Bezahlen

Apps bezahlen, auch ohne Debit-, Kreditkarte oder PayPal: So geht's

Ob Apple App Store, Google Play oder Windows Store: In allen Appstores hat der Nutzer die Wahl zwischen verschiedenen Zahlungs­verfahren. Dabei gibt es bequeme Alter­nativen zur Debit- und Kreditkarte, wie etwa das Zahlen über die Mobilfunk-Rechnung.
Von Susanne Kirchhoff / Ulrike Michel
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Bezahlen im AppstoreBezahlen im Appstore Für das Bezahlen von kosten­pflichtigen Apps gibt es in allen Appstores mehrere Möglich­keiten. Auch wer keine Kreditkarte hat, kann daher zwischen verschiedenen Alter­nativen wählen. Dazu gehören das Bezahlen über die Mobilfunk-Rechnung, Payment-Anbieter wie PayPal, Guthaben­karten und vereinzelt sogar der Bankeinzug vom Girokonto. Eine Übersicht, welche Bezahl­methoden es in den großen Appstores für Android, Blackberry, iPhone und Windows Phone gibt, finden Sie in der unten stehenden Tabelle.

Guthabenkarten und Aktionscodes

Guthaben­karten gibt es für den Apple App Store, Google Play und den Windows Store. Erhältlich sind sie in vielen Super-, Drogerie- und Elektro­märkten sowie Tank­stellen und Online-Shops, meist im Wert von 15, 25 oder 50 Euro. Die Karte enthält üblicherweise einen Code, der freigerubbelt werden muss und dann im jeweiligen Appstore einlösbar ist. Das Guthaben für den Apple App Store heißt iTunes-Guthaben und wird mit der Apple-ID verknüpft.

Die Vorteile: Der Nutzer braucht zum App-Kauf kein PayPal-Konto, keine Kreditkarte und auch kein anderes Bezahlverfahren. Außerdem kann er so umgehen, dass seine Konto-Daten über das Internet verschickt werden, und er hat die volle Kosten­kontrolle, denn nur das erworbene Shop-Guthaben kann ausgegeben werden.

Der Nachteil von Guthaben­karten: Der Nutzer muss erst einmal Geld auslegen, auch wenn er gar nicht so viel ausgeben möchte. Wer etwa eine App für 99 Cent kaufen will, der hat dann noch mindestens 14,01 Euro ungenutzt auf dem Appstore-Guthaben-Konto. In der Regel kann er dieses Geld erst zurückerhalten, wenn er sein Nutzer-Konto kündigt.

Guthaben kann häufig auch online erworben werden, zuweilen fallen dabei Bearbeitungsgebühren von bis zu 3 Euro an - viele Anbieter berechnen aber keine Zusatzgebühren. Der entsprechende Guthaben-Code wird dann direkt auf dem Bildschirm angezeigt oder per E-Mail empfangen und über die gängigen Online-Zahlungsverfahren wie PayPal, Giropay, paysafecard und Sofortüberweisung beglichen.

Bei Google - wie bei vielen anderen Anbietern - können neben unbefristeten Google-Play-Geschenkkarten auch zeitlich begrenzte Aktionscodes eingelöst werden - also Rabatte, die nicht mit anderem Guthaben kombinierbar und nicht auszahlbar sind. Beim Kauf von Produkten im Appstore wird dann immer zuerst das Aktions­guthaben mit dem Kaufbetrag verrechnet. Dabei sind allerdings bestimmte Einlöse­bedingungen (gegebenenfalls auch von Drittanbietern) zu beachten. Aktionscodes werden oft als Begrüßungs-Rabatt für Neu­kunden vergeben. Darüber hinaus erhalten App-Entwickler häufiger Promotion-Codes vom jeweiligen Appstore, die sie als zeitlich begrenzte Rabatte für die eigene App zum einmaligen Gebrauch an ihre Kunden weitergeben können. Guthabenkarten und -codes können nicht ausbezahlt oder auf andere Konten über­tragen werden und sind häufig - wie bei Google Play - auf eine spezifische Währung beschränkt und nur länder­gebun­den gültig.

Guthaben übertragen und Apps verschenken

Apple ermöglicht es, Guthaben und Apps per "iTunes-Geschenk" an andere zu verschenken. Dafür benötigt der Schenkende eine Apple-ID, die mit einer gültigen Zahlungsmethode verknüpft ist. Die Auswahl des verschenkten Betrags erfolgt dann auch im App Store oder im iTunes Store, wobei allerdings kein Store-Guthaben für den Geschenke-Kauf verwendet werden. Es ist möglich eine iTunes Karten per E-Mail oder auch per Post zu verschicken. Weiterhin kann ein Apple Music Einzelmitgliedschaft für drei oder zwölf Monate geschenkt werden. Für den Preis von zehn Monaten kommen sogar zwölf Monate der Mitgliedschaft mit. Einzelne Apps, Bücher, Musik, Serien können auf iOS-Geräten im App Store über die Icons Bereitstellen und Geschenk durch die Angabe der E-Mail-Adresse des Empfängers per Link versendet werden. Selbstverständlich ist das Verschenken auch über den iTunes-Store am PC oder Mac möglich.

