Mobiles Windows

Windows 10 Mobile: Das erfolglose Smartphone-System

Micro­soft hat mit Windows 10 Mobile auch eine mobile Betriebs­system-Version auf den Markt gebracht. Anklang gefunden hat sie kaum - und wird nicht mehr weiter­entwi­ckelt.
Von Daniel Rottinger /
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Mit der Veröf­fent­lichung von Windows 10 wurde klar, dass es eine passende Mobile-Version für Smart­phones (und neu auch für Tablets mit einer Bild­schirm­diago­nale bis zu 8 Zoll) geben wird.

Windows 10 Mobile war somit der Nach­folger von Windows Phone 8.1 und bot den Nutzern seiner­zeit viele Neue­rungen - unter anderem mit dem neuen Webbrowser Edge, der persön­liche Assis­tentin Cortana, die viele Nutzer auch schon aus der Windows-Phone-8.1-Version her kannten, oder dem neu über­arbei­teten geräteüber­greifenden Arbeiten.

Windows 10 Mobile war kein großer Erfolg beschieden
Windows 10 Mobile war kein großer Erfolg beschieden

Upgrade von Windows Phone 8.1 auf Windows 10 Mobile

Das am 29. Juli 2015 veröf­fent­lichte Betriebs­system von Micro­soft, Windows 10, gab es nun auch für Smart­phones und Tablets. Wie auch bei der Desktop-Version erhielten die Nutzer von berech­tigten Geräten mit Windows Phone 8.1 ein kosten­loses Upgrade. Mitte März 2016 hat der Konzern mit dem Rollout des Updates auf ersten Geräten begonnen. Alter­nativ konnten Anwender sich im Rahmen des Insider-Programms von Micro­soft eine Vorab­version des 10er-Betriebs­systems herun­terladen. Zudem kamen erste Geräte auf dem Markt, auf denen das neue Smart­phone-OS bereits vorin­stal­liert war. Dazu zählten etwa das Lumia 550, 950 und 950 XL von Micro­soft.

Die wich­tigsten Neue­rungen im Über­blick

  • Webbrowser Edge
  • Wie auch bei der Desktop-Version kam der Webbrowser Edge auch als mobile Version heraus. Damit konnte man zum Beispiel Inter­netseiten spei­chern und später offline lesen.
  • Neue Funk­tionen in Outlook
  • Die Outlook-Anwen­dung, wie man sie vom PC her kennt, konnte man auch auf dem Smart­phone nutzen. Neu war die einfa­chere Hand­habung, denn E-Mail und Kalender liefen in derselben Anwen­dung. Durch einfache Wisch­gesten ließen sich E-Mails löschen oder als gelesen oder unge­lesen markieren. Auch die Konfi­gura­tion von E-Mail-Konten fand nicht mehr in den Einstel­lungen des Smart­phones statt, sondern direkt in Outlook.
  • Neue App für Kontakte "People"
  • Diese Anwen­dung vereinte so ziem­lich alle Einträge aus verschieden Konten auf dem Smart­phone und Tablet mitein­ander. Egal ob man einen Kontakt bei Outlook, bei Face­book oder Google Mail abspei­cherte - sie alle wurden in "People" abge­legt.
  • Neue Apps für Tele­fonie und SMS-Nach­richten
  • Mit dem Upgrade auf Windows 10 verän­derte sich auch das Design dieser Apps. Beide wurden dadurch über­sicht­licher und inter­agierten besser mitein­ander. Windows 10 erlaubte den Nutzern, gerä­teüber­grei­fend zu arbeiten und deshalb wurden zum Beispiel SMS-Nach­richten auch auf anderen Smart­phones und Tablets sichtbar gemacht.
  • Multi­tasking Erwei­terung
  • Micro­soft baute die Multi­tasking-Funk­tion weiter aus. Damit konnten mehr Apps als bisher im Hinter­grund arbeiten und wurden bei Nicht­benut­zung nicht direkt von der Soft­ware geschlossen.
  • Word, Excel, PowerPoint und OneNote
  • Das gerä­teüber­grei­fende Arbeiten brachte auch Micro­soft Office auf den Stand des Desktop-PCs. Ange­fangene Arbeiten auf dem PC konnten nun bequem auf mobilen Endge­räten zu Ende gebracht werden und umge­kehrt.
  • Tastatur und Maus via Blue­tooth besser einsetzbar
  • Eine Neue­rung war auch die Benut­zung von Tastatur und Maus an mobilen Endge­räten. Dadurch war sogar auf Smart­phones ein Maus­zeiger sichtbar.
  • Neue Status­leiste
  • Die neue Status­leiste gab es mit neuen Schnell­zugriff-Möglich­keiten. Somit konnte man unter anderem auch auf die Taschen­lampe zugreifen.

