Kaufratgeber

Smartphone-Kauf: So finden Sie das passende Modell

Das rich­tige Smart­phone zu finden, ist nicht einfach. Es müssen nicht immer High-End-Modelle sein. Auch weniger gut ausge­stat­tete Smart­phones haben Poten­zial. Was Sie beim Smart­phone-Kauf beachten sollten, verrät unser Kauf­ratgeber.

Die Auswahl an Smart­phones auf dem Markt ist beinahe so groß wie die unter­schied­lichen Bedürf­nisse der Nutzer. Den rich­tigen Begleiter für den Alltag zu finden, ist daher nicht gerade einfach.

Wir wollen Ihnen bei der Wahl des passenden Smart­phones helfen und haben daher wich­tige Krite­rien zusammen­getragen, die die Kauf­entscheidung erleich­tern können.

Erste Frage: Nutzer-Typ und System-Wahl

Oberklasse-Handys sind stark, aber die Mittelklasse wird immer stärker Oberklasse-Handys sind stark, aber die Mittelklasse wird immer stärker
Bild: teltarif.de
Smart­phone-Nutzer lassen sich grob in drei Gruppen einteilen:

  • Es gibt zum einen dieje­nigen, die immer das neueste Modell haben wollen, wobei es voll­kommen egal ist, ob alle Funk­tionen und tech­nischen High­lights wirk­lich benö­tigt werden. Das Smart­phone ist Pres­tige-Objekt und der Preis Neben­sache.
  • Die zweite Nutzer-Gruppe macht sich hingegen Gedanken darüber, was sie von ihrem Smart­phone erwartet. Vor dem Kauf wird über­legt, welches Betriebs­system und welche Größe der neue Begleiter haben und viel­leicht sogar, von welchem Hersteller das Smart­phone stammen soll.
  • Die dritte Gruppe will ein möglichst güns­tiges Gerät und ist bereit, dafür Abstriche in Kauf zu nehmen.
Ist die Frage des Betriebs­systems geklärt, erleich­tert das die weitere Geräte-Suche bereits unge­mein. Am popu­lärsten sind die Systeme von Apple und Google - iOS in der aktu­ellsten Version iOS 14.x und Android in der neuesten Version Android 11, die nun sukzes­sive auf unter­stützte Smart­phone-Modelle gespielt wird. Im Herbst wird Android 12 erwartet.

Apple iOS: Langer Hersteller-Support

Das iPhone 12 mini mit Betriebssystem iOS Das iPhone 12 mini mit Betriebssystem iOS
Bild: teltarif.de
Entscheiden sich Käufer für Apples iOS, stehen ledig­lich die verschie­denen iPhone-Modelle zur Wahl. Die neuesten sind die im Oktober vergan­genen Jahres vorge­stellten Modelle der iPhone-12-Serie aus iPhone 12, iPhone 12 Pro, iPhone 12 Pro Max und iPhone 12 mini.

Während das iPhone SE (2020) im Retro-Kleid des iPhone 8 auch noch zu haben ist und in der Basis-Version mit 64 GB für unter 500 Euro kostet, geht es bei den anderen Modellen mit teil­weise deut­lich über 1000 Euro schon teurer zur Sache.

iPhones zeichnen sich in der Regel durch ein gutes Zusam­menspiel zwischen Hard­ware und Soft­ware aus. Gerät und Soft­ware stammen aus einer Hand, weshalb auch ältere Modelle schnell mit Updates versorgt werden können, beispiels­weise über vier oder fünf Jahre. Auch wenn die Geräte nicht günstig sind, so beein­flussen gute Update-Prognosen das Preis-Leis­tungs­ver­hältnis positiv.

Android: Nahezu unend­liche Auswahl an Smart­phones

OnePlus 9 Pro mit 6,7-Zoll-Display OnePlus 9 Pro mit 6,7-Zoll-Display
Bild: teltarif.de
So vergleichs­weise über­sicht­lich die Auswahl an iOS-Smart­phones ist, so unüber­sicht­lich ist sie bei der Konkur­renz, die mit Googles Android läuft. Viele Hersteller wie Google mit den Pixel-Smart­phones (z.B. Pixel 5) sowie Samsung (z.B. Galaxy S21), Huawei (z.B. Huawei P40), Xiaomi (z.B. Xiaomi Mi 11), Oppo (z.B. Find X3 Pro) oder OnePlus (z.B. OnePlus 9 Pro) setzen auf das System von Google.

