber.

Die Vertrags­wechsel-Tricks

Sie entschließen sich für einen bestimmten Tarif mit einer recht nied­rigen monat­li­chen Grund­ge­bühr. Mit der Zeit merken Sie aber, dass Sie sich von vorn­herein verschätzt haben oder Ihr monat­li­cher Daten-Verbrauch steigt. Ein Tarif­wechsel macht also Sinn - doch Vorsicht: Unter Umständen berechnet Ihnen der Anbieter hierfür eine hohe Wech­sel­ge­bühr. Dass bei einem Tarif­wechsel sofort eine neue 24-mona­tige Lauf­zeit beginnt, ist nicht erlaubt, manche Provider versu­chen diesen Trick aber immer noch - dagegen sollten Sie sich wehren.

Auch wenn ein Anbieter wie Dril­lisch mehrere Tarif-Marken betreibt und Sie wegen besserer Kondi­tionen von einer Marke zur anderen wech­seln möchten, gelten diverse Regeln nicht. Die von der Bundes­netz­agentur gede­ckelte Gebühr für die Portie­rung der Rufnummer gilt nur bei einem Wechsel des Unter­neh­mens, nicht der Marke inner­halb eines Unter­neh­mens. Bei einem Marken­wechsel können also hohe Portie­rungs­ge­bühren anfallen.

Der Takt bei Prepaid-Karten

Heut­zu­tage sind Tarife mit Allnet-Flats die Regel, es gibt aber immer noch Wenig­te­le­fo­nierer, die eine Prepaid-Karte mit Abrech­nung pro Minute, SMS oder Daten-MB benutzen.

Während manches Angebot mit einer Tele­fonie-Abrech­nung im 60/1- oder 60/10-Takt daher­kommt, finden sich bei anderen Anbie­tern auch ungüns­ti­gere Takte, etwa der 60/30-Takt oder der Minuten-Takt, der vor allem kürzere Gespräche erheb­lich verteuert.

Von der teuren Daten-Abrech­nung pro MB haben sich zwar die meisten Prepaid-Anbieter inzwi­schen verab­schiedet, es gibt aber immer noch Prepaid­karten, bei denen durch eine MB-Abrech­nung das Guthaben ganz schnell aufge­zehrt werden kann, wenn keine Daten-Option gebucht ist und aus Versehen die mobile Internet-Verbin­dung des Smart­phones akti­viert wurde. Selbst wenn in diesem Fall "sicher­heits­halber" eine Tages­flat­rate gebucht wird, gilt diese Kosten­bremse nur für diesen einen Tag: Im schlimmsten Fall werden 28 Tages­f­lats gebucht, was deut­lich teurer ist als eine Daten­op­tion mit Vier-Wochen-Abrech­nung.

Ende des Vertrages und Kündi­gungs­frist nicht verpassen

Wer gerade einen Vertrag mit 24 Monaten Lauf­zeit abschließt, denkt meis­tens nicht sofort an dessen Ende. Sollten Sie aber: Der Kunde muss natür­lich selbst darauf achten, den Vertrag recht­zeitig zu kündigen, wenn er den Anbieter oder Tarif wech­seln möchte. Wer ganz sicher gehen will, kündigt gleich nach Vertrags­ab­schluss und lässt sich die Kündi­gung schrift­lich bestä­tigen.

Das ist vor allem dann wichtig, wenn nach Ablauf von 24 Monaten Rabatte oder andere Vergüns­ti­gungen wegfallen und die monat­li­chen Kosten ab dem 25. Vertrags­monat steigen.

Doch auch wenn Sie beim Vertrags­ab­schluss auf alles geachtet und alle Klippen umschifft haben: Auch bei einem laufenden Handy-Vertrag drohen Kosten­fallen - beispiels­weise sogar im EU-Ausland. Hierzu lesen Sie mehr auf der zweiten Seite unseres Ratge­bers zu Kosten­fallen.

1 2