Mobilfunk-Rechnung

Das Bezahlen über die Mobilfunk-Rechnung, das sogenannte Carrier-Billing, gibt es mittlerweile in allen großen Appstores - bei einigen wird die Funktion aber nur für Kunden bestimmter Mobilfunk-Anbieter angeboten. Praktisch daran ist, dass der Nutzer weder ein weiteres Kunden-Konto anlegen, noch bei einem weiteren Dienst­leister Bankdaten hinterlegen muss. Der Kauf­preis für eine App wird bei Vertrags­kunden mit der nächsten Mobilfunk-Rechnung fällig, bei Prepaid-Kunden wird der Betrag entsprechend vom Handy-Guthaben abgezogen. Eine wichtige Voraus­setzung: Beim Einkauf im Appstore muss das Handy ins Mobilfunknetz eingebucht sein. Wenn das Handy per WLAN im Internet ist, funktioniert das Bezahlen per Mobilfunk-Rechnung nicht. Mehr über den Ablauf, die Vor- und Nachteile sowie eine Übersicht, bei welchen Netz­betreibern das Bezahlen per Handy-Rechnung in welchem Appstore möglich ist, haben wir in unserem Ratgeber zum Carrier-Billing - Apps per Handy-Rechnung bezahlen für Sie zusammen­gefasst.

Debit- und Kreditkarte

In allen Appstores können Nutzer per Debit- und Kredit­karte bezahlen. Gängig sind Visa, MasterCard und American Express. Wer Bedenken gegen die übliche Kredit­karten-Abbuchung vom Girokonto hat, kann alternativ auch auf eine Kredit­karte auf Prepaid-Basis setzen. In den großen Appstores ist das Bezahlen per Rechnung und Direkt-Überweisung - ohne den Umweg über andere Zahlungsdienstleister - ausgeschlossen.

PayPal

PayPal ist ähnlich verbreitet wie das Bezahlen per Kredit­karte. Für die Bezahlung im Appstore ist nur die Angabe von E-Mail-Adresse und Passwort vonnöten, die Bankkonto- oder Kreditkarten-Daten werden bei der Anmeldung im PayPal-Profil hinterlegt. Nutzer sollten jedoch beachten, dass PayPal ein beliebtes Angriffsziel von Phishing-E-Mails ist. Ein PayPal-Konto kann der User einerseits guthaben­basiert führen, indem er Geld von seinem Girokonto an PayPal überweist. Wer Guthaben auf sein PayPal-Konto geladen hat, kann dieses auch wieder auf sein Girokonto zurück­überweisen, wenn er es nicht mehr für PayPal-Zahlungen benötigt. Andererseits ist es auch möglich, die Daten für ein Girokonto oder eine Kreditkarte zu hinterlegen, so dass PayPal die Beträge für Einkäufe automatisch dort abbuchen kann. Mit PayPal kann außerdem gebührenfrei Guthaben oder Geld an Familie und Freunde gesendet werden.

Amazon Coins

Amazon Coins ist eine virtuelle Währung, welche das Online-Handelshaus eingeführt hat. Erhältlich sind diese in Paketen (Bundles) von 500 bis zu 50 000 Coins. Der Clou für viele Nutzer ist der eingebaute Rabatt: Mit 1000 Coins können Einkäufe mit einem Warenwert von 10 Euro getätigt werden, die Coins selber kosten aber weniger. Beim Einkauf von größeren Coin-Paketen sinkt der Preis pro Coin zusätzlich. Die konkreten Preise für Coin-Pakete können allerdings teilweise sehr kurzfristig variieren. Gekaufte Coins lassen sich auch verschenken. Zudem können Besitzer von Amazon-Geräten wie dem Kindle Fire sowie App-Shop-Nutzer Coins im Rahmen von Aktionen "verdienen" oder geschenkt bekommen. Diese besitzen allerdings ein Verfallsdatum. Die größte Einschränkung der Amazon-Coins: Sie sind nur für virtuelle Artikel gültig, nämlich Apps, Spiele und In-App-Artikel im App-Shop von Amazon und können nur innerhalb des Aufenthaltslandes gekauft und eingelöst werden.

Übersicht: Zahlungsverfahren in Appstores (Auswahl)

Amazon
App-
Shop
Apple
App Store
Blackberry
World
Google
Play
Samsung
Galaxy Apps
Windows
Store
Guthabenkarte ja ja - ja - ja
Guthaben online kaufen Amazon PayPal Digital Gifts - diverse Anbieter 2) - Microsoft
Amazon
Mobilfunk-Rechnung /
Prepaid-Guthaben1)
ja ja ja ja ja ja
Kreditkarte ja ja ja ja ja ja
Lastschrift ja - - - - ja
PayPal - ja ja ja ja ja
Sonstiges Amazon Coins
Stand: Juli 2017
1) Verfügbarkeit abhängig vom verwendeten Mobilfunk-Netzbetreiber, siehe Übersicht.
2) Teilweise zu ungünstigen Konditionen.
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