Die Schwie­rigkeit dabei ist, dass einige Hersteller dem Gerät eine eigene Ober­fläche verpassen. Updates auf neue Versionen können dadurch mitunter viel Zeit in Anspruch nehmen oder für ältere oder einfache Smart­phones voll­kommen ausbleiben.

Wer sich für ein neues Android-Smart­phone inter­essiert, sollte die Update-Prognosen im Auge halten. Die Trans­parenz, mit der die Hersteller mitt­lerweile ihre Soft­ware-Politik betreiben, hat sich in den vergan­genen rund drei Jahren deut­lich verbes­sert.

Ein Beispiel dafür ist Samsung. Der Konzern aus Südkorea verspricht vielen Modellen lange Updates, bis zu vier Jahren. Es kann sich also vor dem Kauf lohnen, einen Blick darauf zu werfen und mit der Wahl einer Vorgänger- statt der neuesten Gene­ration unter Umständen Geld zu sparen, weil das Modell auch noch ausrei­chend lange mit Update-Unter­stüt­zung bekommt.

Schauen wir uns zunächst die Hard­ware an und verglei­chen die verschie­denen Prozessor-Vari­anten.

Leis­tung, Einsteiger- und Mittel­klasse

Prozes­soren, Soft­ware, Display

Mitt­lerweile gibt es Deca-Core-Prozes­soren in Smart­phones, also Chips mit zehn Kernen. Diese müssen jedoch nicht notwen­diger­weise mehr Leis­tung bieten als ein Octa-Core-Prozessor. Auch nicht jeder Quad-Core- oder Hexa-Core-Prozessor muss lang­samer sein als ein Octa-Core-Chip. Ganz allge­mein gilt: Je höher die Taktung der Kerne, desto mehr Leis­tung. Ist die Takt­rate nied­riger, ist auch die Leis­tungs­fähig­keit nied­riger, dafür sinkt meist auch der Strom­verbrauch, was den Akku schont. Der schnellste Chip bringt zum Beispiel nichts, wenn der Hersteller dann zu wenig Arbeits­spei­cher (RAM) einbaut oder das Betriebs­system das Smart­phone ausbremst.

Letzt­endlich bemisst sich die Leis­tung eines Smart­phones nach dem Zusam­menspiel zwischen Anzahl der Kerne, Takt­rate der Kerne, verwen­deter Grafik-Einheit, Arbeits­spei­cher-Kapa­zität und Konfi­gura­tion des Betriebs­systems. Günstige Mittelklasse: realme 8 5G Günstige Mittelklasse: realme 8 5G
Bild: realme
Manche Nutzer empfinden die Zusam­menar­beit zwischen Hard­ware und Soft­ware beson­ders dann als schnell, wenn der Hard­ware-Hersteller das Android-System möglichst wenig oder gar nicht verän­dert hat und Android One vorin­stal­liert. Android Go hingegen wurde speziell für güns­tige Einsteiger-Smart­phones konzi­piert. Smart­phones mit Android One und Android Go erhalten oft auch schneller Updates als die Modelle anderer Hersteller, die nicht an diesen Programmen teil­nehmen.

OnePlus Benut­zer­ober­fläche "OxygenOS" ist ein Beispiel für eine auch als "reines Android" bezeich­nete Umset­zung von Googles Betriebs­system. Samsungs OneUI hingegen ist stark mit Hersteller-eigenen Verän­derungen versehen.

