Open Source

Harmony OS - Betriebssystem von Huawei

Nicht nur Smart­phones, sondern auch andere Endge­räte wie Smart­wat­ches müssen zuweilen mit Betriebs­sys­temen versorgt werden. Harmony OS aus dem Hause Huawei soll künftig Grund­lage für diverse Geräte sein.

Harmony OS von Huawei Harmony OS von Huawei
Logo: Harmony OS
Während der Markt für Smart­phones mitt­ler­weile eine bunte Viel­falt von Anbie­tern bereit­hält, sind die markt­füh­renden Betriebs­sys­teme, in Form von Apple iOS und Google Android, einsame Spitze. Aller­dings müssen nicht nur Smart­phones mit Betriebs­sys­temen versorgt werden. Heut­zutage verfügen viele weitere mobile und statio­näre Endge­räte über weit­rei­chende tech­nische Inhalte und Funk­tionen, die ein Betriebs­system voraus­setzen. Neben Feature-Phones, welche mit KaiOS daher­kommen, gibt es zum Beispiel Fitness­arm­bänder oder Smart­wat­ches die sich fort­wäh­render Beliebt­heit erfreuen. Samsung verwendet für einige seiner Geräte beispiels­weise das Betriebs­system Tizen.

Für eben solche Geräte reichen zumeist weniger komplexe, dafür jedoch anpas­sungs­fähige Systeme aus, um den reibungs­losen Betrieb von klei­neren bis hin zu altbe­kannten Apps zu gewähr­leisten. Eines der Betriebs­sys­teme das sowohl in diesem Segment als auch in Smart­phones zu finden sein möchte, ist Harmony OS aus dem Hause Huawei. Seit 2012 entwi­ckelt der chine­sische Konzern das Open Source Betriebs­system.

Worauf das Betriebs­system basiert und wodurch es sich auszeichnet, erfahren Sie hier. Harmony OS von Huawei Harmony OS von Huawei
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Harmony OS: Das bietet Huaweis flexi­bles Betriebs­system

Im August 2019 veröf­fent­lichte Huawei die Version Harmony OS 1.0. Das Mikro­kernel-basierte System kam zuerst in Honors Smart-TV "Honor Vision" zum Einsatz und soll perspek­tivisch Anwen­dung in diversen Geräten aus unter­schied­lichen Sparten der Elektro-Branche finden. Beson­ders inter­essant ist dabei die von Huawei ange­prie­sene Leis­tungs­fähig­keit des Huawei Ark Compiler. Dieser soll nämlich auf Augen­höhe mit der Konkur­renz aus dem hause Android sein und somit verschie­dene Program­mier­spra­chen zur App-Entwick­lung unter­stützen. Darunter fallen unter anderem Java, C und C++. Gene­rell zeichnet sich das Betriebs­system vor allem auf der Entwick­ler­seite durch hohe Flexi­bilität und Kompa­tibi­lität aus. Laut Huawei soll die Multi-Device-IDE es ermög­lichen, Apps somit ledig­lich einmal schreiben zu müssen und anschlie­ßend auf unter­schied­lichen Gerä­tearten zu verwenden.

Gewis­ser­maßen beschwört Huawei mit dem Betriebs­system den Vergleich mit Google Android herauf. Beide Systeme basieren auf Open-Source-Soft­ware und wollen so viel Flexi­bilität wie möglich für Anwen­dungen aller Art bieten. Das spie­gelt sich auch im Ziel­markt der beiden Systeme wider. Android ist heut­zutage auch fernab der Smart­phones zu finden, beispiels­weise in Smart-TVs oder Smart­wat­ches. Diesen Schritt möchte auch Huawei mit Harmony OS wagen und den Fokus dabei bewusst nicht nur auf Smart­phones legen. Dennoch bietet sich durch die Entwick­lung eines haus­eigenen Open-Source-OS für Huawei mittel­fristig die Gele­gen­heit, eigene Hard­ware, einschließ­lich der beliebten Smart­phones, unab­hängig von Android zu versorgen.

Mit der Huawei App Gallery ist auch bereits der passende Apps­tore fertig, den Huawei momentan auch noch unter Android einsetzt, der aber als Apps­tore von Harmony OS lang­fristig wohl eine ähnliche Viel­falt an Apps bieten soll wie die Apps­tores von Apple oder Google.

Alle Harmony-OS-Versionen in der Über­sicht (inkl. Features und Hard­ware)

Version erschienen ausge­wählte Hard­ware
1.0 08/2019 Honor Vision, Honor Vision Pro (Smart TV)
2.0 09/2020 -
Stand: November 2020

Die weitere Entwick­lung für Smart­phones

Derzeit befindet sich Harmony OS in der zweiten Version seit seiner Veröf­fent­lichung. Harmony OS 2.0 wurde von Huawei auf der haus­eigenen Entwick­ler­kon­ferenz im September 2020 gelauncht und mit der Ankün­digung verknüpft, das System perspek­tivisch auch in den haus­eigenen Smart­phones als Alter­native zu Android zu nutzen, für das Huawei aufgrund des USA-Banns keine Google-Dienste mehr verwenden darf.

Am 18. Dezember 2020 sollen Entwickler Zugang zur Open-Source-Platt­form erhalten. Erste Demonstra­tions­geräte mit instal­liertem Harmony OS könnten im Januar oder Februar 2021 gezeigt werden. Die öffent­liche Beta­ver­sion soll im April erscheinen. Nach Aussage eines Mana­gers sollen 90 Prozent der haus­eigenen Smart­phones ein Update auf Harmony OS erhalten könnten. Ob dieser Wechsel von Android zu Harmony OS für die bestehenden Nutzer dann frei­willig sein wird oder zwangs­weise durch­geführt wird, steht noch nicht fest.