Unter­stützte Smart­phones für Windows 10 Mobile

Windows 10 als mobile VersionWindows 10 als mobile Version Micro­soft hatte ursprüng­lich bekannt­gegeben, dass alle Smart­phones, die mit dem Betriebs­system Windows Phone 8.1 ausge­stattet waren, auf Windows 10 Mobile upgraden können. Es gab jedoch Einschrän­kungen: Das Upgrade wurde zwar für Smart­phones mit Windows Phone 8.1 verfügbar gemacht, jedoch hing die endgül­tige Upgrade-Möglich­keit vom jewei­ligen Hersteller ab. Außerdem konnte es unter Umständen sein, dass ältere Geräte nicht den vollen Umfang von Windows 10 Mobile nutzen konnten, weil die Gerä­tehard­ware nicht auf dem dafür vorge­sehen Stand war.

Die letzten noch mit Windows 10 Mobile produ­zierten und ausge­lieferten Smart­phones haben wir in einer Bilder­schau zusam­menge­stellt.

Das Ende wird verkündet

Über Jahre wurde darüber speku­liert, dass Micro­soft unter eigenem Namen ein Vorzeige Smart­phone mit Windows 10 Mobile auf den Markt bringt - Surface Phone hätte es heißen können. Doch dazu kam es trotz zahl­reicher Gerüchte nicht mehr. Obwohl zahl­reiche Geschäfts­kunden das System auch wegen der naht­losen Zusam­menar­beit mit Windows 10 für die produk­tive Arbeit schätzten, wandten sich Hard­ware-Hersteller und App-Entwickler ab. Smart­phones mit Windows 10 Mobile konnten keine nennens­werten Markt­anteile erringen.

2017 gab Micro­soft bekannt, keine neuen Features mehr zu entwi­ckeln, 2018 folgte die Meldung, dass es keine weiteren Soft­ware-Builds mehr geben wird. Windows 10 Mobile Version 1709 wird also die defi­nitiv letzte Vari­ante sein, sowohl bei der regu­lären als auch bei der Enter­prise-Version. Ab dem 10. Dezember 2019 werden keine Secu­rity-Updates oder Hotfixes mehr ausge­liefert und der tech­nische Support endet.

Einige inter­netba­sierte Funk­tionen des Betriebs­systems werden noch für einige Monate weiter funk­tionieren. Es wird beispiels­weise nach dem 10. Dezember 2019 für weitere drei Monate möglich sein, eine Backup-Siche­rung des Systems bezie­hungs­weise seiner Einstel­lungen zu erstellen. Dies wird dann ab dem 10. März 2020 nicht mehr funk­tionieren. Für 12 Monate nach dem Support-Ende soll es aber möglich sein, Fotos in die Cloud zu laden und ein bestehendes System-Backup wieder zurück­zuspielen. Damit ist dann im Dezember 2020 aller­spätes­tens Schluss. Micro­soft konzen­triert sich bei mobilen Geräten nun auf die Entwick­lung von Apps und Laun­chern für Android und iOS.

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