Kerne und ein schnelles Betriebs­system sind aber nicht mehr die einzigen Kompo­nenten eines schnellen Nutzungs­erleb­nisses mit einem Smart­phone. Damit Anwen­dungen flüs­siger erscheinen, werden seit gut Mitte 2019 die Bild­wie­der­hol­raten von Displays nach oben geschraubt. Statt der regu­lären 60 Hz sollen 90 Hz und 120 Hz für eine flüs­sigere Wahr­neh­mung sorgen. Was man im klas­sischen Smart­phone-Menü und beim Scrollen durch Webseiten merk­lich wahr­nimmt, ist jedoch nicht auf alle Anwen­dungen glei­cher­maßen zu über­tragen. Apps, Spiele, und Videos müssen höhere Bild­wie­der­hol­raten auch unter­stützen.

Es geht mitt­lerweile aber noch höher. Asus bedient mit dem Rog Phone 5 speziell die Gaming-Sparte uns bietet mit dem Display eine Wieder­hol­rate von 144 Hz.

Die Einsteiger-Smart­phones

Einsteiger-Modell: Motorola Moto e7i Power Einsteiger-Modell: Motorola Moto e7i Power
Bild: Motorola, Screenshot: teltarif.de
Es gibt sie noch: Smart­phones, die unter 100 Euro kosten. Das sind Modelle, die sich der Einsteiger-Klasse zuordnen lassen. Betrachtet man aller­dings die Gesamt-Range der Preis­klassen von Smart­phones, muss man die Grenze höher ansetzen. Das ist subjektiv, bis etwa 250 Euro würden wir aber gehen. Nimmt man das als Maßstab, hat sich in den vergan­genen rund zwei Jahren (ca. Mitte 2019 bis Mai 2021 betrachtet) viel getan: Premium-Features erhalten immer mehr Einzug in güns­tigere Geräte.

Ein Beispiel dafür ist das realme 8 Pro, das wie die großen mit einer Kamera mit 108-Mega­pixel-Sensor daher­kommt und für unter 300 Euro zu haben ist. Solche Features in güns­tigeren Geräten klingen zunächst einmal gut. Verall­gemei­nern kann man das natür­lich nicht und davon ausgehen, dass die Leis­tungen auto­matisch auf Top-Niveau mit deut­lich teureren Geräten mit ähnli­chen Daten­blät­tern sind. Man sollte sich also nicht von Zahlen blenden lassen, denn oftmals sind die Kamera-Leis­tungen teurerer Smart­phones trotz ähnlich erschei­nender Ausstat­tung besser.

Die Einsteiger-Modelle werden also immer "ober­klas­siger", wenn man es so ausdrü­cken will. In unserem Test der besten Handy-Kamera 2021 haben wir das eben­falls vergleichs­weise güns­tigen Vorgänger realme 7 Pro (knapp 300 Euro) aufge­nommen. Die Kame­raleis­tung kann sich auch gegen deut­lich teurere Modelle behaupten. Und auch das realme 8 Pro konnte im Einzel­test mit einer guten Kame­raleis­tung über­zeugen.

In der Regel muss man sich heute keine Gedanken mehr machen, dass man mit güns­tigeren Smart­phones böse Über­raschungen erlebt. Im Gegen­teil: Beispiel wie realme 7 Pro und realme 8 Pro zeigen, dass noch weit mehr drin ist als güns­tige Handys auf Messa­ging und Tele­fonie zu beschränken. Auch Modelle für unter 200 Euro oder unter 100 Euro sollten mit den Stan­dards problemlos fertig werden. Wer mehr will, muss mehr ausgeben, nur werden die Sprünge geringer.

"Einsteiger" hat auch nichts mehr mit Größe zu tun. Auch 100-Euro-Modelle wie das Redmi 9A - eine Marke von Xiaomi - und aktu­elle Moto­rola wie das Moto e7i Power verfügen über 6,5-Zoll-Displays. Übri­gens: Ein großer Arbeits­spei­cher ist kein Erken­nungs­merkmal von Ober­klasse-Handys. Auch die güns­tigeren können mitt­lerweile auf 8 GB RAM zurück­greifen. Bei der internen Spei­cher­kapa­zität haben aber Mittel- und Ober­klasse die Nase vorn. Während es beispiels­weise von Samsung Modelle mit bis zu 1 TB Spei­cher­kapa­zität gibt, bewegen sich Einsteiger- und Mittel­klasse im Bereich 32 GB bis 128 GB.

