Kaufratgeber

Smartphone-Kauf: So finden Sie das passende Modell

Das rich­tige Smart­phone zu finden, ist nicht einfach. Es müssen nicht immer High-End-Modelle sein. Auch weniger gut ausge­stat­tete Smart­phones haben Poten­zial. Was Sie beim Smart­phone-Kauf beachten sollten, verrät unser Kauf­ratgeber.
Von Rita Deutschbein /

Mitt­lerweile gibt es Deca-Core-Prozes­soren in Smart­phones, also Chips mit zehn Kernen. Diese müssen jedoch nicht notwen­diger­weise mehr Leis­tung bieten als ein Octa-Core-Prozessor. Auch nicht jeder Quad-Core- oder Hexa-Core-Prozessor muss lang­samer sein als ein Octa-Core-Chip. Ganz allge­mein gilt: Je höher die Taktung der Kerne, desto mehr Leis­tung. Ist die Takt­rate nied­riger, ist auch die Leis­tungs­fähig­keit nied­riger, dafür sinkt meist auch der Strom­verbrauch, was den Akku schont. Der schnellste Chip bringt zum Beispiel nichts, wenn der Hersteller dann zu wenig Arbeits­spei­cher (RAM) einbaut oder das Betriebs­system das Smart­phone ausbremst.

Letzt­endlich bemisst sich die Leis­tung eines Smart­phones nach dem Zusam­menspiel zwischen Anzahl der Kerne, Takt­rate der Kerne, verwen­deter Grafik-Einheit, Arbeits­spei­cher-Kapa­zität und Konfi­gura­tion des Betriebs­systems.

Manche Nutzer empfinden die Zusam­menar­beit zwischen Hard­ware und Soft­ware beson­ders dann als schnell, wenn der Hard­ware-Hersteller das Android-System möglichst wenig oder gar nicht verän­dert hat und Android One vorin­stal­liert. Android Go hingegen wurde speziell für güns­tige Einsteiger-Smart­phones konzi­piert. Smart­phones mit Android One und Android Go erhalten oft auch schneller Updates als die Modelle anderer Hersteller, die nicht an diesen Programmen teil­nehmen. Software muss zur Hardware passen Software muss zur Hardware passen
Bild: Qualcomm

Günstig, aber langsam? Die Einsteiger-Smart­phones

Smart­phones der soge­nannten Einsteiger-Klasse gibt es schon zu Preisen um die 80 Euro. Dafür können Nutzer aber keine umfang­reich ausge­statteten Multi­media-Smart­phones erwarten. Statt­dessen richten sich diese Modelle vor allem an Anwender, die nur tele­fonieren, unter­wegs die ein oder andere E-Mail abrufen bzw. versenden oder gele­gent­lich ein klei­neres Spiel spielen wollen. Einfache Kameras und 16 GB interner Spei­cher sind hier Stan­dard, ebenso sollte ein microSD-Slot zur Speicher­erweiterung nicht fehlen. Gerade für dieje­nigen, die erst­mals in die Smart­phone-Welt eintau­chen möchten, ohne gleich hunderte von Euro auf den Tisch legen zu müssen, bieten die Einsteiger-Geräte eine durchaus gute Alter­native zu den hoch­preisigen Modellen der Ober­klasse.

Einsteiger-Smart­phones verfügen in der Regel über Quad-Core-Prozes­soren, ab und zu finden sich auch ganz einfache Acht-Kerner. Sie haben Takt­raten ab etwa 1 GHz und einen 2 GB großen Arbeits­speicher. Diese Kombi bietet eine gute Grund­lage für alltäg­liche Aufgaben wie Messa­ging oder auch mal ein kleines Casual Game.

Im Einsteiger-Bereich setzen die Hersteller meist auf TFT-Displays, die im Vergleich zu den OLED-Pendants der höher­preisigen Geräte mehr Strom verbrau­chen. Auch finden sich vor allem Display­diagonalen um etwa 5 Zoll. Noch rele­vanter als die Größe ist jedoch die Anzahl der Bild­punkte des Displays. Eine Auflö­sung von 720 mal 1280 Pixel, also HD, sollte es schon sein.

Die Allrounder in der Mittel­klasse

Die Auswahl an Mittel­klasse-Handys umfasst einige sehr inter­essante Modelle, und auch ehema­lige Flagg­schiffe wie das Galaxy S8 von Samsung ordnen sich in diese Kate­gorie ein. Nur ist die ehema­lige Spitzen-Klasse mittler­weile deut­lich güns­tiger zu haben. Preise ab 175 Euro bis etwa 350 Euro sind in der Mittel­klasse die Norm. Auch in Sachen Größe findet sich beinahe die gesamte Palette.

Huawei hat beispiels­weise die Unter­marke Honor ins Leben gerufen, die in diesem Preis­segment einige empfeh­lens­werte Smart­phone-Modelle zu bieten hat. Die Geräte sind güns­tiger als die direkt von Huawei stam­menden, bieten aber häufig sehr ähnliche Features. Eine ähnliche Stra­tegie verfolgen ZTE mit der Marke Nubia sowie Xiaomi mit Poco­phone.

Bei den Mittel­klasse-Geräten rücken noch mehr als bei den Einsteiger-Modellen die Displays in den Fokus, da aufgrund der Ausstat­tung viel komple­xere Multi­media-Anwen­dungen möglich sind. Der Smart­phone-Screen sollte Farben realis­tisch darstellen und eine hohe Blick­winkel­stabilität bieten, die Display-Auflö­sung sollte mindes­tens 1080 mal 1920 Pixel (Full-HD-Auflö­sung) betragen.

Damit Filme und Spiele flüssig laufen, muss der Prozessor genü­gend Leis­tung bieten. Typisch für die Mittel­klasse sind Octa-Core-Prozes­soren mit einer Taktung von 1,4 GHz bis 2 GHz. Der Arbeits­speicher ist in der Regel 3 bis 6 GB groß. Diese Ausstat­tung reicht selbst für grafisch anspruchs­vollere Games. Auch Multi­tasking - also das gleich­zeitige Öffnen von und Arbeiten mit verschie­denen Anwen­dungen - ist möglich.

Eine solide Hard­ware-Ausstat­tung ist bei den Mittel­klasse-Geräten unab­dingbar, da sie häufig umfang­reichere Funk­tionen als die Einsteiger-Modelle bieten. Schnelles Internet via WLAN und LTE sowie GPS und eine Dual-Kamera gehören hier zum Stan­dard. Auch ein Finger­abdruck­sensor ist bei Mittel­klasse-Smart­phones mitt­lerweile Stan­dard. Demnächst ist auch mit ersten Mittel­klasse-Geräten zu rechnen, die den LTE-Nach­folge­stan­dard 5G unter­stützen.

Mit den High-End-Smart­phones beschäf­tigen wir uns auf der letzten Seite. Außerdem fassen wir auf Seite 3 die wich­tigsten Kauf-Tipps zusammen.

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