Ubuntu for Phones

Es muss nicht immer Android sein: Ubuntu for Phones

Das Meizu Pro 5 ist das erste Highend-Smartphone mit Ubuntu for Phones. Doch was kann das Linux-basierte Betriebs­system? Lesen Sie mehr zum mobilen Open-Source-OS von Canonical im teltarif-Ratgeber.
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Ubuntu for Phones war die Smartphone-Variante des Open-Source-Betriebs­systems Ubuntu. Die Software nutzte das bereits vom Desktop bekannte Design der Unity-Benutzer­ober­fläche. Im Jahr 2013 hatte Canonical Ubuntu for Phones auf der Elek­tronik­messe CES offiziell vor­gestellt. Danach waren Smartphones mit Ubuntu for Phones in verschie­denen Preis­klassen erschienen. Im April 2017 wurde dann das Aus für das Projekt bekannt gegeben.

Ubuntu-Smartphones

Das erste Smart­phone mit vor­instal­liertem Ubuntu-Betriebs­system war das BQ Aquaris E4.5 für rund 170 Euro. Es folgte das BQ Aquaris E5 HD. Beide Modelle sind preis­günstige Einsteiger-Smartphones mit eher durch­schnittlicher Hardware. Im Juni 2015 erschien die Ubuntu Edition des deutlich leistungs­stärkeren Smartphones MX4 des chinesischen Her­stellers Meizu. Zuletzt folgte das Meizu Pro 5 mit Achtkern-Prozessor und 3 GB RAM. Mit ihm war erstmals ein echtes Highend-Smartphone mit vor­installiertem Ubuntu-Betriebs­system verfügbar. Außerdem besteht die Möglich­keit, Ubuntu for Phones auf manchen Geräten anderer Anbieter aufzu­spielen.

Ubuntu-Smartphones

Scopes: Mehrere Apps in einer Übersicht

Im Zentrum von Ubuntu for Phones standen die Scopes-Start­bild­schirme. Hierbei handelte es sich nicht um eigene Apps, sondern um vorge­fertigte Karten, die Entwickler mit Inhalten versehen können. Sie funktio­nierten wie einzelne Home­screens zu verschiedenen Themen. Der Today Scope informierte über aktuelle Kurz­mit­teilungen und Anrufe, Kalender­einträge, News oder das Wetter. Der NearBy Scope empfahl Konzerte oder Restaurants in der Umgebung. Außerdem gab es einen Apps Scope mit allen instal­lierten Anwen­dungen, einen News Scope, der Nach­richten aus verschiedenen Quellen anzeigt, sowie Scopes für Musik oder Fotos. Über die Scopes hatte der Nutzer direkten Zugriff auf verschiedene Arten von Inhalten, ohne dass er dazu unter­schiedliche Apps öffnen muss.

Ubuntu for Phones setzt auf Wisch­gesten

Bei der Bedienung setzte Ubuntu for Phones vor allem auf Wisch­gesten. Ein Wisch von links nach rechts brachte eine Leiste mit den am häufigsten genutzten Programmen hervor. Ein Wisch vom oberen Bild­schirm-Rand nach unten zeigte die Benach­richtigungen und Telefon-Konfi­gura­tionen an. Eine lange Wisch­geste von rechts nach links zeigte die bereits geöffneten Anwendungen an. Eine kurze Wisch­geste von rechts nach links erlaubte es, zwischen Anwendungen zu wechseln. Am unteren Bild­schirm-Rand konnte der Nutzer das Menü zur Bedienung der jeweils aktiven App nach oben ziehen.

Apps für Ubuntu for Phones

Es muss nicht immer Android sein: Ubuntu for PhonesEs muss nicht immer Android sein: Ubuntu for Phones Wie bei vielen jungen Systemen mangelte es Ubuntu for Phones an verfügbaren Apps. Einige bekannte Anwendungen waren zwar bereits erhältlich - so zum Beispiel Twitter, Facebook, eBay, Soundcloud und YouTube. Mit der App-Auswahl von Android oder iOS war Ubuntu for Phones aber selbst­verständlich nicht zu vergleichen.

Bei seinem Smartphone-Betriebs­system setzt Canonical auf universelle Apps, die nicht speziell für Ubuntu for Phones entwickelt werden müssen. Vielmehr konnten Desktop-Apps mit Hilfe der Software-Umgebung gleich für Smartphones mit­geschrieben werden. Ausdrücklich unterstützt wurden Anwendungen, die mit Hilfe der offenen HTML5-Technik entwickelt wurden.

Zukunftspläne: Ubuntu-Smartphone als Desktop-Ersatz

Ubuntu for Phones sollte über die Einsatz­möglichkeiten üblicher Smartphones hinaus gehen. Das Stichwort hieß Convergence: In Verbindung mit zusätzlichen Geräten wie Monitor, Tastatur und Maus sollte das Handy als Desktop-PC-Ersatz funktionieren können. Wurde das Smart­phone also an einen Monitor angeschlossen, erschien dann der Unity-Desktop auf dem Bildschirm. Ziel war eine einheitliche Benutzer­oberfläche auf Smartphone, Tablet und Laptop, die die Bedienung vereinfacht, ohne dabei die Besonder­heiten der jeweiligen Platt­form zu vernachlässigen.

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