Mittel­klasse-Vertreter

Mittelklasse: OnePlus Nord Mittelklasse: OnePlus Nord
Bild: teltarif.de
Kate­gorien für Smart­phones zu bestimmen wird schwie­riger, weil die Grenzen zwischen Premium-Handys und Handys mit Premium-Features mehr und mehr verschwimmen. Zwangs­weise bleibt nur der Preis als Indi­kator. Den muss man für die Mittel­klasse auch höher ansetzen. Wir entscheiden uns für eine Range von knapp 300 Euro bis 550 Euro. Je nach dem, was ein Smart­phone an Ausstat­tung zu bieten hat, ist das aber nicht in Stein gemei­ßelt.

Die Mittel­klasse verschwimmt noch mehr mit der Ober­klasse. Hier sind mitt­lerweile höhere Bild­wie­der­hol­raten genauso vertreten wie die Unter­stüt­zung des 5G-Mobil­funk­stan­dards. Um das zu gewähr­leisten, werden güns­tigere CPU-Modelle bekannter Größen wie Snap­dragon (Qual­comm) und Chips von MediaTek verwendet.

Xiaomi setzt beim zweiten Poco­phone F3 noch einen drauf und verbaut einen Ober­klasse-Snap­dragon 870, der als CPU für "güns­tigere Flagg­schiffe" gehan­delt wird.

Auch die Kame­rafle­xibi­lität steht hier im Fokus. Triple- und Quad­kameras mit 48- oder 64-Mega­pixel-Sensoren, die mittels Pixel Binning für höhere Auflö­sungen in Bild­berei­chen sorgen sollen, sind weit verbreitet. Diese Modelle bieten über die Gabe weit mehr, als nur problemlos mit Stan­dard­anwen­dungen umgehen zu können.

Die Kame­raleis­tungen und die eigenen Nacht­modi werden immer besser, wie beispiels­weise Modelle wie das OnePlus Nord und das Google Pixel 4a zeigen. Die Perfor­mance ist in der Regel so gut, dass Multi-Tasking-Geschichten und auch auf aufwen­dige Apps wie Spiele noch gut laufen.

Ehema­lige High-End-Features wie ein Finger­abdruck­sensor unter dem Display verbreiten sich auch in der Mittel­klasse immer mehr.

High-End: Von allem etwas mehr

Die Kamera-Könige

Hier gehen die Preise hoch. Als Beispiel seien die aktu­ellen Top-Modelle von Samsung und Apple genannt. So kostet das Galaxy S21 Ultra mit 512 GB Spei­cher nach UVP 1429 Euro, das iPhone 12 Pro Max mit glei­cher Kapa­zität liegt bei 1558,65 Euro. Das über­legt man sich zweimal.

In der Ober­klasse gibt es von allem etwas mehr, beispiels­weise "mehr" Kamera(-Sensoren). Sensoren sind mitt­lerweile auf 108 Mega­pixel ange­wachsen, um via Pixel Binning detail­rei­chere Fotos zu errei­chen. Mit dieser Technik ausge­stat­tete Modelle sind beispiels­weise das Samsung Galaxy S21 Ultra und das Xiaomi Mi 11, aber auch wie auf der zweiten Seite beschrie­bene Mittel­klasse-Modelle wie das realme 8 Pro. teltarif.de-Kamera-Sieger 2020: Das Huawei P40 teltarif.de-Kamera-Sieger 2020: Das Huawei P40
Bild: teltarif.de
Solche üppigen Ausstat­tungen sind jedoch kein Allheil­mittel für die beste Foto-Perfor­mance. In den Test­berichten zur Galaxy-S21-Serie fiel uns die teils unglück­lichen Ergeb­nisse bei schlechtem Licht auf. Das zeigt vor allem eins: Eine Kamera kann nicht ohne gut abge­stimmte Soft­ware arbeiten. Mögli­cher­weise reicht schon ein Soft­ware-Update, um dies­bezüg­lich einen Mangel zu beheben.

