Kaufratgeber

Smartphone-Kauf: So finden Sie das passende Modell

Das rich­tige Smart­phone zu finden, ist nicht einfach. Es müssen nicht immer High-End-Modelle sein. Auch weniger gut ausge­stat­tete Smart­phones haben Poten­zial. Was Sie beim Smart­phone-Kauf beachten sollten, verrät unser Kauf­ratgeber.
Von Rita Deutschbein /

Nahezu keine Wünsche offen lassen die Smart­phones der Ober­klasse. Beispiele sind das Samsung Galaxy Note 10 sowie die Galaxy-S10-Genera­tion, das Huawei Mate 30 (Pro) und das OnePlus 7T (Pro). Angaben wie QHD-Displays (1440 mal 2560 Pixel), LTE Cat.9 oder gar Cat.18 (bis zu 1200 MBit/s im Down­stream), schnelle Prozes­soren, 6 GB bis 12 GB Arbeits­spei­cher und Mehr­fach-Kameras mit vielen Finessen und licht­empfind­lichen Sensoren zieren hier die Ausstat­tung. Typi­sche Features für Highend-Smart­phones sind darüber hinaus ein Iris-Scanner, ein USB-Typ-C-Anschluss sowie ein ins Display inte­grierter Finger­abdruck-Scanner. Mehrere Topmo­delle beherr­schen bereits den LTE-Nach­folge­stan­dard 5G.

Fingerabdrucksensor im Display Fingerabdrucksensor im Display
Foto: teltarif.de
Viele Nutzer werden eine derartig komplexe Ausstat­tung im Alltag aber kaum benö­tigen. Für echte Multi­media-/Gaming-Fans oder für dieje­nigen, die das gewisse Extra bei ihrem Smart­phone suchen, sind die High-End-Geräte aber die rich­tige Wahl, da sie für jede Anwen­dung genü­gend Leis­tungs-Reserven bieten.

Bei den Herstel­lern geht der Trend zu immer größeren Displays; Diago­nalen von bis zu knapp unter 7 Zoll sind keine Selten­heit. Viele Displays von Top-Smart­phones verfügen über eine Notch in verschie­denen Formen, also eine Ausspa­rung für die Front­kamera. Mitt­lerweile gibt es aber auch erste Smart­phones, die statt­dessen nur noch ein kreis­rundes Loch von wenigen Milli­metern für die Front­kamera haben - oder gar keine Kame­raaus­sparung mehr. Die Front­kamera muss dann über einen Mecha­nismus oben aus dem Gehäuse ausge­fahren werden. Die meisten dieser Smart­phones haben keinen physi­schen Home­button mehr - das Display nimmt dann fast die komplette Vorder­front des Smart­phones ein.

Derart ausge­stattet haben High-End-Smart­phones ihren Preis - 700 bis über 1000 Euro sind keine Selten­heit.

Vom Akku bis zum Spei­cher - darauf sollten Sie achten

Je höher die Displays auflösen und die Prozes­soren getaktet sind, desto mehr Strom verbraucht ein Smart­phone. Während man bei Einsteiger-Geräten oft Kapa­zitäten um 2000 mAh findet, bieten die High-End-Modelle oft zwischen 3000 und 5000 mAh. Die Kapa­zität des Akkus sagt aber nichts über die maxi­male Lauf­zeit aus, da der Verbrauch auch abhängig von den System­einstel­lungen und damit völlig unter­schiedlich ist. So hält ein Ober­klasse-Smart­phone mit einer 3200-mAh-Batterie häufig ebenso lange durch wie ein einfa­ches Smart­phone mit 2000-mAh-Akku. Smart­phones mit langer Akku-Lauf­zeit haben wir in einer Über­sicht gelistet.

Da viele Handys immer schlanker werden und mit einem Unibody-Gehäuse aus Metall und/oder Glas kommen, verzichten mitt­lerweile prak­tisch alle Hersteller vor allem im Mittel- und Ober­klasse-Segment auf wech­selbare Batte­rien und zum Teil auch auf die Audio-Klin­kenbuchse. Dafür setzen sie auf Schnell­lade-Lösungen und das kabel­lose Laden mittels Induk­tion. Nicht alle Hersteller verwenden dabei den glei­chen Stan­dard: Neben der Qi-Technik findet sich verein­zelt auch der konkur­rierende und nicht mit der Qi-Technik kompa­tible Stan­dard PMA (Power Matters Alli­ance). Manche Geräte unter­stützen jedoch beide Stan­dards und lassen sich somit auf belie­bigen Induk­tions-Lade­matten aufladen. Wireless Charging: Das kabellose Laden Wireless Charging: Das kabellose Laden
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Ein weiteres wich­tiges Krite­rium ist der interne Spei­cher. Auch wenn auf dem Daten­blatt eine Kapa­zität von 16 GB ange­priesen wird, stehen bei Android-Smart­phones nicht selten nur knapp 12 GB zur freien Verfü­gung. Der Rest des Spei­chers wird vom System belegt. Ein Problem bei vielen Android-Geräten ist auch, dass Apps nicht auf die SD-Karte ausge­lagert werden können. Ein kleiner Spei­cher kann dadurch schnell belegt sein. Die Folge: Das System kann nicht mehr synchro­nisieren, das heißt, E-Mails und andere Daten werden nicht mehr abge­rufen. Bei Mittel­klasse-Smart­phones ist daher ein interner Spei­cher ab 32 GB, besser noch 64 GB empfeh­lens­wert, die Geräte der Ober­klasse haben zumeist mindes­tens 128 GB bis 1 TB an Bord. Beachten Sie bitte: Nicht jedes Smart­phone bietet die Möglich­keit, den Spei­cher mittels microSD-Karte zu erwei­tern. Und selbst wenn eine Spei­cher­erwei­terung vorge­sehen ist, muss der Anwender die Entschei­dung treffen, ob der den gemein­samen zweiten Steck­platz für eine zweite SIM-Karte oder die microSD-Karte verwendet. Drei Steck­plätze bieten nicht alle Hersteller.