Eine sehr gute Kame­raleis­tung ist aber immer noch das Aushän­geschild eines Ober­klasse-Handys. An dieser Stelle sei noch­mals auf unsere Liste der Smart­phones mit der besten Kamera 2021 verwiesen. Huaweis Premium-Modell P40 konnte sich im Vergleich gegen alle anderen getes­teten Handy­kameras behaupten.

Display, Prozessor und Akku

Die größten Display-Diago­nalen finden sich bei den Spit­zen­modellen. So verfügt das Huawei Mate 20 X 5G aus dem Jahr 2019 über eine Diago­nale von 7,2 Zoll, das Galaxy Note 20 Ultra hat ein Display mit 6,9 Zoll und das iPhone 12 Pro Max eines mit 6,7 Zoll.

In der Ober­klasse sind in der Regel die neuesten Prozes­soren mit der aktuell besten Leis­tung zu finden. Zu den schnellsten gehören der Snap­dragon 888 von Qual­comm und Apples Bionic A14-Chip. Samsung Galaxy S21 Ultra Samsung Galaxy S21 Ultra
Bild: teltarif.de
Ein großer Akku ist längst kein Allein­stel­lungs­merkmal eines Ober­klasse-Geräts mehr. Grund­sätz­lich sind hohe Kapa­zitäten von 4500 mAh, 5000 mAh oder mehr aber auch keine Garanten für das längste Durch­hal­tever­mögen. Es kommt auf das Zusam­menspiel von Hard- und Soft­ware an. So kann ein 3687 mAh großer Akku des iPhone 12 Pro Max nicht mit dem 5000 mAh großen Akku des Galaxy S21 Ultra nur anhand der Kapa­zität vergli­chen werden. Smart­phones mit langer Akku­lauf­zeit finden Sie in einer Über­sicht.

Zusatz­fea­tures

Teurere Smart­phones haben nicht selten Zusatz­fea­tures zu bieten, die güns­tigere Smart­phones nicht haben. Dazu gehört beispiels­weise die induk­tive Lade­mög­lich­keit des Akkus, das Laden von Gadgets am Gehäu­serü­cken (Reverse Char­ging) sowie schnelles Laden mit hohen Watt­angaben.

Spit­zen­reiter sind unter anderem das OnePlus 9 Pro und das Oppo Find X3 Pro jeweils mit 65 Watt. Hersteller wie Oppo machen Leis­tungs­angaben, dass der Akku in 38 Minuten so wieder voll aufge­laden sein soll. Toppen kann das Xiaomi Mi 10 Ultra die Aufla­depower mit 120 Watt, das Xiaomi Mi 11 der Nach­folge-Serie setzt aller­dings wieder auf 55 Watt. Oppo hat 125 Watt in Planung. Das Oppo Find X3 Pro Das Oppo Find X3 Pro
Foto: teltarif.de
Ein weiteres Thema ist die Unter­stüt­zung eSIM-Profilen, also die Möglich­keit, auf eine physi­sche Nano-SIM-Karte zu verzichten und eine elek­tro­nische Vari­ante statt­dessen einzu­setzen, die über den Provider geschaltet werden kann. Apple beispiels­weise bietet im Karten­slot der neuen iPhones nur Platz für eine Nano-SIM-Karte. Dual-SIM kann nur mit einer zusätz­lichen eSIM reali­siert werden.

Inter­essan­ter­weise sind in Ober­klasse-Smart­phones eher Hybrid-Slots zu finden. Nutzer können entweder zwei Nano-SIM-Karten einlegen oder eine Nano-SIM-Karte und eine microSD-Karte, wenn manu­elle Spei­cher­erwei­terung ange­boten wird. Karten­slots mit drei Plätzen, also zwei für Nano-SIM-Karten und einen für die Spei­cher­karte, sind eher in Mittel­klasse-Geräten zu finden.

"IP 68" ist ein Schutz­zer­tifikat, das dem Smart­phone gewisse Outdoor-Eigen­schaften beschei­nigen soll, beispiels­weise dauer­haftes Unter­tau­chen in Wasser. Das geht über die spritz­was­ser­geschützten Eigen­schaften, die Mittel­klasse-Smart­phones oft haben, hinaus. Dennoch sollte man vorsichtig mit dem Gerät umgehen und nicht zu leicht­sinnig sein. Mit erhöhter Nutzungs­zeit des Smart­phones kann das Schutz­fea­ture auch abnehmen.

Klasse für sich: Fold­ables

Smart­phones mit falt­barem Display

Genau genommen sind Smart­phones mit falt­barem Display - Fold­ables - eine eigene Kate­gorie, aufgrund der hohen Preise von bis zu 2500 Euro zählen sie aber zur Ober­klasse. Aktu­ellste Vertreter sind das Samsung Galaxy Z Fold 2 5G, das Samsung Galaxy Z Flip 5G und das Huawei Mate X2. Während Mate X2 und Z Fold 2 5G ausein­ander­gefaltet ein Smart­phone im Tablet-Modus bieten, ist das Galaxy Z Flip 5G im klas­sischen Klapp-Handy-Design gehalten.

Mit dem Mix Fold ist Xiaomi Ende März 2021 eben­falls in den Markt der Fold­ables einge­stiegen. Auch hier wird wie beim Galaxy Z Fold 2 5G ein Design aus Smart­phone und Tablet verwendet. Von den Samsung-Fold­ables werden 2021 mit dem Fold 3 und dem Z Flip 3 Nach­folger erwartet. Klappt zusammen: Das Samsung Galaxy Z Fold 2 5G Klappt zusammen: Das Samsung Galaxy Z Fold 2 5G
Bild: teltarif.de
Die Falt­tech­nologie ist noch relativ neu. Das erste Galaxy Fold von Samsung hatte mit großen Start­schwie­rig­keiten und Display­pro­blemen zu kämpfen, im Test des Galaxy Z Fold 2 5G konnten wir fest­stellen, dass die Entwick­lung bereits einen guten Sprung gemacht hat.

Um beim Galaxy Z Fold 2 5G zu bleiben, die Archi­tektur des Fold­ables hat gewisse Vorteile: So ist es möglich, das Gerät im Smart­phone-Modus zu verwenden, in dem es zusam­men­geklappt wird. Die Fläche ist mit einer Größe von 6,2 Zoll dann nicht einmal klein - wahr­lich eine Verbes­serung zum Vorgänger, der im Smart­phone-Modus nur 4,6 Zoll bietet, was für viele in der Ära der Phablets zu klein ist. Auch das Außen-Display des Mate X2 bietet über 6,4 Zoll, das des Mix Fold sogar über 6,5 Zoll. Das Außendisplay ist 6,2 Zoll groß Das Außendisplay ist 6,2 Zoll groß
Bild: teltarif.de
Wird das Galaxy Z Fold 2 5G ausein­ander­gefaltet, steht eine nutz­bare Fläche im 4:3-Format von 7,6 Zoll zur Verfü­gung. Die breite Fläche bietet Vorteile, beispiels­weise eine Split-Screen-Möglich­keit, um die Anzeige zu teilen. Auf diese Weise können verschie­dene Anwen­dungen parallel betrieben und ange­zeigt werden. In einem eigenen Test haben wir die Gaming-Quali­täten des Samsung Galaxy Z Fold 2 5G unter die Lupe genommen.

5G-Smart­phones - darauf kommt es an

5G für die Masse

Auf den voran­gegangen Seiten des Ratge­bers haben wir Smart­phones wie das Galaxy S21 Ultra, das OnePlus 9 Pro und das iPhone 12 mini erwähnt. Alle diese Premium-Modelle unter­stützten den 5G-Mobil­funk­stan­dard. Wer darauf jetzt schon Wert legt, weil er einen 5G-fähigen Tarif gewählt hat oder in einem ausge­bauten Hotspot-Gebiet wohnt, wird eines dieser teuren High-End-Modelle kaufen müssen.