Wer sein Smart­phone auch außer­halb von Deutsch­land auf Reisen nutzen möchte, sollte zudem beachten, dass die entspre­chenden Frequenzen unter­stützt werden. Die Flagg­schiffe von HTC, Sony, Samsung, OnePlus und Huawei beherr­schen beispiels­weise GSM-Quad­band, UMTS-Quad­band und LTE-Hexa-Band und lassen sich daher quasi überall auf der Welt nutzen. Bei Smart­phones chine­sischer Hersteller gab es früher regel­mäßig das Phänomen, dass nicht alle euro­päischen Funk­frequenzen unter­stützt wurden - mehr und mehr chine­sische Hersteller achten aber inzwi­schen auf eine welt­weit nutz­bare Frequenz­ausstat­tung.

Die Spezi­ellen

Einige Smart­phone-Modelle wurden speziell für beson­dere Anfor­derungen konzi­piert. Es gibt Geräte, die zwei SIM-Karten gleich­zeitig fassen - soge­nannte Dual-SIM-Handys. Diese findet man mitt­lerweile in allen Smart­phone-Kate­gorien. Nutzer sollten bei diesen Modellen darauf achten, dass beide SIM-Karten gleich­zeitig ins Netz einge­bucht und damit erreichbar sind (Dual-SIM-Standby) und dass beide SIM-Karten-Schächte nach Möglich­keit LTE-Support bieten. Falls nur ein Slot LTE unter­stützt, sollte dies in der Soft­ware umschaltbar sein, um sich das Umste­cken der SIM-Karten ersparen zu können. In Zukunft werden auch vermehrt Smart­phones mit zusätz­licher eSIM auf dem Markt anzu­treffen sein. Wird das Smart­phone haupt­sächlich im Freien genutzt, bieten sich Outdoor-Geräte an, die ein weitaus robus­teres Gehäuse als herkömm­liche Modelle haben. In der Regel sind diese auch noch besser vor Wasser und Staub geschützt. Aktu­elle Huawei- oder Samsung-Geräte werben zwar beispiels­weise damit, "wasser­dicht" zu sein - dennoch sollten Nutzer vorsichtig sein, da die Outdoor-Fähig­keiten strengen Grenzen unter­liegen. In der Regel sind die Geräte ledig­lich spritz­wasser­geschützt oder über­leben nur kurzes Unter­tauchenin klarem Wasser.

Für Viel­schreiber oder Anwender, die ihr Smart­phone über­wiegend beruf­lich nutzen wollen, sind Handy­cover mit spezi­ellen Tasta­turen empfeh­lens­wert. Hersteller wie Samsung bieten darüber hinaus Lösungen, ein an einen Monitor ange­schlos­senes Smart­phone wie einen Computer mit Tastatur und Maus verwenden zu können. Auch Office-Programme sowie Sicherheits­lösungen für den Schutz sensi­bler Doku­mente sollten vorin­stal­liert sein. Einen Namen bei diesem insbe­sondere bei Geschäfts­kunden wich­tigen Thema hat sich Black­berry gemacht, das seine Sicher­heits­lösungen für Android und iOS anbietet.

Mehr als zwei Kameras sind auch in der gehobenen Mittelklasse mittlerweile keine Seltenheit mehr Mehr als zwei Kameras sind auch in der gehobenen Mittelklasse mittlerweile keine Seltenheit mehr
Bild: teltarif.de
Die kamera­affinen Nutzer finden vor allem in den Top-Modellen Kameras, die sich aufgrund ihrer Auflö­sung, den verwen­deten Blenden und den Objek­tiven als Alter­native zu den klas­sischen Urlaubs­knipsen eignen. Durch die Kameras mit mehreren Linsen und Sensoren lassen sich Bilder mit mehr Tiefen­schärfe machen. Auch das nach­träg­liche Fokus­sieren auf einen Punkt erlauben die Mehr­fach-Kameras. Insbe­sondere Apple, Huawei, Nokia und Samsung legen Wert auf über­durch­schnitt­lich gute Smart­phone-Kameras und auch diverse chine­sische Hersteller haben Ambi­tionen in diesem Bereich. In einem sepa­raten Ratgeber präsen­tieren wir die Test­sieger in unserem Smart­phone-Kamera-Vergleich.

Fazit: Mittel­klasse wird den meisten reichen

Egal ob Android oder iOS - eine wich­tige Entscheidungs­hilfe kann neben den tech­nischen Daten der eigene indi­vidu­elle Eindruck sein. Es bietet sich an, das ins Auge gefasste Gerät vor dem Kauf im Laden einmal in die Hand zu nehmen und auszu­probieren, ob die Ober­fläche des Systems und die Verar­beitung des Gehäuses gefallen. Bei den viel­fältigen Modellen mit Android wird den meisten Nutzern ein Gerät der Mittel­klasse reichen. Mit diesen kommen sowohl Gaming-Fans als auch klas­sische Tele­fonie- und Internet-Nutzer voll auf ihre Kosten und sparen dabei im Vergleich zu den Spitzen-Geräten nicht selten noch eine ganze Stange Geld. Leistungs­einbußen müssen Nutzer in der Regel nicht befürchten. Unsere Smart­phone-Suche hilft Ihnen dabei, das passende Gerät zu finden.

Soll es statt einem Smart­phone doch eher ein Tablet sein? Dann finden Sie in unserem Tablet-Kauf­ratgeber wert­volle Tipps, die bei der Wahl des passenden Gerätes helfen.

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