Das stimmt nicht. Der neue Mobil­funk­stan­dard ist mitt­lerweile auch in der unteren Mittel­klasse ange­kommen, Smart­phones sind da deut­lich güns­tiger als Apples iPhones oder Samsungs Galaxy-S-Klasse. Beispiele sind das realme 8 5G (UVP: 199 Euro) und das Oppo A54 5G (UVP: 269 Euro). 5G-Handy unter 300 Euro: Oppo A54 5G 5G-Handy unter 300 Euro: Oppo A54 5G
Bild: Oppo
"5G" ist aber nicht gleich "5G". Die 5G-Smart­phones der ersten Gene­ration - wie Samsung Galaxy S10 5G und Huawei Mate 20X 5G - hatten folgendes Problem: Sie unter­stützen zwar 5G im Frequenz­bereich um 3500 MHz - ein Spek­trum, in dem hohe Internet-Geschwin­dig­keiten möglich sind. Die Reich­weite ist jedoch begrenzt.

Wichtig ist aber, dass Smart­phones auch die von der Telekom und Voda­fone verwen­dete DSS-Netz­kon­figu­ration unter­stützen. Die Tech­nologie erlaubt die paral­lele Verwen­dung von 5G und LTE auf Frequenzen im Bereich zwischen 700 MHz und 2100 MHz. Hier ist die Reich­weite höher, was rele­vant für dieje­nigen ist, die eben nicht in einem Groß­stadt-Hotspot leben. Ausführ­liche Tipps, die zum Kauf eines 5G-Smart­phones wichtig sind, lesen Sie in einem sepa­raten Ratgeber.

Voda­fone ist mitt­lerweile mit 5G-Stan­dalone gestartet. (Test: Echtes 5G schon heute nutzen). Die ersten Funk­masten für die 5G-Tech­nologie, die unab­hängig vom LTE-Stan­dard funk­tio­niert, sind damit also akti­viert wurden. Damit beispiels­weise das Oppo Find X3 Pro 5G-SA von Voda­fone auch nutzen kann, wurde für das Smart­phone-Modell ein Soft­ware-Update bereit­gestellt.

Fazit: Mittel­klasse wird den meisten reichen

Egal ob Android oder iOS - eine wich­tige Entscheidungs­hilfe kann neben den tech­nischen Daten der eigene indi­vidu­elle Eindruck sein. Es bietet sich an, das ins Auge gefasste Gerät vor dem Kauf im Laden - sofern möglich - einmal in die Hand zu nehmen und auszu­probieren, ob die Ober­fläche des Systems und die Verar­beitung des Gehäuses gefallen. Bei den viel­fältigen Modellen mit Android wird den meisten Nutzern ein Gerät der Einsteiger- und Mittel­klasse reichen. Mit diesen kommen sowohl Gaming-Fans als auch klas­sische Tele­fonie- und Internet-Nutzer in der Regel gut zurecht und sparen dabei im Vergleich zu den Spitzen-Geräten nicht selten noch eine ganze Stange Geld.

Die anfangs erwähnten Smart­phone-Nutzer-Gruppen nähern sich an, weil auch güns­tigere Geräte immer bessere Leis­tung erbringen und mit solider Ausstat­tung punkten können. Wer die alltäg­lichen Smart­phone-Aufgaben wie Messa­ging, Tele­fonie, Surfen und Social Media abge­deckt haben will, sollte in der Mittel­klasse nicht mit bösen Über­raschungen rechnen müssen.

Soll es nun die neueste Technik, Zusatz­fea­tures und die insge­samt besten Kame­raleis­tungen sein, für den kann sich ein Ausflug in die Ober­klasse lohnen. Erwäh­nens­wert ist der Preis­ver­fall auch gerade von Premium-Modellen. Es hat sich gezeigt, dass die Preis­emp­feh­lung des Herstel­lers nicht selten nur wenig später nicht mehr einge­halten wird. So sind unter Umständen zeitnah Erspar­nisse von mehreren hundert Euro drin.

Weiterhin hilft Ihnen unsere Smart­phone-Suche hilft Ihnen dabei, das passende Gerät zu finden. Zahl­reiche ausführ­liche Test­berichte finden Sie in unserer Daten­bank.

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